Die EU-Cybersicherheitsrichtlinie NIS2 ist mittlerweile in 19 Mitgliedstaaten umgesetzt. Ihr Ziel: das Cybersicherheitsniveau in der Union zu stärken und Instanzen, die für digitale Infrastrukturen als kritisch gelten, stärker in die Pflicht zu nehmen. Anders als die erste NIS-Richtlinie schließt der Text nun ausdrücklich DNS-Betreiber und Domainnamen ein.
In Deutschland ist die Umsetzung seit dem 6. Dezember 2025 in Kraft – mit spürbaren Folgen für DENIC, die Vergabestelle der .DE-Domain. Mit knapp 18 Millionen aktiven Domainnamen ist .DE nach .CN die weltweit bedeutendste Länderdomain (ccTLD); Anpassungen hier haben entsprechendes Gewicht.
Wie andere Registry-Betreiber hat auch DENIC konkrete Maßnahmen ergriffen – insbesondere im Vergleich zu jenen, die EU-Länderdomains (ccTLDs) verwalten –, um die Qualität der Registrierungsdaten zu verbessern und Missbrauch einzudämmen. Registrare, die für .DE akkreditiert sind, müssen künftig prüfen, ob der angegebene Domaininhaber tatsächlich der Person oder Organisation entspricht, als die er sich ausgibt – etwa durch Identifikationsdaten oder Anschriftsnachweise. Bei Audits oder gezielten Kontrollen hat der Inhaber je nach Kontext sieben bis dreißig Tage Zeit, die angeforderten Nachweise einzureichen. Kommt er dem nicht nach, kann die Domain deaktiviert und gelöscht werden. DENIC behält sich außerdem vor, Domainnamen mit Missbrauchsverdacht zu sperren oder gar nicht erst zu aktivieren.
Diese Maßnahmen sind mehr als bloße Richtlinienkonformität: Sie spiegeln den Willen von DENIC wider, .DE als vertrauenswürdige Endung zu positionieren und Phishing, Spam sowie betrügerische Kampagnen zurückzudrängen.
Darüber hinaus entwickelt die ICANN neue Richtlinien für generische Domainendungen in diesem Bereich. Das ist ein bemerkenswerter Wandel – denn DENIC war bislang für einen vergleichsweise offenen, wenig restriktiven Umgang mit der Inhaberprüfung bekannt.
Die Entwicklung steht im Einklang mit einer wachsenden Zahl akademischer Studien und Fachberichte zum DNS-Missbrauch, die einen direkten Zusammenhang zwischen Datenqualität, Identitätsprüfung und Missbrauchsrate belegen. Auswertungen im Rahmen des ICANN-Projekts DAAR (Domain Abuse Activity Reporting) zeigen: TLDs mit strengeren Registrierungskontrollen weisen deutlich geringere Anteile an in Missbrauch verwickelten Domains auf als solche mit liberaleren Richtlinien. Auch auf Ebene der generischen Endungen treibt die ICANN entsprechende neue Regelwerke voran.
Nameshield ist ein europäischer Anbieter mit Fokus auf digitale Souveränität – spezialisiert auf den Schutz strategischer Domainnamen, DNS und zugehörige Dienste. Seit rund dreißig Jahren bei DENIC akkreditiert, setzt Nameshield auf ein hohes Sicherheits- und Qualitätsniveau als Grundlage der NIS2-Compliance. Im Zuge der neuen Anforderungen hat Nameshield die Inhaberidentifikation für .DE-Domains sowie für eine wachsende Zahl weiterer Endungen verstärkt, deren Registries zusätzliche NIS2-bezogene Maßnahmen eingefordert haben. Für weitere Informationen stehen Ihnen Ihre Kundenbetreuer gerne zur Verfügung – unsere Vertriebsteams helfen Ihnen dabei, die beste Strategie zum Schutz Ihrer digitalen Assets zu entwickeln.
Am 26. und 27. Mai 2026 fand in Brüssel die 19. Ausgabe des European Dialogue on Internet Governance (EuroDIG) statt. Veranstaltungsort war das Charlemagne-Gebäude der Europäischen Kommission. Organisiert wurde die Konferenz von EURid, der Verwaltungsstelle der europäischen Top-Level-Domain .eu. Die diesjährige Ausgabe stand ganz im Zeichen des 20-jährigen Jubiläums der Einführung der Domain .eu. Unter dem Motto „European Voices for the Future of the Internet“ kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Internet-Governance-Organisationen, der Tech-Industrie, der Forschung sowie der Zivilgesellschaft zusammen. Im Mittelpunkt standen die großen Herausforderungen der digitalen Zukunft Europas, über die in verschiedenen Formaten diskutiert wurde.
Die EuroDIG fand dieses Jahr im Gebäude der Europäischen Kommission statt.
Die zweitägige Tagung begann mit einem Thema, das im aktuellen geopolitischen Kontext von entscheidender Bedeutung ist: dem europäischen digitalen Backbone. Damit sind die kritischen digitalen Infrastrukturen gemeint, die die Europäische Union aufbauen oder zusammenführen möchte, um ihre Abhängigkeit von US-amerikanischen und chinesischen Tech-Giganten zu verringern. Dazu zählen Glasfaser- und Unterseekabelnetze, Cloud-Infrastrukturen, Rechenzentren, KI-Systeme, Internetverbindungen, Cybersicherheitslösungen, Datenplattformen und digitale Dienste.
Im Zentrum standen zwei europäische Initiativen:
das Gaia-X-Projekt
die neuere Initiative EuroStack
Beide verfolgen das Ziel, ein souveränes und widerstandfähiges digitales Ökosystem in Europa zu schaffen.
Gaia-X soll eine sichere, interoperable Cloud- und Dateninfrastruktur schaffen, die europäischen Standards entspricht und eine gemeinsame Nutzung ermöglicht. EuroStack geht noch weiter und zielt darauf ab, einen umfassenden europäischen Technologie-Stack aufzubauen, der die EU in mehreren Schlüsselbereichen unabhängiger macht: Halbleiter, Konnektivität, Cloud, KI, Plattformen, Software, digitale Identitäten, öffentliche digitale Dienste und Cybersicherheit.
Zur Unterstützung dieser Vorhaben und zur Stärkung des regulatorischen Rahmens stellte Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie, das sogenannte „Tech Sovereignty Package“ vor. Dieses sektorübergreifende Gesetzgebungs- und Industriepaket soll die technologische Autonomie der Europäischen Union in besonders sensiblen digitalen Bereichen stärken.
Die zentralen Themen des Forums – darunter souveräne Cloud-Lösungen, vertrauenswürdige KI, Infrastruktursicherheit, Cybersicherheit, europäische digitale Identität sowie Daten-Governance und strategische Autonomie – spiegeln die Prioritäten dieses Pakets direkt wider. Virkkunen betonte zudem, dass die Kontrolle über Daten ein zentraler Baustein digitaler Souveränität sei, und sprach sich für eine Speicherung bei europäischen Anbietern innerhalb der EU aus. Dies ist besonders relevant, wenn man bedenkt, dass rund 70 Prozent des weltweiten Cloud-Markts derzeit von Amazon, Google und Microsoft kontrolliert werden.
Henna Virkkunen, Executive Vice President für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie.
Im Bereich der Quantentechnologien wurden aktuelle Forschungsthemen und technologische Fortschritte vorgestellt. Die EU investiert hier insbesondere über das seit 2018 laufende Förderprogramm „EU Quantum Flagship“ in die Forschung.
Im Bereich der Künstlichen Intelligenz stand vor allem der Wunsch nach souveränen KI-Systemen im Mittelpunkt. Gleichzeitig wurde betont, dass diese Technologie, die in unserem Alltag immer stärker präsent ist, kritisch begleitet werden sollte.
Europa hat sich auch mit der Domain .eu entwickelt und feierte deren 20-jähriges Jubiläum.
EuroDIG machte deutlich, dass die EU in vielen Bereichen die Initiative ergreift, um Europa in einer unsicheren Welt widerstandsfähiger zu machen und seine Eigenständigkeit im Bereich der Internettechnologien zu stärken. Diese Initiativen müssen jedoch von den Mitgliedstaaten und den Bürgerinnen und Bürgern, aus denen sich die Europäische Union zusammensetzt, aktiv getragen und weiterentwickelt werden.
Zu den Erfolgen, die in der europäischen Öffentlichkeit gut aufgenommen wurden, zählt unter anderem die paneuropäische digitale Identität sowie die .eu-Domain. Diese wurde am 7. Dezember 2005 eingeführt und zählt heute rund 3,8 Millionen registrierte Domains bei einer Verlängerungsrate von etwa 81 Prozent – ein Zeichen für eine stabile und treue Nutzerbasis. Die Endung gehört damit weltweit zu den zehn größten geografischen Top-Level-Domains (ccTLDs) und ist dank der Varianten .ею (kyrillisch) und .ευ (griechisch) auch in den verschiedenen Schriftsystemen der EU verfügbar.
Peter Janssen, General Manager von EURid, betonte den Grundgedanken der .eu-Domain: „Die .EU steht für einen offenen, sicheren und den demokratischen Werten verpflichteten Namensraum im Internet.“
EuroDIG wies darauf hin, dass das europäische Internet sowohl in Bezug auf die Infrastruktur als auch auf technologischer Ebene nach wie vor stark von Drittstaaten abhängig ist und dass die Lösung auch nicht in einer geografischen Abschottung liegt. Das gestiegene Bewusstsein sowie die verschiedenen aktuellen Initiativen und Maßnahmen sind in einer zunehmend fragmentierten und instabilen Welt zu begrüßen. Auch wenn Nameshield seine Lösungen stets im Sinne eines souveränen europäischen Ansatzes vorangetrieben hat, ist dies eine Gelegenheit, daran zu erinnern, dass Domainnamen und das DNS zentrale Elemente der digitalen Strategie von Unternehmen sind.Der Aufbau von Souveränität erfordert eine fundierte Auswahl der Partner und die Einführung von Lösungen, die einer Politik der digitalen Unternehmenssouveränität dienen. Ein aktuelles Thema ist die Brand TLD, eine von Nameshield angebotene Lösung, die zu diesen Lösungen zählt.
Amazon Registry hat sein Ökosystem kürzlich mit der Einführung der Top Level Domain „.PAY“ erweitert – eine Chance für Unternehmen, die ihre Tätigkeit klarer mit Zahlungen, Vertrauen und Conversion in Verbindung bringen möchten.
Für wen ist die .PAY-Domain gedacht?
Die Top Level Domain .PAY richtet sich in erster Linie an Unternehmen, die Online-Zahlungsdienste oder sichere Kaufprozesse anbieten. Für das Bankwesen dürfte die Einführung der .PAY-Domain von großer Bedeutung sein, da die Endung direkt mit Zahlungsprozessen, der Glaubwürdigkeit digitaler Abläufe und der Prävention von Identitätsdiebstahl zusammenhängt.
Die .PAY-Endung könnte auch für Marken von Interesse sein, die sich einen digitalen Raum sichern möchten, der mit ihrer Identität im Einklang steht, um zu verhindern, dass Dritte diesen Namen nutzen, um fälschlicherweise Vertrauen zu erwecken.
Die .PAY: eine strategische Top Level Domain, die zahlreiche Herausforderungen mit sich bringt
Die Einführung von „.PAY“ ist ein wichtiger Schritt für Marken. Ein zentrales Ziel dabei ist es, zu verhindern, dass ein Domainname, der wie ein Zahlungsportal wirkt, von einem böswilligen Dritten genutzt wird.
Diese Top Level Domain dürfte für Marken besonders attraktiv sein, da sie den Domainnamen unmittelbar mit der Welt des Zahlungsverkehrs und damit mit Vertrauen, Sicherheit und der Kundenbeziehung in Verbindung bringt.
Angesichts der zunehmenden Online-Betrugsfälle kann eine Domain wie „marke.PAY“ die offizielle Markenkommunikation stärken. Registriert jedoch ein böswilliger Dritter diese Domain vor der Marke, könnte sie dazu missbraucht werden, Internetnutzer zu täuschen.
Die wichtigsten Termine für die Bewerbung um diese neue gTLD
Die Einführung der Top Level Domain .PAY hat bereits begonnen und wird in zwei Phasen ablaufen:
Vom 13. April 2026 bis zum 13. Mai 2026 findet die „Sunrise Phase“ statt.
Für diesen Zeitraum sind keine Einschränkungen vorgesehen, abgesehen davon, dass nur Marken, die bereits im Trademark Clearinghouse registriert sind, eine Registrierung beantragen können, sofern sie die .smd-Datei vorlegen, die zum Zeitpunkt der Anmeldung als technischer Legitimitätsnachweis dient.
Dieses kurze Zeitfenster erzeugt großen Zeitdruck für Markeninhaber. Sie müssen schnell ein schlüssiges und dokumentiertes Nutzungskonzept entwickeln, die Verfügbarkeit von Domains prüfen, wichtige Varianten berücksichtigen und vorsorglich Domains registrieren, bevor die Public Phase beginnt.
Vom 13. Mai 2026 bis zum 1. Februar 2027 beginnt dann die „Limited Registration Period“ (LPR), die jedoch nicht allen Unternehmen offensteht.
Sie richtet sich in erster Linie an alle, die Online-Zahlungstransaktionen über einen zugelassenen Dienstleister abwickeln. Konkret kann dies E-Commerce-Händler, Dienstleistungsplattformen, Fintechs oder jedes Unternehmen betreffen, dessen Webseite tatsächlich dazu dient, Zahlungen entgegenzunehmen, zu verarbeiten oder zu erleichtern.
Hinzu kommt eine weitere Auflage: Das Unternehmen muss sich verpflichten, die .PAY-Domain zu nutzen, ein nachvollziehbares Nutzungskonzept, das zur Tätigkeit der Website passt zu entwickeln und diese Domain nicht zu defensiven Zwecken zu registrieren, um sie anschließend ungenutzt zu lassen.
Derzeit ist noch nicht bekannt, wann die Phase der ‚General Availability‘ beginnt.
Die .PAY-Domain wird für Marken zu einer wichtigen Endung, denn sie steht an der Schnittstelle zwischen Online-Zahlungen, Kundenvertrauen und Betrugsbekämpfung. Da die Einführung zunächst durch eine „Sunrise Phase“ und anschließend durch eine „Limited Registration Period“ geregelt ist, kann jede Entscheidung bezüglich der Registrierung direkte Auswirkungen auf den Schutz der Markenidentität haben.
Nameshield unterstützt Unternehmen dabei, sensible Varianten frühzeitig zu erkennen und die passende Strategie gemeinsam mit Experten zu entwickeln. Warten Sie also nicht länger, kontaktieren Sie uns hier.
Die neue TLD „.LATINO“ startet im Mai mit einem klaren Versprechen: Während allgemeine Endungen oft austauschbar wirken, vermittelt eine .LATINO-Domain sofort eine klare Positionierung, Zielsetzung und fachliche Ausrichtung einer Marke.
An wen richtet sich diese Top Level Domain?
Die neue Top Level Domain .LATINO richtet sich in erster Linie an Unternehmen, Medien, Verbände, Content-Ersteller und Marken, die ein hispanisches oder lateinamerikanisches Publikum gezielter und wirkungsvoller erreichen möchten.
Sie eignet sich auch für kulturelle, künstlerische oder gemeinschaftliche Projekte, die eine klare Identität stärken und sich gleichzeitig von einer .com- oder .de-Endung differenzieren möchten, die manchmal zu allgemein gehalten sind.
Für Unternehmen, die ein speziell auf diesen Markt zugeschnittenes Angebot einführen, bieten .latino-Domains sofort Klarheit über die Positionierung. Sie stehen für eine klare Spezialisierung und stärken dadurch die Einprägsamkeit, das Vertrauen sowie ein einheitlicheres Markenbild im Vergleich zu klassischen Domainendungen.
Vorbereitung auf die Registrierung Ihrer .LATINO-Domain
Für jedes Unternehmen oder jede Organisation, die sich differenzieren und Glaubwürdigkeit aufbauen möchte, stellt der Launch-Zeitplan von „.LATINO“ eine hervorragende Gelegenheit dar, sich zu positionieren.
Diese Vergabe erfolgt in zwei Schritten, um interessierten Bewerbern eine strategische Priorität anzubieten:
Vom 12. Mai 2026 bis zum 11. Juni 2026 ermöglicht die „Sunrise Phase“ den betroffenen Inhabern, ihren Domainnamen vor der Konkurrenz zu sichern, was Marken einen entscheidenden Vorteil verschafft, die ihren Domainnamen unter .LATINO sichern möchten.
Ab dem 12. Juni 2026 wird die Phase der „General Availability (GA)“ den Zugang für alle öffnen und den allgemeinen Zugang zur Registrierung eröffnet, sofern der gewünschte Domainname noch verfügbar ist.
Wenn Sie Unterstützung bei der Registrierung einer .LATINO-Domain benötigen oder mehr über die Vorteile für Ihre Marke erfahren möchten, lohnt sich ein genauerer Blick auf diese neue Top Level Domain.
ICANN ist regelmäßig in Asien zu Gast. Dennoch liegt das letzte Treffen in Indien bereits zehn Jahre zurück (ICANN57). Nach Hyderabad im Jahr 2016 fand der 85. Gipfel nun vom 7. bis 12. März in Mumbai statt. Die Wirtschaftsmetropole war damit erneut Gastgeber – nur sieben Wochen vor Öffnung des Bewerbungsfensters für neue Domainendungen. Gleichzeitig war das Treffen von einer angespannten geopolitischen Lage geprägt, insbesondere durch die Militärschläge im Iran und im Libanon.
Trotz geopolitischer Lage: stabile Teilnahme
Laut ICANN nahmen 1.407 Personen aus 112 Ländern vor Ort teil – ein Wert im üblichen Rahmen. Gleichzeitig wirkten viele Sitzungen weniger gut besucht als sonst. Insgesamt fanden rund 200 Veranstaltungen statt.
Ein Grund dafür dürften die Auswirkungen der militärischen Entwicklungen im Iran gewesen sein. Flugausfälle in der Region erschwerten die Anreise. Viele Teilnehmer entschieden sich deshalb für eine virtuelle Teilnahme oder reisten früher ab.
Eröffnung zwischen Ernst und Arbeitsfokus
Die Vorstandsvorsitzende Tripti Sinha verwies in ihrer Eröffnungsrede auf ihre Herkunft aus Maharashtra, dessen Hauptstadt Mumbai ist. Sie sprach auch die globale Lage an und betonte, dass die ICANN85 „in einer Zeit tiefen Leids“ stattfinde.
Gleichzeitig hob sie hervor, was die Gemeinschaft verbindet. Dazu zitierte sie ein Sanskrit-Sprichwort: „Die Welt ist eine einzige Familie“. Dieses spiegele den ICANN-Leitsatz „Eine Welt, ein Internet“ wider.
Inhaltlich stellte sie drei zentrale Themen in den Mittelpunkt:
Abschluss der WSIS+20-Überprüfung und die Rolle des Multi-Stakeholder-Modells
Rechenschaftspflicht und Transparenz im Rahmen der laufenden ICANN-Überprüfung
Start der neuen Bewerbungsrunde für Domainendungen
Beim letzten Punkt erinnerte sie daran, dass dieser Schritt das Ergebnis jahrelanger Arbeit sei.
ICANN-Präsident Kurtis Lindqvist ergänzte weitere Themen. Dazu zählen verbindliche Fristen für dringende Zugriffsanfragen auf Registrierungsdaten, Fortschritte bei Authentifizierungstechnologien sowie Maßnahmen gegen DNS-Missbrauch.
Zeitplan für die nächste Runde bestätigt
Acht Sitzungen beschäftigten sich mit der kommenden Bewerbungsrunde. Dabei wurden die wichtigsten Termine konkretisiert:
30. April – 12. August 2026: Einreichung der Bewerbungen
Bis Anfang Oktober 2026: Administrative Prüfung durch die ICANN
Mitte Oktober: „Reveal Day“ – Veröffentlichung aller gültigen Bewerbungen
Bis Anfang November: Fenster für den Austausch von Zeichenfolgen. Hierbei handelt es sich um einen neuen Mechanismus, der es Antragstellern, die dieselbe oder als ähnlich angesehene Endungen beantragt haben, ermöglicht, ihre ursprüngliche Zeichenfolge aufzugeben und auf eine in ihren Unterlagen angegebene Ersatzzeichenfolge umzusteigen. Antragsteller für „Dot-Brand“-Endungen können sich dafür entscheiden, ihrer Marke einen Begriff hinzuzufügen, der den in ihrer eingetragenen Marke angegebenen Waren und Dienstleistungen entspricht. Das Austauschfenster soll 14 Tage dauern. Die ICANN hofft, auf diese Weise Streitigkeiten zwischen Bewerbern zu reduzieren, die identische oder zu ähnliche Endungen beantragen.
Mitte November: „String Confirmation Day“ – finale Liste der Bewerbungen
November 2026 – Februar 2027: Feedback- und Einspruchsphase (104 Tage)
Parallel dazu ist für Mitte Dezember eine Auslosung geplant, die die Reihenfolge der Bearbeitung festlegt – ähnlich wie 2012.
Im Juni 2027 sollen erste Bewertungsberichte zu Ähnlichkeiten zwischen Endungen vorliegen. Anschließend folgt eine 30-tägige Einspruchsfrist.
Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 werden Streitfälle geklärt und Bewerbungen final geprüft. Danach können Verträge geschlossen und erste Endungen in die Root-Zone aufgenommen werden.
ICANN weist darauf hin, dass sich der Zeitplan je nach Anzahl der Bewerbungen ändern kann. Nach eigenen Angaben ist die Organisation jedoch auf ein Volumen ähnlich wie 2012 vorbereitet (rund 2.000 Bewerbungen).
Neue Tools für die Bewerbungsrunde
Zwei zentrale Elemente standen ebenfalls im Fokus: das Bewerbungsportal und der Registry-Vertrag.
Das frühere TAS-System wird durch das neue TAMS (TLD Application Management System) ersetzt. Dieses Portal befindet sich derzeit in der Testphase. Ziel ist es, die Stabilität und Funktionalität sicherzustellen. Einige Teilnehmer kritisierten den späten Zeitpunkt der Vorstellung. Zudem fehlen bestimmte Funktionen, etwa der Export von Daten.
Der neue Registry-Vertrag wurde während der Abschlusssitzung vom ICANN-Vorstand genehmigt. Damit ist ein weiteres Schlüsselelement für zukünftige Betreiber festgelegt.
Geopolitik und DNS-Missbrauch bleiben zentrale Themen
Auch übergreifende Themen spielten eine Rolle. In verschiedenen Sitzungen ging es um die Widerstandsfähigkeit des Internets. Diskutiert wurde unter anderem, wie das DNS-System globale Störungen verkraften kann – etwa Ausfälle in Cloud-Infrastrukturen, Energieversorgung oder Lieferketten.
Eine Umfrage unter Teilnehmern zeigte: 38 % sehen die größte Schwäche in der fehlenden sektorübergreifenden Koordination, etwa mit Energie-, Telekommunikations- oder Finanzsektor.
Weitere Herausforderungen:
Sicherstellung der operativen Compliance unter schwierigen globalen Bedingungen
Umgang mit regionalen Fragmentierungen des Internets
faire Teilnahmebedingungen trotz internationaler Sanktionen
Beim Thema DNS-Missbrauch fiel die Bilanz gemischt aus. Die vor zwei Jahren eingeführten Vertragsänderungen zeigen Wirkung, lösen das Problem aber nicht vollständig.
Neu gestartet wurde ein Prozess zur Entwicklung von „Associated Domain Checks“. Dieser Mechanismus soll Registrare verpflichten, zusammenhängende Domains zu prüfen, wenn eine bösartige Domain entdeckt wird. Ziel ist es, Netzwerke für Phishing, Botnets oder Malware schneller zu erkennen.
Endspurt für Bewerber
Weniger als fünf Wochen vor Start der Bewerbungsphase wird die Zeit knapp. Unternehmen müssen jetzt entscheiden:
Ob sie sich bewerben wollen
Welche Endung sinnvoll ist
Ob Alternativen notwendig sind
Welche Budgets und Partner eingeplant werden
Das Bewerbungsfenster schließt bereits nach wenigen Monaten. Gleichzeitig umfasst der Antrag rund 225 Unterpunkte – Vorbereitung ist daher entscheidend.
Nameshield unterstützt Unternehmen dabei, den Prozess strukturiert umzusetzen – von der Vorbereitung bis zur Delegierung der Endung. Auch danach begleitet das Unternehmen den Betrieb und die Einhaltung regulatorischer Anforderungen.
Die wichtigste Erkenntnis aus der ICANN85: Nicht bis zur letzten Minute warten – jetzt handeln.
Unter den offenen Fragen rund um das neue Bewerbungsfenster für neue generische Domains haben sich viele von uns gefragt, wann die ICANN, die Internet-Verwaltungsbehörde, einen genauen Termin für den ersten Tag der Einreichung künftiger Bewerbungsunterlagen bekannt geben würde.
Die Ankündigung erschien in einem Artikel im ICANN-Blog, verfasst von Kurtis Linqvist, dem Präsidenten und CEO der ICANN. Darin heißt es, dass 2025 ein Jahr bemerkenswerter Fortschritte bei der Umsetzung des Programms für neue generische Top-Level-Domains war, mit dem das Ziel verfolgt wird, 14 Jahre nach dem letzten Mal ein neues Bewerbungsfenster zu öffnen. Einer der entscheidenden Schritte war die Veröffentlichung des Leitfadens für Bewerber am 16. Dezember 2025. Der Leitfaden für Bewerber, ein Referenzdokument für zukünftige Bewerbungen, wurde vom ICANN-Vorstand auf der letzten öffentlichen Sitzung des ICANN84-Gipfels in Dublin genehmigt.
Kurtis Linqvist erklärt, dass sich die Bemühungen nun auf die letzte Phase der Umsetzung des Programms konzentrieren: „Wir haben uns nun verpflichtet, den Zyklus am 30. April 2026 zu eröffnen”. Die Frist für die Einreichung vollständiger Bewerbungsunterlagen beginnt somit am Donnerstag, dem 30. April, und dauert 12 bis 15 Wochen, also möglicherweise bis Juli oder sogar Anfang August. Danach ist es zu spät. Unentschlossene und Nachzügler müssen auf eine zukünftige Gelegenheit warten, die sich vielleicht in 14 Jahren wieder ergibt, wer weiß?
Zu den weiteren bemerkenswerten Ereignissen zum Jahresende 2025 gehört, dass die Frist für die Einreichung von Anträgen auf Unterstützung durch das Applicant Support Program am 19. Dezember abgelaufen ist. Dieses Programm zielt darauf ab, wirtschaftliche und technische Zugangsbarrieren abzubauen, um die globale Beteiligung und Vielfalt der Bewerber für neue Domain-Endungen zu erhöhen. Aus den von der ICANN bereitgestellten Daten geht hervor, dass 75 Bewerbungen aus den fünf ICANN-Regionen eingegangen sind:
10 Bewerbungen aus Afrika,
38 aus dem asiatisch-pazifischen Raum,
1 aus Lateinamerika und der Karibik,
6 aus Europa und
20 aus Nordamerika.
Im Jahr 2012 gingen für dieses damals brandneue Programm nur drei Anträge ein. Diese ersten Indikatoren zeigen, dass die Region Asien-Pazifik, die derzeit die dynamischste auf dem Domainnamenmarkt ist, auch großes Interesse an der nächsten Reihe neuer Top Level Domains zu haben scheint. Im Jahr 2012 verteilten sich die 1930 während des Bewerbungszeitraums eingereichten Bewerbungen wie folgt:
Nordamerika: 911 Bewerbungen,
Europa: 675 Bewerbungen,
Asien-Pazifik: 303 Bewerbungen,
Lateinamerika und Karibik: 24 Bewerbungen,
Afrika: 17 Bewerbungen.
Schätzungen zufolge betrafen etwa 34 % davon Bewerbungen für Marken-Endungen, sogenannte Brand TLDs.
Wie wird es 2026 aussehen? Die Antworten werden im kommenden Herbst auf dem „Reveal Day” und dem „String Confirmation Day” der ICANN bekannt gegeben.
dot MOBILE – Die neue Top Level Domain .MOBILE wurde eingeführt
Am 17. November 2025 wurde die .MOBILE-Top Level Domain für die Registrierung freigegeben und eröffnet neue Möglichkeiten für eine Vielzahl von Akteuren – darunter Unternehmen und Marken, die online sichtbar sein möchten, über E-Commerce-Plattformen, aber auch ganz allgemein für die gesamte Mobilbranche. Das Universum der Domainnamen erweitert sich somit erneut und bietet eine Chance, die für alle digitalen Player interessant sein wird. Jede Organisation, die ihre mobilen Dienste von ihrer Hauptwebsite trennen möchte, kann diese.MOBILE-Top Level Domain als wichtigen Hebel zur Differenzierung nutzen.
Der Einführungsplan für die TLD .MOBILE ist in vier Phasen unterteilt:
Die erste Phase, die Sunrise Period, ermöglicht es einer begrenzten Zielgruppe, sich die gewünschten .mobile-Domainnamen zu sichern – vom 17. November 2025 bis zum 17. Dezember 2025. Markeninhaber, deren Marken beim TMCH (Trademark Clearinghouse) registriert sind, haben in dieser Einführungsphase Vorrang bei der Registrierung.
Anschließend folgt die zweite Phase, die Telco Limited Registration Period (LRP), vom 18. Dezember 2025 bis zum 3. Februar 2026.
Die dritte Phase, die Early Access Period, findet vom 4. bis 18. Februar 2026 statt. Während dieser Zeit können stark nachgefragte Domainnamen noch vor der allgemeinen Verfügbarkeit zu fallenden Preisen registriert werden.
Schließlich ermöglicht die letzte Phase – die Public Phase – allen Interessierten den Erwerb einer.mobile-Domain. Diese Phase ist ohne Vorbedingungen für jedermann zugänglich und folgt dem Prinzip „First come, first served“. Ab dem 19. Februar 2026 können alle Marken und Unternehmen, die an diesem Schritt interessiert sind, ihre „mobile“ Präsenz dank dieser neuen Top Level Domain stärken.
Verpassen Sie nicht diese Chance: Sichern Sie sich eine .mobile-Domain, um Ihren Ruf zu schützen, Ihre digitale Legitimität zu gewährleisten und Ihre Wettbewerbsfähigkeit online zu stärken.
Wenn Sie Unterstützung bei der Registrierung einer .mobile-Domain wünschen oder einfach neugierig sind, welche Vorteile diese Erweiterung für Ihre Marke bietet, kontaktieren Sie das Nameshield-Team – wir beantworten gerne all Ihre Fragen.
Nameshield freut sich, seine Mitgliedschaft bei der INTA (International Trademark Association) im Jahr 2025 bekannt zu geben. Als weltweit anerkannte Referenzorganisation im Bereich des Markenschutzes ist Nameshield stolz, diesem Netzwerk von Fachleuten für geistiges Eigentum beizutreten.
Diese Entscheidung ermöglicht es uns, unser Engagement für den Schutz von Domainnamen – essenzielle immaterielle Vermögenswerte im digitalen Markenraum – zu stärken. Unsere Mitgliedschaft versetzt uns in die Lage, im Zentrum der Herausforderungen des geistigen Eigentums zu agieren, uns mit einer Vielzahl von Branchenakteuren auszutauschen und aktiv an internationalen Diskussionen teilzunehmen, die die Zukunft der Marken gestalten.
Diese Initiative steht im Einklang mit unserem Bestreben, noch mehr Unternehmen im Kampf gegen Online-Betrug zu unterstützen – dank unserer „Online Brand Protection“-Lösung, die ein breites Spektrum an Dienstleistungen bietet, um Domainnamen zu überwachen, die Integrität und den Ruf von Marken zu schützen und zu verteidigen. Diese Unterstützung lässt sich durch drei Kennzahlen veranschaulichen:
Eine Erkennungsrate irreführender und betrügerischer Domainnamen von 99,97 %,
Eine Erfolgsquote von 99 % bei unseren Takedown-Maßnahmen,
Und Nameshield ist der führende Antragsteller von UDRP-Verfahren, unabhängig vom Schiedsgericht.
Wir freuen uns darauf, Ihnen unsere Leistungen bei der nächsten INTA-Jahrestagung vorzustellen, die vom 2. bis 6. Mai 2026 in London stattfinden wird.
Wir werden Sie in Kürze mit weiteren Informationen zu dieser kommenden Ausgabe versorgen. Wichtig ist vorerst zu wissen, dass die Frühbucheranmeldungen ab dem 8. Dezemberauf der INTA-Website geöffnet werden.
Im vergangenen Jahr fand die Jahreskonferenz in San Diego statt und stand unter dem Motto „Handel und geistiges Eigentum“. Ziel war es, die zentrale Rolle des geistigen Eigentums bei der Förderung von Innovation und dem wirtschaftlichen Erfolg hervorzuheben. Mit fast 10.000 Experten für geistiges Eigentum war es die größte INTA-Veranstaltung seit der Corona-Pandemie.
Auch das 148. Jahrestreffen der INTA wird wieder ein voller Erfolg und erneut die Zukunft des geistigen Eigentums prägen.
Ganz gleich, ob Sie strategische Unterstützung für den Schutz Ihrer Marke oder rechtliche Maßnahmen bezüglich Ihrer Domainnamen benötigen – Nameshield wird vor Ort sein, um sich mit Ihnen auszutauschen und Ihnen unsere Lösungen vorzustellen.
Warten Sie nicht länger: detect better, defend smarter mit Nameshield.
Aufgrund der Instabilität im Nahen Osten muss Maskat im Oman ein weiteres Jahr warten, bevor es einen ICANN-Gipfel, die Leitveranstaltung der Internetverwaltung, ausrichten kann. Für seine jährlich Generalversammlung ist ICANN auf Nummer sicher gegangen und hat für sechs Tage Diskussionen, Treffen und Arbeiten an politischen Themen das renommierte Dublin Convention Center bezogen. Es handelt sich um den letzten Jahressummit der Organisation, sechs Monate vor dem Start der nächsten Bewerbungsrunde für neue generische Top-Level-Domains.
Eine Eröffnungszeremonie als Rückblick und im Zeichen des „Meitheal“
Während der Eröffnungszeremonie zog Tripti Sinha, Vorsitzende des ICANN-Vorstands, eine Parallele zwischen dem irischen Konzept „Meitheal“ – einer Gruppe von Menschen, die der Gemeinschaft dienen, indem sie Arbeiten verrichten, „die niemand allein bewältigen kann“ – und ICANN, dessen Arbeitsweise diesem Prinzip sehr ähnelt. Die Jahrestagung ist in der Tat eine Art Ernte oder Bilanz für ICANN. Zu den Ergebnissen zählte sie unter anderem:
– Die Verabschiedung des neuen strategischen Plans von ICANN für den Zeitraum 2026–2030 – Eine vorsichtige und solide Verwaltung des Budgets, die finanzielle Spielräume ermöglicht – Das ICANN-Grant-Programm, das auf dem Auktionsfonds von 2012 basiert und 23 Projekte finanziell unterstützen wird – Den Start einer holistischen Überprüfung der Organisation – ICANNs Beiträge zu WSIS+20, der 20-jährigen Überprüfung des Weltgipfels zur Informationsgesellschaft der Vereinten Nationen – Und Fortschritte bei der nächsten Runde neuer generischer Top Level Domains, deren Bewerbungsfenster bereits in sechs Monaten öffnet und für die das Unterstützungsprogramm für Antragsteller bereits läuft.
Für Kurtis Linqvist, der zum dritten Mal als ICANN-CEO an einem Summit teilnimmt, war „das Jahr geprägt von komplexen Themen wie Problemen in regionalen Registern“ – hier denkt man eindeutig an das afrikanische Regionalregister AfriNIC – „und von einer komplexen Welt sowie lokalen Problemen“, welche auch ICANN-Standorte betroffen hätten, wie die Waldbrände in Los Angeles im Sommer und das Erdbeben in Istanbul. Vor diesem Hintergrund begrüßte er die Fortschritte bei den verschiedenen ICANN-Themen. Er schloss mit den Prioritäten für das kommende Jahr: „zuhören“, „Fokus auf Umsetzung“ und eine Verbesserung der internen Arbeitsweisen, „um Reibungsverluste und Verzögerungen in der Umsetzung zu vermeiden“.
Die schwierige Gleichung: Erwartungen und schnelle technologische Entwicklungen vereinen
Das Geopolitische Forum, das in der Regel einen Überblick über regulatorische Entwicklungen gibt, die Auswirkungen auf ICANN haben könnten, widmete sich diesmal WSIS+20. Mitte Dezember findet eine entscheidende Sitzung in New York im Rahmen der UN-Generalversammlung statt, um einen endgültigen Text über die Umsetzung der WSIS-Ergebnisse zu verabschieden. Thema der Diskussion bei ICANN84 war unter anderem ein inklusives Internet sowie Inhalte in den Sprachen der Nutzer.
Hinsichtlich künstlicher Intelligenz wurde mehr Transparenz der Algorithmen gefordert, um sicherzustellen, dass auch nicht dominante Sprachen berücksichtigt werden und diese Technologien für eine möglichst breite Bevölkerung nutzbar sind – unabhängig von der verwendeten Sprache. Die zunehmende Nutzung von KI, besonders bei jungen Menschen, und ihre Vorliebe für zentrale Plattformen und soziale Netzwerke wurden ebenfalls angesprochen – ein erneuter Hinweis darauf, wie schnell sich die Internetnutzung verändert.
Im Public Forum wurde ICANNs Rolle bei der „Universal Acceptance“ hinterfragt. Die Organisation will ihren Fokus stärker auf Expertise und Implementierung statt auf Sensibilisierung legen. Auch die Bedeutung von Diakritika sowie der Mangel an Orientierungshilfen zur Überbrückung der Welten von Web2 und Web3 wurden debattiert. All diese Faktoren erschweren die Aufgabe, eine Fragmentierung des Internets zu verhindern. ICANN bekräftigte sein Hauptziel: „den bestmöglichen Raum für Internet-Adressierung bereitzustellen“.
DNS-Missbrauch und dringende Zugriffsanfragen auf Registrierungsdaten
Um einen verantwortungsvolleren Markt voranzubringen, sollen im kommenden Jahr neue „Policy Development Processes“ gestartet werden, die Maßnahmen gegen DNS-Missbrauch konsolidieren.
Auf Seite der Strafverfolgungsbehörden bleibt der Zugang zu Registrierungsdaten ein heiß diskutiertes Thema. Das GAC (Governmental Advisory Committee) fordert eine verbindliche Reaktionsfrist – vermutlich in Stunden – in den Verträgen der Domain-Provider.
Heißes Thema: neue Runde für generische Top-Level-Domains
Es entging niemandem, dass das dominierende Thema der ICANN84 die Einführung einer neuen Bewerbungsphase war – angekündigt für April 2026. Schon beim Betreten des Gebäudes begrüßte Besucher ein Hinweis: „Ready to apply for a generic extension?“ – für Veteranen des Launches von 2012 eine überraschend diskrete Kommunikation.
Das Thema durchzog einen Großteil der Sitzungen. Ein Erfolgspunkt: das Applicant Support Program für potenzielle Bewerber mit finanziellen oder organisatorischen Einschränkungen. Bereits 115 Bewerbungen, davon 2 vollständig genehmigt, wurden eingereicht. Die meisten stammen aus Asien, gefolgt von Nordamerika. 2012 waren es nur drei Bewerbungen gewesen.
Allerdings wurde auf der ICANN84 auch sichtbar, dass das Programm Verzögerungen erfährt – angesprochen im Public Forum. Dazu gehören etwa:
– die Überprüfung von Backend-Dienstleistern – die Bereitstellung des finalen Registry-Vertrags, die erst im März erfolgen könnte
Der ICANN-Vorstand verabschiedet das Application Guidebook
Am Ende der Woche begrüßte die Community die Verabschiedung des Application Guidebook während der öffentlichen Abschlusssitzung durch einen sich im Umbruch befindlichen Vorstand. Auch wenn noch Ergänzungen bis Jahresende folgen sollen, gilt das Dokument nun als Referenz.
Becky Burr, scheidendes Vorstandsmitglied, erinnerte daran, dass 197 Meetings zur Erstellung des nahezu 400 Seiten langen Dokuments stattfanden und fünf öffentliche Kommentierungsrunden durchgeführt wurden. Ebenfalls erwähnenswert: die Verabschiedung von Maarten Botterman und Chris Chapman aus dem Vorstand.
Unser Kommentar
ICANN hat noch kein offizielles Datum für die Einreichungsphase der neuen generischen Top Level Domains – und somit der .brand-Projekte – bestätigt. Möglich wäre der 27. April, mit einer Dauer von 12–15 Wochen, oder länger, falls technische Evaluierungen oder Vertragsveröffentlichungen zu knapp vor Start stehen.
ICANN versichert jedoch, dass der April-Start stattfinden wird. Das endgültige Datum soll im Dezember offiziell werden.
➡️ Die Frist für diese neue Chance rückt schnell näher.
Auch wenn die Entscheidung nicht einfach ist, sollte jedes Unternehmen diese einmalige Gelegenheit bedenken: ➡ eigene Internet-Top Level Domains ➡ eigener exklusiver Namensraum
Dies erfordert: ✔ ein klar definiertes Projekt ✔ die richtigen Ansprechpartner ✔ vorausschauend geplante Budgets
Um ein solches Projekt erfolgreich und wirtschaftlich zu realisieren, braucht es erfahrene Partner. Nameshield, führender europäischer Anbieter, begleitet Sie mit Expertise über den gesamten Lebenszyklus eines solchen Vorhabens. Lassen sie uns das jetzt gemeinsam weiter besprechen.
Seit mehreren Wochen informiert Sie Nameshield über die von der ICANN eröffnete Möglichkeit, Ihre personalisierte Internet-Endung zu übernehmen und damit ab 2026 Ihr digitales Ökosystem neu zu definieren und zu kontrollieren. Der Bewerbungszeitraum rückt näher: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich zu positionieren, um Ihr Projekt erfolgreich umzusetzen.
Die .BRAND richtet sich an jede Marke, die sich in ihrem Markt differenzieren möchte. Als echter Hebel für Innovation, Vertrauen, Kontrolle und Sicherheit ermöglicht Ihnen dieses ambitionierte Projekt, den Wert Ihrer Marke optimal zur Geltung zu bringen.
Auf dieser Seite finden Sie alle wichtigen Informationen zu folgenden Themen:
Warum sollten Sie Ihre eigene .BRAND einführen?
Was ist eine .BRAND und was bedeutet die neue Bewerbungsrunde für personalisierte Top Level Domains, die die ICANN ab dem kommenden Jahr anbietet?
Die wichtigsten Meilensteine im Projekt zur Einführung einer .BRAND sowie die Notwendigkeit, sich bereits heute darauf vorzubereiten.
Was Nameshield Ihnen als Partner bietet – sowohl in Bezug auf die Begleitung und Steuerung Ihres Projekts als auch auf das Management, um Ihnen eine maßgeschneiderte und durchgängige Unterstützung zu gewährleisten.
Sie können außerdem all unsere Formate einsehen: die neuesten Blogartikel zum Thema, ein Webinar als Replay sowie ein Onepager zum Download.
Während die ICANN 84 im Oktober stattfinden wird, plant das Team des New-gTLD-Programms dieser Organisation, weitere Informationen zur Umsetzung des Bewerbungsprogramms für personalisierte Endungen bekannt zu geben – insbesondere zu den seit der ICANN 83 vorgenommenen Aktualisierungen sowie zu bewährten Vorgehensweisen.
Bleiben Sie also dran, um nichts zu verpassen! Nameshield wird Sie selbstverständlich über die Weiterentwicklungen des Bewerbungsprogramms auf dem Laufenden halten, um Sie bestmöglich zu begleiten.