EuroDIG: Das europäische Internet von morgen gestalten und die .eu-Domain feiern

Am 26. und 27. Mai 2026 fand in Brüssel die 19. Ausgabe des European Dialogue on Internet Governance (EuroDIG) statt. Veranstaltungsort war das Charlemagne-Gebäude der Europäischen Kommission. Organisiert wurde die Konferenz von EURid, der Verwaltungsstelle der europäischen Top-Level-Domain .eu. Die diesjährige Ausgabe stand ganz im Zeichen des 20-jährigen Jubiläums der Einführung der Domain .eu. Unter dem Motto „European Voices for the Future of the Internet“ kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Internet-Governance-Organisationen, der Tech-Industrie, der Forschung sowie der Zivilgesellschaft zusammen. Im Mittelpunkt standen die großen Herausforderungen der digitalen Zukunft Europas, über die in verschiedenen Formaten diskutiert wurde.

Die EuroDIG fand dieses Jahr im Gebäude der Europäischen Kommission statt.

Die EuroDIG fand dieses Jahr im Gebäude der Europäischen Kommission statt.

Die zweitägige Tagung begann mit einem Thema, das im aktuellen geopolitischen Kontext von entscheidender Bedeutung ist: dem europäischen digitalen Backbone. Damit sind die kritischen digitalen Infrastrukturen gemeint, die die Europäische Union aufbauen oder zusammenführen möchte, um ihre Abhängigkeit von US-amerikanischen und chinesischen Tech-Giganten zu verringern. Dazu zählen Glasfaser- und Unterseekabelnetze, Cloud-Infrastrukturen, Rechenzentren, KI-Systeme, Internetverbindungen, Cybersicherheitslösungen, Datenplattformen und digitale Dienste.

Im Zentrum standen zwei europäische Initiativen:

  • das Gaia-X-Projekt
  • die neuere Initiative EuroStack

Beide verfolgen das Ziel, ein souveränes und widerstandfähiges digitales Ökosystem in Europa zu schaffen.

Gaia-X soll eine sichere, interoperable Cloud- und Dateninfrastruktur schaffen, die europäischen Standards entspricht und eine gemeinsame Nutzung ermöglicht. EuroStack geht noch weiter und zielt darauf ab, einen umfassenden europäischen Technologie-Stack aufzubauen, der die EU in mehreren Schlüsselbereichen unabhängiger macht:
Halbleiter, Konnektivität, Cloud, KI, Plattformen, Software, digitale Identitäten, öffentliche digitale Dienste und Cybersicherheit.

Zur Unterstützung dieser Vorhaben und zur Stärkung des regulatorischen Rahmens stellte Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie, das sogenannte „Tech Sovereignty Package“ vor. Dieses sektorübergreifende Gesetzgebungs- und Industriepaket soll die technologische Autonomie der Europäischen Union in besonders sensiblen digitalen Bereichen stärken.

Die zentralen Themen des Forums – darunter souveräne Cloud-Lösungen, vertrauenswürdige KI, Infrastruktursicherheit, Cybersicherheit, europäische digitale Identität sowie Daten-Governance und strategische Autonomie – spiegeln die Prioritäten dieses Pakets direkt wider. Virkkunen betonte zudem, dass die Kontrolle über Daten ein zentraler Baustein digitaler Souveränität sei, und sprach sich für eine Speicherung bei europäischen Anbietern innerhalb der EU aus. Dies ist besonders relevant, wenn man bedenkt, dass rund 70 Prozent des weltweiten Cloud-Markts derzeit von Amazon, Google und Microsoft kontrolliert werden.

Henna Virkkunen, Executive Vice President für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie

Henna Virkkunen, Executive Vice President für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie.

Im Bereich der Quantentechnologien wurden aktuelle Forschungsthemen und technologische Fortschritte vorgestellt. Die EU investiert hier insbesondere über das seit 2018 laufende Förderprogramm „EU Quantum Flagship“ in die Forschung.

Im Bereich der Künstlichen Intelligenz stand vor allem der Wunsch nach souveränen KI-Systemen im Mittelpunkt. Gleichzeitig wurde betont, dass diese Technologie, die in unserem Alltag immer stärker präsent ist, kritisch begleitet werden sollte.

Europa hat sich auch mit der Domain .eu entwickelt und feierte deren 20-jähriges Jubiläum.

EuroDIG machte deutlich, dass die EU in vielen Bereichen die Initiative ergreift, um Europa in einer unsicheren Welt widerstandsfähiger zu machen und seine Eigenständigkeit im Bereich der Internettechnologien zu stärken. Diese Initiativen müssen jedoch von den Mitgliedstaaten und den Bürgerinnen und Bürgern, aus denen sich die Europäische Union zusammensetzt, aktiv getragen und weiterentwickelt werden.

Zu den Erfolgen, die in der europäischen Öffentlichkeit gut aufgenommen wurden, zählt unter anderem die paneuropäische digitale Identität sowie die .eu-Domain. Diese wurde am 7. Dezember 2005 eingeführt und zählt heute rund 3,8 Millionen registrierte Domains bei einer Verlängerungsrate von etwa 81 Prozent – ein Zeichen für eine stabile und treue Nutzerbasis. Die Endung gehört damit weltweit zu den zehn größten geografischen Top-Level-Domains (ccTLDs) und ist dank der Varianten .ею (kyrillisch) und .ευ (griechisch) auch in den verschiedenen Schriftsystemen der EU verfügbar.

Peter Janssen, General Manager von EURid, betonte den Grundgedanken der .eu-Domain: „Die .EU steht für einen offenen, sicheren und den demokratischen Werten verpflichteten Namensraum im Internet.“

EuroDIG wies darauf hin, dass das europäische Internet sowohl in Bezug auf die Infrastruktur als auch auf technologischer Ebene nach wie vor stark von Drittstaaten abhängig ist und dass die Lösung auch nicht in einer geografischen Abschottung liegt. Das gestiegene Bewusstsein sowie die verschiedenen aktuellen Initiativen und Maßnahmen sind in einer zunehmend fragmentierten und instabilen Welt zu begrüßen. Auch wenn Nameshield seine Lösungen stets im Sinne eines souveränen europäischen Ansatzes vorangetrieben hat, ist dies eine Gelegenheit, daran zu erinnern, dass Domainnamen und das DNS zentrale Elemente der digitalen Strategie von Unternehmen sind. Der Aufbau von Souveränität erfordert eine fundierte Auswahl der Partner und die Einführung von Lösungen, die einer Politik der digitalen Unternehmenssouveränität dienen. Ein aktuelles Thema ist die Brand TLD, eine von Nameshield angebotene Lösung, die zu diesen Lösungen zählt.

Einführung von .PAY: Warum sollte man sich mit defensiven Registrierungen absichern?

Amazon Registry hat sein Ökosystem kürzlich mit der Einführung der Top Level Domain „.PAY“ erweitert – eine Chance für Unternehmen, die ihre Tätigkeit klarer mit Zahlungen, Vertrauen und Conversion in Verbindung bringen möchten.

Für wen ist die .PAY-Domain gedacht?

Die Top Level Domain .PAY richtet sich in erster Linie an Unternehmen, die Online-Zahlungsdienste oder sichere Kaufprozesse anbieten. Für das Bankwesen dürfte die Einführung der .PAY-Domain von großer Bedeutung sein, da die Endung direkt mit Zahlungsprozessen, der Glaubwürdigkeit digitaler Abläufe und der Prävention von Identitätsdiebstahl zusammenhängt.

Die .PAY-Endung könnte auch für Marken von Interesse sein, die sich einen digitalen Raum sichern möchten, der mit ihrer Identität im Einklang steht, um zu verhindern, dass Dritte diesen Namen nutzen, um fälschlicherweise Vertrauen zu erwecken.

Die .PAY: eine strategische Top Level Domain, die zahlreiche Herausforderungen mit sich bringt

Die Einführung von „.PAY“ ist ein wichtiger Schritt für Marken. Ein zentrales Ziel dabei ist es, zu verhindern, dass ein Domainname, der wie ein Zahlungsportal wirkt, von einem böswilligen Dritten genutzt wird.

Diese Top Level Domain dürfte für Marken besonders attraktiv sein, da sie den Domainnamen unmittelbar mit der Welt des Zahlungsverkehrs und damit mit Vertrauen, Sicherheit und der Kundenbeziehung in Verbindung bringt.

Angesichts der zunehmenden Online-Betrugsfälle kann eine Domain wie „marke.PAY“ die offizielle Markenkommunikation stärken. Registriert jedoch ein böswilliger Dritter diese Domain vor der Marke, könnte sie dazu missbraucht werden, Internetnutzer zu täuschen.

Die wichtigsten Termine für die Bewerbung um diese neue gTLD

Die Einführung der Top Level Domain .PAY hat bereits begonnen und wird in zwei Phasen ablaufen:

  • Vom 13. April 2026 bis zum 20. Juli 2026 findet die „Sunrise Phase“ statt.

Für diesen Zeitraum sind keine Einschränkungen vorgesehen, abgesehen davon, dass nur Marken, die bereits im Trademark Clearinghouse registriert sind, eine Registrierung beantragen können, sofern sie die .smd-Datei vorlegen, die zum Zeitpunkt der Anmeldung als technischer Legitimitätsnachweis dient.

Dieses kurze Zeitfenster erzeugt großen Zeitdruck für Markeninhaber. Sie müssen schnell ein schlüssiges und dokumentiertes Nutzungskonzept entwickeln, die Verfügbarkeit von Domains prüfen, wichtige Varianten berücksichtigen und vorsorglich Domains registrieren, bevor die Public Phase beginnt.

  • Vom 20. Juli 2026 bis zum 1. Februar 2027 beginnt dann die „Limited Registration Period“ (LPR), die jedoch nicht allen Unternehmen offensteht.

Sie richtet sich in erster Linie an alle, die Online-Zahlungstransaktionen über einen zugelassenen Dienstleister abwickeln. Konkret kann dies E-Commerce-Händler, Dienstleistungsplattformen, Fintechs oder jedes Unternehmen betreffen, dessen Webseite tatsächlich dazu dient, Zahlungen entgegenzunehmen, zu verarbeiten oder zu erleichtern.

Hinzu kommt eine weitere Auflage: Das Unternehmen muss sich verpflichten, die .PAY-Domain zu nutzen, ein nachvollziehbares Nutzungskonzept, das zur Tätigkeit der Website passt zu entwickeln und diese Domain nicht zu defensiven Zwecken zu registrieren, um sie anschließend ungenutzt zu lassen.

Derzeit ist noch nicht bekannt, wann die Phase der ‚General Availability‘ beginnt.

Die .PAY-Domain wird für Marken zu einer wichtigen Endung, denn sie steht an der Schnittstelle zwischen Online-Zahlungen, Kundenvertrauen und Betrugsbekämpfung. Da die Einführung zunächst durch eine „Sunrise Phase“ und anschließend durch eine „Limited Registration Period“ geregelt ist, kann jede Entscheidung bezüglich der Registrierung direkte Auswirkungen auf den Schutz der Markenidentität haben.

Nameshield unterstützt Unternehmen dabei, sensible Varianten frühzeitig zu erkennen und die passende Strategie gemeinsam mit Experten zu entwickeln. Warten Sie also nicht länger, kontaktieren Sie uns hier.

Nameshield ist auf der INTA vertreten – vom 2. bis 6. Mai 2026 in London

Nameshield freut sich darauf, Sie nächsten Monat in London auf einer Veranstaltung zum Thema geistiges Eigentum begrüßen zu dürfen

Diese neue Ausgabe der INTA findet dieses Jahr in London statt und erwartet mehr als 10.000 Besucher, darunter Unternehmensjuristen, politische Entscheidungsträger, Vertreter von Regierungsbehörden, Dienstleister und viele mehr. Diese Messe gilt als die weltweit wichtigste und einflussreichste Veranstaltung zum Thema geistiges Eigentum.

Dank zahlreicher geplanter Konferenzen bietet sich die Gelegenheit, viele wichtige Player an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Innovation und Politik zu treffen. Gemeinsam vermitteln sie eine konkrete Sicht aus der Praxis, die aus den Vorständen, den höchsten Gremien und der Industrie stammt.

Auf dem Programm stehen: gezielte Schulungssitzungen, Verhandlungen und internationale Austauschrunden sind ebenfalls vorgesehen. Neue Schlüsselthemen werden in diesem Jahr diskutiert und versprechen spannende Diskussionen: künstliche Intelligenz und die damit verbundenen Fragen zu Eigentumsrechten und Regulierung, sowie das Eigentum an Domainnamen und deren Governance im Internet.

Unsere Online-Markenschutz-Lösung und der Schutz von Domainnamen im Rampenlicht der INTA 2026

Die Teilnahme von Nameshield an der INTA 2026 hat es unserem Unternehmen ermöglicht, sein Engagement für den Schutz von Domainnamen zu bekräftigen. Obwohl sie allzu oft in den Hintergrund gedrängt werden, sind Domainnamen doch ein entscheidendes Glied im Online-Markenschutz, da sie oft das erste Einfallstor sind, um Traffic umzuleiten, Kunden zu täuschen oder betrügerische Inhalte zu verbreiten.

Bei dieser neuen Ausgabe freuen sich unsere Experten darauf, Sie am Stand 230 zu treffen, um Ihnen unsere strukturierte Lösung zur Bekämpfung von Betrug und Bedrohungen für Marken vorzustellen: Phishing, Cybersquatting, Identitätsdiebstahl…

Unser Angebot „Online Brand Protection“ ist eine konkrete Antwort auf die Risiken, die die Online-Präsenz von Unternehmen gefährden. Dieses Angebot ist ein echter Hebel, um Marken dabei zu helfen, den Missbrauch ihrer digitalen Identität vorherzusehen, zu erkennen und abzuwehren.

Durch die Kombination von Domain-Überwachung, Markenschutz und Online-Reputationsschutz ermöglicht dieser Ansatz, Missbräuche zu antizipieren, bevor sie zu Vertrauensverlusten oder geschäftlichen Einbußen führen.

Unsere Leistungskennzahlen im Bereich Online Brand Protection verdeutlichen unsere Expertise:

  • Erkennungsrate von missbräuchlichen und betrügerischen und betrügerischen Domainnamen von 99,97 %,
  • Erfolgsquote unserer Takedown-Maßnahmen von 99 %,
  • Führend bei der Einreichung von UDRP-Verfahren unter allen Schiedsstellen.

Hier mein Vorschlag: In einem digitalen Umfeld, in dem Angriffe immer gezielter werden, muss eine wirksame Strategie auf proaktives Monitoring setzen: Sie erkennt Missbrauch frühzeitig und ermöglicht gezielte Maßnahmen, bevor Schaden entsteht. Warten Sie also nicht länger und besuchen Sie uns am STAND 230!

Wenn Sie Fragen zu unseren Lösungen haben oder uns auf der INTA 2026 treffen möchten, zögern Sie nicht, uns über dieses Formular oder unter events@nameshield.net zu kontaktieren. Unsere Teams beantworten gerne Ihre Anfragen.

Einführung der Top Level Domain .LATINO: alles, was Sie wissen müssen

Die neue TLD „.LATINO“ startet im Mai mit einem klaren Versprechen: Während allgemeine Endungen oft austauschbar wirken, vermittelt eine .LATINO-Domain sofort eine klare Positionierung, Zielsetzung und fachliche Ausrichtung einer Marke.

An wen richtet sich diese Top Level Domain?

Die neue Top Level Domain .LATINO richtet sich in erster Linie an Unternehmen, Medien, Verbände, Content-Ersteller und Marken, die ein hispanisches oder lateinamerikanisches Publikum gezielter und wirkungsvoller erreichen möchten.

Sie eignet sich auch für kulturelle, künstlerische oder gemeinschaftliche Projekte, die eine klare Identität stärken und sich gleichzeitig von einer .com- oder .de-Endung differenzieren möchten, die manchmal zu allgemein gehalten sind.

Für Unternehmen, die ein speziell auf diesen Markt zugeschnittenes Angebot einführen, bieten .latino-Domains sofort Klarheit über die Positionierung. Sie stehen für eine klare Spezialisierung und stärken dadurch die Einprägsamkeit, das Vertrauen sowie ein einheitlicheres Markenbild im Vergleich zu klassischen Domainendungen.

Vorbereitung auf die Registrierung Ihrer .LATINO-Domain

Für jedes Unternehmen oder jede Organisation, die sich differenzieren und Glaubwürdigkeit aufbauen möchte, stellt der Launch-Zeitplan von „.LATINO“ eine hervorragende Gelegenheit dar, sich zu positionieren.

Diese Vergabe erfolgt in zwei Schritten, um interessierten Bewerbern eine strategische Priorität anzubieten:

  • Vom 12. Mai 2026 bis zum 11. Juni 2026 ermöglicht die „Sunrise Phase“ den betroffenen Inhabern, ihren Domainnamen vor der Konkurrenz zu sichern, was Marken einen entscheidenden Vorteil verschafft, die ihren Domainnamen unter .LATINO sichern möchten.
  • Ab dem 12. Juni 2026 wird die Phase der „General Availability (GA)“ den Zugang für alle öffnen und den allgemeinen Zugang zur Registrierung eröffnet, sofern der gewünschte Domainname noch verfügbar ist.

Wenn Sie Unterstützung bei der Registrierung einer .LATINO-Domain benötigen oder mehr über die Vorteile für Ihre Marke erfahren möchten, lohnt sich ein genauerer Blick auf diese neue Top Level Domain.

Kontaktieren Sie das Nameshield-Team und wir beantworten gerne Ihre Anfrage.

ICANN85: Zeitplan für die nächste Runde neuer Domainendungen steht fest

ICANN ist regelmäßig in Asien zu Gast. Dennoch liegt das letzte Treffen in Indien bereits zehn Jahre zurück (ICANN57). Nach Hyderabad im Jahr 2016 fand der 85. Gipfel nun vom 7. bis 12. März in Mumbai statt. Die Wirtschaftsmetropole war damit erneut Gastgeber – nur sieben Wochen vor Öffnung des Bewerbungsfensters für neue Domainendungen. Gleichzeitig war das Treffen von einer angespannten geopolitischen Lage geprägt, insbesondere durch die Militärschläge im Iran und im Libanon.

Trotz geopolitischer Lage: stabile Teilnahme

Laut ICANN nahmen 1.407 Personen aus 112 Ländern vor Ort teil – ein Wert im üblichen Rahmen. Gleichzeitig wirkten viele Sitzungen weniger gut besucht als sonst. Insgesamt fanden rund 200 Veranstaltungen statt.

Ein Grund dafür dürften die Auswirkungen der militärischen Entwicklungen im Iran gewesen sein. Flugausfälle in der Region erschwerten die Anreise. Viele Teilnehmer entschieden sich deshalb für eine virtuelle Teilnahme oder reisten früher ab.

Eröffnung zwischen Ernst und Arbeitsfokus

Die Vorstandsvorsitzende Tripti Sinha verwies in ihrer Eröffnungsrede auf ihre Herkunft aus Maharashtra, dessen Hauptstadt Mumbai ist. Sie sprach auch die globale Lage an und betonte, dass die ICANN85 „in einer Zeit tiefen Leids“ stattfinde.

Gleichzeitig hob sie hervor, was die Gemeinschaft verbindet. Dazu zitierte sie ein Sanskrit-Sprichwort: „Die Welt ist eine einzige Familie“. Dieses spiegele den ICANN-Leitsatz „Eine Welt, ein Internet“ wider.

Inhaltlich stellte sie drei zentrale Themen in den Mittelpunkt:

  • Abschluss der WSIS+20-Überprüfung und die Rolle des Multi-Stakeholder-Modells
  • Rechenschaftspflicht und Transparenz im Rahmen der laufenden ICANN-Überprüfung
  • Start der neuen Bewerbungsrunde für Domainendungen

Beim letzten Punkt erinnerte sie daran, dass dieser Schritt das Ergebnis jahrelanger Arbeit sei.

ICANN-Präsident Kurtis Lindqvist ergänzte weitere Themen. Dazu zählen verbindliche Fristen für dringende Zugriffsanfragen auf Registrierungsdaten, Fortschritte bei Authentifizierungstechnologien sowie Maßnahmen gegen DNS-Missbrauch.

Zeitplan für die nächste Runde bestätigt

Acht Sitzungen beschäftigten sich mit der kommenden Bewerbungsrunde. Dabei wurden die wichtigsten Termine konkretisiert:

  • 30. April – 12. August 2026: Einreichung der Bewerbungen
  • Bis Anfang Oktober 2026: Administrative Prüfung durch die ICANN
  • Mitte Oktober: „Reveal Day“ – Veröffentlichung aller gültigen Bewerbungen
  • Bis Anfang November: Fenster für den Austausch von Zeichenfolgen. Hierbei handelt es sich um einen neuen Mechanismus, der es Antragstellern, die dieselbe oder als ähnlich angesehene Endungen beantragt haben, ermöglicht, ihre ursprüngliche Zeichenfolge aufzugeben und auf eine in ihren Unterlagen angegebene Ersatzzeichenfolge umzusteigen. Antragsteller für „Dot-Brand“-Endungen können sich dafür entscheiden, ihrer Marke einen Begriff hinzuzufügen, der den in ihrer eingetragenen Marke angegebenen Waren und Dienstleistungen entspricht. Das Austauschfenster soll 14 Tage dauern. Die ICANN hofft, auf diese Weise Streitigkeiten zwischen Bewerbern zu reduzieren, die identische oder zu ähnliche Endungen beantragen.
  • Mitte November: „String Confirmation Day“ – finale Liste der Bewerbungen
  • November 2026 – Februar 2027: Feedback- und Einspruchsphase (104 Tage)

Parallel dazu ist für Mitte Dezember eine Auslosung geplant, die die Reihenfolge der Bearbeitung festlegt – ähnlich wie 2012.

Im Juni 2027 sollen erste Bewertungsberichte zu Ähnlichkeiten zwischen Endungen vorliegen. Anschließend folgt eine 30-tägige Einspruchsfrist.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 werden Streitfälle geklärt und Bewerbungen final geprüft. Danach können Verträge geschlossen und erste Endungen in die Root-Zone aufgenommen werden.

ICANN weist darauf hin, dass sich der Zeitplan je nach Anzahl der Bewerbungen ändern kann. Nach eigenen Angaben ist die Organisation jedoch auf ein Volumen ähnlich wie 2012 vorbereitet (rund 2.000 Bewerbungen).

Neue Tools für die Bewerbungsrunde

Zwei zentrale Elemente standen ebenfalls im Fokus: das Bewerbungsportal und der Registry-Vertrag.

Das frühere TAS-System wird durch das neue TAMS (TLD Application Management System) ersetzt. Dieses Portal befindet sich derzeit in der Testphase. Ziel ist es, die Stabilität und Funktionalität sicherzustellen. Einige Teilnehmer kritisierten den späten Zeitpunkt der Vorstellung. Zudem fehlen bestimmte Funktionen, etwa der Export von Daten.

Der neue Registry-Vertrag wurde während der Abschlusssitzung vom ICANN-Vorstand genehmigt. Damit ist ein weiteres Schlüsselelement für zukünftige Betreiber festgelegt.

Geopolitik und DNS-Missbrauch bleiben zentrale Themen

Auch übergreifende Themen spielten eine Rolle. In verschiedenen Sitzungen ging es um die Widerstandsfähigkeit des Internets. Diskutiert wurde unter anderem, wie das DNS-System globale Störungen verkraften kann – etwa Ausfälle in Cloud-Infrastrukturen, Energieversorgung oder Lieferketten.

Eine Umfrage unter Teilnehmern zeigte:
38 % sehen die größte Schwäche in der fehlenden sektorübergreifenden Koordination, etwa mit Energie-, Telekommunikations- oder Finanzsektor.

Weitere Herausforderungen:

  • Sicherstellung der operativen Compliance unter schwierigen globalen Bedingungen
  • Umgang mit regionalen Fragmentierungen des Internets
  • faire Teilnahmebedingungen trotz internationaler Sanktionen

Beim Thema DNS-Missbrauch fiel die Bilanz gemischt aus. Die vor zwei Jahren eingeführten Vertragsänderungen zeigen Wirkung, lösen das Problem aber nicht vollständig.

Neu gestartet wurde ein Prozess zur Entwicklung von „Associated Domain Checks“. Dieser Mechanismus soll Registrare verpflichten, zusammenhängende Domains zu prüfen, wenn eine bösartige Domain entdeckt wird. Ziel ist es, Netzwerke für Phishing, Botnets oder Malware schneller zu erkennen.

Endspurt für Bewerber

Weniger als fünf Wochen vor Start der Bewerbungsphase wird die Zeit knapp. Unternehmen müssen jetzt entscheiden:

  • Ob sie sich bewerben wollen
  • Welche Endung sinnvoll ist
  • Ob Alternativen notwendig sind
  • Welche Budgets und Partner eingeplant werden

Das Bewerbungsfenster schließt bereits nach wenigen Monaten. Gleichzeitig umfasst der Antrag rund 225 Unterpunkte – Vorbereitung ist daher entscheidend.

Nameshield unterstützt Unternehmen dabei, den Prozess strukturiert umzusetzen – von der Vorbereitung bis zur Delegierung der Endung. Auch danach begleitet das Unternehmen den Betrieb und die Einhaltung regulatorischer Anforderungen.

Die wichtigste Erkenntnis aus der ICANN85:
Nicht bis zur letzten Minute warten – jetzt handeln.