Die Ausfälle, die die GAFAM-Unternehmen Ende des Jahres erlitten, haben uns brutal vor Augen geführt, wie sehr die fast ausschließliche Abhängigkeit vieler Organisationen von den Cloud-Giganten ein systemisches Risiko darstellt.

Im Juni 2025 machte Google den Anfang und erlitt einen Ausfall von mehr als 7 Stunden. Seitdem hatten auch seine Konkurrenten AWS und Cloudflare mit Zwischenfällen zu kämpfen.

Im Oktober 2025 war es Amazon Web Services (AWS), die Cloud-Plattform von Amazon, die mit einem Problem „im Zusammenhang mit der DNS-Auflösung des Endpunkts der DynamoDB-API in US-East-1” konfrontiert war, was zu einem Ausfall der DNS-Auflösung führte, der für viele Unternehmen, darunter Airbnb, Reddit, Snapchat, Slack usw., zu Dienstausfällen führte. Einen Monat später war Cloudflare an der Reihe, unter einem Ausfall zu leiden, der mit „einer unerwünschten Änderung der Berechtigungen in einem der Datenbanksysteme des Anbieters” zusammenhing. Die Folge: Google, X, ChatGPT, Facebook, Ikea waren ihrerseits nicht erreichbar…

Wenn eine Cloud-Region oder ein kritischer Dienst dieser Akteure ausfällt, sind Tausende von Websites, Anwendungen, Messaging-Diensten, Geschäfts-APIs und Kollaborationstools nicht mehr erreichbar, was sich unmittelbar auf den Umsatz, das Image, die Markenreputation und manchmal sogar auf die Geschäftskontinuität auswirkt. Über den einfachen technischen Vorfall hinaus unterstreichen diese Unterbrechungen die mangelnde Widerstandsfähigkeit von Architekturen, die zu stark auf außereuropäische Anbieter konzentriert sind, über die Unternehmen weder rechtliche Kontrolle noch ausreichende operative Kontrolle haben.

Massive, globale Ausfälle, die viele Unternehmen lahmlegen

Diese massiven Ausfälle der Hyperscaler haben ein weiteres, oft unterschätztes Phänomen ans Licht gebracht: den Kaskadeneffekt, der durch die Konzentration kritischer Dienste (Hosting, E-Mail, Authentifizierung, Daten, Managed DNS) bei einer sehr begrenzten Anzahl von Akteuren verursacht wird.

Wenn ein Cloud-Anbieter beispielsweise eine Ausfallzeit bei einer grundlegenden Komponente hat, beispielsweise seiner eigenen DNS-Infrastruktur, seinem Netzwerk oder seinen API-Diensten, fallen nicht nur Websites aus, sondern die gesamte digitale Wertschöpfungskette: Kundenportale, VPN-Tunnel, miteinander verbundene Geschäftsanwendungen, vernetzte Objekte, Authentifizierungs- und Identitätsverbundplattformen. In 80 bis 90 % der Fälle von größeren Vorfällen zeigt die nachträgliche Analyse, dass der ursprüngliche Ausfallpunkt in der Namensauflösung oder der Konnektivität zwischen DNS-Resolvern und exponierten Diensten liegt, was bestätigt, dass das DNS sowohl eine „Drehscheibe” als auch ein bevorzugter Schwachpunkt bleibt.

Diese Komponente wird jedoch noch zu oft als Standardkomponente im Angebot der Cloud-Giganten behandelt, ohne dass eine echte Strategie für die DNS-Ausfallsicherheit vorhanden ist.

DNS: die unsichtbare Achillesferse von Unternehmen

Für viele Organisationen verbirgt die Unsichtbarkeit des DNS noch immer sein wahres Wesen: Tatsächlich versorgt es alle digitalen Vertrauensketten, von einfachen Webseiten über VPN-Tunnel, E-Mail-Dienste oder DMARC-Richtlinien bis hin zu kritischen Anwendungen.

Ein Ausfall der Namensauflösung beschränkt sich daher nicht nur auf eine „ausgefallene Website”, sondern unterbricht potenziell den Zugriff auf ein ganzes Anwendungsökosystem, einschließlich der Dienste, die nur über APIs verfügbar sind oder intern genutzt werden. Die in den letzten Jahren beobachteten Cyberangriffe haben dies deutlich gezeigt: DDoS-Angriffe, DNS-Spoofing, Cache Poisoning oder Man-in-the-Middle-Angriffe zielen genau auf diese Infrastruktur ab, die oft weniger geschützt ist als die sichtbaren Anwendungs- oder Netzwerkkomponenten, obwohl sie ein obligatorischer Durchgangspunkt für jede Benutzeranfrage ist.

DNS ist daher sehr häufig der erste Ausfallpunkt und zugleich einer der am wenigsten beherrschten, obwohl es den Grundpfeiler der Verfügbarkeit digitaler Ressourcen bildet.

In diesem Zusammenhang bedeutet die fortgesetzte wahllose Übertragung dieser Funktion an einen einzigen außereuropäischen Hyperscaler, dass man akzeptiert, dass ein Ausfall, ein Konfigurationsfehler oder eine einseitige Entscheidung außerhalb jeglicher Souveränität innerhalb weniger Minuten den Zugang zu den wesentlichen Diensten des Unternehmens lahmlegen kann. Angesichts der zunehmenden Cyberbedrohungen und der verschärften Vorschriften, insbesondere der Einführung der NIS2, weisen Behörden wie die ANSSI auch auf die Notwendigkeit hin, das DNS zu sichern und es als kritische Komponente und nicht als einfachen impliziten Infrastrukturdienst zu behandeln.

Aus diesem Grund ermöglicht ein Ansatz, der auf einer kontrollierten Diversifizierung der Dienstleister und auf Spezialisierung basiert, indem Hosting und DNS voneinander getrennt werden und man sich auf einen souveränen Registrar stützt, diese Achillesferse in eine echte Grundlage für Resilienz zu verwandeln. DNS wird damit nicht mehr nur zu einer einfachen technischen Komponente, sondern zu einem Hebel für Governance und Geschäftskontinuität im Zentrum einer Strategie digitaler Souveränität, in der die Abhängigkeit von den Cloud-Giganten reduziert, kontrolliert und vor allem reversibel ist.

In diesem Sinne kann der Multi-Cloud-Ansatz, der oft als offensichtliche Antwort auf Ausfälle von Hyperscalern präsentiert wird, zu einem Hebel zur Verringerung des Geschäftsrisikos werden, wenn er mit einer Strategie der kontrollierten Diversifizierung der Dienstleister und einer Konsolidierung der DNS-Funktion um einen vertrauenswürdigen Player herum kombiniert wird, der in der Lage ist, eine maximale Verfügbarkeit der Internetdienste zu gewährleisten und das DNS in eine Grundlage für Resilienz und Unabhängigkeit von den Cloud-Giganten zu verwandeln.

Treffen Sie das Nameshield Team in München auf der IP Service World (24.-25. November) 

Unsere Online Brand Protection Spezialisten kommen im November nach München zur IP Service World! Mit dabei haben sie DAS Thema im Gepäck, das die Domainbranche gerade umtreibt: die Öffnung eines neuen Registrierungsfensters für dotBrands nach 14 Jahren Wartezeit.  

Mit einer dotBrand (auch .BRAND oder .MARKE geschrieben) besteht die einmalige Chance, eine Domainendung zu erwerben, die identisch mit dem eigenen Markennamen ist. Sie gibt Markeninhabern die Möglichkeit, über Internetadressen zu verfügen, die auf den Namen ihrer Marke enden (z.B. domain.brand). Durch die Einrichtung einer dotBrand besitzt der Markeninhaber eine strategische gTLD, die sein exklusives digitales Territorium sein wird.  

Nur authentische Webseiten haben die Möglichkeit, unter der TLD ihrer Marke zu erscheinen, was die Orientierung für Kunden und Partner wesentlich einfacher macht: Cybersquatting ist im Hoheitsgebiet der eigenen dotBrand damit ausgeschlossen. DotBrands sind damit ein echtes Plus in Sachen Kundenvertrauen, da der Erwerber die volle Kontrolle über den Domainnamenraum der Marke hat  

Joelle Samaké leitet am 25. November einen Roundtable in der Sektion Strategy und Management – Seien Sie dabei, diskutieren Sie mit und prüfen Sie anhand unseres Quick Checks, wie das Thema dotBrand die Markenarbeit in Ihrem Unternehmen erleichtern kann – it’s now or never! 

Treffen Sie uns auf der IP Service World in München
Roundtable: Now or never – gamechanging online brand protection via dotBrand

P.S: Für unsere Kunden und Partner haben wir als Sponsor einige Freitickets zur Verfügung – bitte sprechen Sie uns einfach direkt an. 

mysecurityevent Stuttgart (18.-20.11.) – sind Sie dabei?

Als Vorreiter in Sachen sichere Domains ist es uns eine Ehre, dieses Jahr wieder auf dem mysecurityevent in den Austausch mit der Cybersecurity-Community zu treten. Dieses Mal geht es in den Süden von Deutschland und zwar nach Stuttgart, um dort mit Fachexperten das Thema Security in der digitalen Welt voranzutreiben.

Neben unserer Hochsicherheitslösung für Ihre strategisch relevanten Domains ‚Bastion DNS‘, haben wir unsere brandneue Studie „E-Mail Sicherheit in der Versicherungsbranche“ im Gepäck! Sie dürfen gespannt sein. Und natürlich darf Pulpi auch nicht fehlen – unser Maskottchen, das durch seine Abenteuer im Cyberversum spielerisch über die Risiken des Internets aufklärt.

Seien Sie bei diesen wichtigen Themen dabei – unsere Kunden und Partner profitieren von Gratistickets (Achtung! Nur in begrenzter Stückzahl verfügbar, sprechen Sie uns gerne an.)

Mysecurityevet vom 18.-20.11.2025 in Stuttgart
Event für mehr Cybersecurity Fachwissen

Falsche Domain, echtes Risiko – und wie Sie darauf reagieren

Domainnamen sind heute ein fester Bestandteil der digitalen Angriffsfläche von Unternehmen. Betrüger und Cyberkriminelle nutzen diese strategischen Assets gezielt für Missbrauch und Cyberangriffe – mit ganz unterschiedlichen Zielen: von finanzieller Bereicherung über Störung und Destabilisierung bis hin zur Kompromittierung von Informationssystemen.

In diesem Zusammenhang registrieren Angreifer häufig Domainnamen, die eine Marke oder ein unterscheidungskräftiges Zeichen identisch oder täuschend ähnlich nachbilden – ohne jegliches Recht dazu. Dieses Vorgehen ist als Cybersquatting bekannt. Auch kann es passieren, dass böswillige Akteure nicht verlängerte oder aufgegebene Domains übernehmen und für ihre Zwecke missbrauchen – Domains also, die ursprünglich rechtmäßig einer Organisation gehörten.

Wie nutzen Cyberkriminelle missbräuchlich registrierte Domainnamen?

Anfang wurden mit dem Missbrauch von Domainnamen vor allem finanzielle Zwecken verfolgt – Betrüger registrierten Domains, um sie später zu einem hohen Preis weiterzuverkaufen. Auch wenn diese Praxis weiterhin existiert, sind Domain-Usurpationen heute vor allem Teil cyberkrimineller Aktivitäten.

Häufiges Ziel ist es, über Phishing-Kampagnen sensible Informationen zu stehlen. So werden ahnungslose Nutzer dazu verleitet, vertrauliche Daten preiszugeben, die anschließend für Identitätsdiebstahl oder den Zugriff auf Informationssysteme genutzt und weiterverkauft werden können.

Internetnutzer lassen sich schnell täuschen, wenn ein Domainname einer bekannten Marke sehr ähnlich sieht. Diese Methode wird gezielt genutzt, um Betrugsversuche, Umleitungen auf gefälschte oder werbefinanzierte Seiten oder die Verbreitung illegaler oder konkurrierender Angebote durchzuführen. Ebenso können solche Domains zum Verbreiten von Falschinformationen oder unangemessenen Inhalten eingesetzt werden.

Darüber hinaus kann Cybersquatting ein gängiger Angriffsvektor in der frühen Phase eines Cyberangriffs sein. Täuschend echte Domains werden genutzt, um Nutzer zum Herunterladen von Schadsoftware zu verleiten, die wiederum Systeme infiziert und Cyberkriminellen Zugang zu sensiblen Daten verschafft.

Cybersquatting – eine wachsende Bedrohung

Betroffene Unternehmen können infolge von Cybersquatting nicht nur finanzielle Verluste erleiden, sondern auch erhebliche Reputations- und Sicherheitsrisiken. Tatsächlich nimmt die Zahl der Markenrechtsverletzungen durch missbräuchliche Domainregistrierungen seit Jahren kontinuierlich zu.1

Die Registrierung scheinbar legitimer Domainnamen ist dabei äußerst einfach. Denn für Domainnamen gilt grundsätzlich das Prinzip „first come, first served“ – wer zuerst registriert, bekommt den Namen. Viele Registrare führen zudem keine Überprüfung der Identität des Antragstellers durch. Da einige Domain-Endungen außerdem sehr günstig erhältlich sind, kommt es immer häufiger zu Massenregistrierungen.

Cyberkriminelle nutzen verschiedene Varianten des Cybersquattings, um ihre Domains möglichst unauffällig erscheinen zu lassen. Beim sogenannten Combosquatting wird der Markenname beibehalten, aber um ein zusätzliches Schlüsselwort ergänzt (z. B. „marke-support.com“). Beim TLD-Squatting hingegen wird der Markenname unverändert verwendet, jedoch mit einer anderen Domain-Endung (z. B. „marke.net“ statt „marke.com“).

Sobald ein verdächtiger Domainname entdeckt wird, ist rasches Handeln gefragt: Zum einen sollten Maßnahmen zur Behebung des Verstoßes eingeleitet werden, um den Missbrauch zu stoppen. Zum anderen sind technische Prüfungen notwendig, um sicherzustellen, dass keine Kompromittierung im Gange ist – und um mögliche künftige Angriffe frühzeitig zu verhindern.

Wie Sie bei Markenmissbrauch handeln und Ihre Marke schützen können

Je nach Art des festgestellten Domainmissbrauchs und der gewählten Strategie gibt es verschiedene Maßnahmen zur Schadensbegrenzung und Markenverteidigung. Dazu gehören die einvernehmliche Rückgewinnung des Domainnamens, die Sperrung einer betrügerischen Website oder die Anfechtung einer Domainregistrierung über geeignete außergerichtliche Verfahren.

Eine häufig genutzte Maßnahme ist das Abmahnschreiben an den Inhaber des betreffenden Domainnamens – sobald dessen Identität bekannt ist. Ziel ist es, eine gütliche Einigung zur Rückgabe der Domain zu erreichen. Sollte der Inhaber dies verweigern, kann dieses Vorgehen gleichzeitig als erster Nachweis der Markenrechte dienen und die Grundlage für eine spätere Beschwerde oder Klage bilden.

Webseitensperrungen kommen zum Einsatz, wenn eine Domain eindeutig betrügerische Inhalte veröffentlicht oder für Phishing-Kampagnen genutzt wird. In solchen Fällen wird beim Registrar oder Hosting-Anbieter eine Sperrung beantragt – in der Regel auf Grundlage eines Dossiers mit Beweismaterial, das den Missbrauch dokumentiert.

Darüber hinaus gibt es außergerichtliche Streitbeilegungsverfahren wie UDRP oder URS, bei denen eine unabhängige Stelle eingeschaltet wird, um die Registrierung eines Domainnamens anzufechten – außerhalb des klassischen Gerichtssystems. Je nach Fall werden entsprechende Unterlagen bei einem Schiedsgericht, einer Registrierungsstelle oder einer akkreditierten Organisation eingereicht. Das konkrete Verfahren hängt meist von der Domain-Endung ab. In vielen Fällen ermöglichen diese Verfahren eine Wiedererlangung der betroffenen Domain.

Dies sind die gängigsten Schritte zur Reaktion auf Domainmissbrauch. In besonderen Fällen können jedoch auch weitere, individuell angepasste Maßnahmen erforderlich sein – abhängig von der Art der Verletzung und den Zielen der Markenstrategie.

Welche technischen Maßnahmen schützen Ihr Informationssystem?

Wie die ANSSI (Agence nationale de la sécurité des systèmes d’information) bereits in ihrem Bericht „Maîtrise du risque numérique“ von 2019 festhält, trägt „die Implementierung geeigneter Mittel zur Erkennung, Protokollierung und Korrelation […] maßgeblich zur Erkennung von Cyberangriffen bei“.

Wird ein missbräuchlicher oder verdächtiger Domainname entdeckt, sollte eine der ersten Maßnahmen darin bestehen, diesen auf Proxy-Ebene oder direkt auf dem DNS-Server zu blockieren. So wird verhindert, dass Nutzer auf die betrügerische Website zugreifen können – selbst dann, wenn sie über einen externen Link oder eine E-Mail dorthin geleitet werden.

Ein zweiter Schritt ist die Sperrung (Blacklisting) des Domainnamens auf dem Mailserver, um zu verhindern, dass Mitarbeiter E-Mails empfangen, die von dieser Domain gesendet werden. Viele E-Mail-Gateways bieten bereits integrierte Blocklist-Systeme, die von den IT-Sicherheitsteams des Unternehmens regelmäßig erweitert und gepflegt werden können.

Darüber hinaus sollten die Mail-Gateway-Protokolle überprüft werden, um festzustellen, ob vor Einrichtung des Blacklistings bereits Nachrichten von dieser Domain eingegangen sind. Gleichzeitig empfiehlt es sich, die Proxy-Protokolle zu analysieren, um sicherzustellen, dass kein Zugriff auf die betrügerische Website stattgefunden hat.

Diese Maßnahmen können zeitaufwendig sein, insbesondere wenn kein zentrales SIEM-System (Security Information and Event Management) vorhanden ist. Dennoch lassen sich Prioritäten setzen – etwa anhand der Kritikalität der betroffenen Domains, um gezielt und effizient vorzugehen.

Als Experte für den Schutz strategischer Domainnamen seiner Kunden unterstützt Nameshield Unternehmen mit Lösungen zur Erkennung von Cybersquatting-Fällen sowie mit einem Remediation-Service, der auf die Beilegung von Domainstreitigkeiten spezialisiert ist.

Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie mehr über unsere Sicherheitslösungen erfahren möchten.


[1] Die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) – eines der wichtigsten Schiedsgerichte, bei dem außergerichtliche UDRP-Beschwerden eingereicht werden können – verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen: Zwischen 2022 und 2024 nahmen die Beschwerden um über 7 % zu, und im Vergleich zu 2020 sogar um mehr als 47 %.

Handlungsbedarf für Webseitenbetreiber: Lebensdauer von Zertifikaten wird deutlich verkürzt

Am 9. Oktober 2024 kündigte Apple im Rahmen des CA/B Forums (Certification Authority Browser Forum) an, die maximale Laufzeit öffentlicher SSL/TLS-Zertifikate bis 2027 auf 45 Tage verkürzen zu wollen. Gleichzeitig ist geplant auch die zulässige Wiederverwendungsdauer von DCV-Challenges (Domain Control Validation) bis 2027 auf 10 Tage zu reduzieren.

Diese Initiative wurde sechs Monate später erneut aufgegriffen und angepasst – wiederum durch Apple. Dabei schlug das Unternehmen vor, den ursprünglichen Zeitplan zu ändern: Die maximale Laufzeit von SSL/TLS-Zertifikaten soll künftig 47 Tage betragen, während die Gültigkeit von DCV-Challenges ab dem 15. März 2028 auf 10 Tage begrenzt wird.

  • Bis zum 15. März 2026 bleibt die maximale Laufzeit eines TLS-Zertifikats bei 398 Tagen.
  • Ab dem 15. März 2026 beträgt die maximale Laufzeit eines TLS-Zertifikats 200 Tage.
  • Ab dem 15. März 2027 verkürzt sie sich weiter auf 100 Tage.
  • Und ab dem 15. März 2029 wird die maximale Laufzeit eines TLS-Zertifikats schließlich auf 47 Tage reduziert
SSL Zertifikatsdauer

Parallel dazu werden auch die Wiederverwendungsfristen für die Domain Control Validation (DCV-Challenges) – also die Überprüfungen, die direkt in der DNS-Zone der im Zertifikat aufgeführten Domain erfolgen – an den Zertifikats-Zeitplan angepasst. Ziel ist es, bis 2029 eine maximale Frist von 10 Tagen zu erreichen.

  • Bis zum 15. März 2026 dürfen die Informationen zur Domainvalidierung maximal 398 Tage lang wiederverwendet werden.
  • Ab dem 15. März 2026 verkürzt sich diese Frist auf 200 Tage.
  • Ab dem 15. März 2027 beträgt sie nur noch 100 Tage.
  • Ab dem 15. März 2029 schließlich wird die maximale Wiederverwendungsdauer auf 10 Tage reduziert.

Angesichts dieser tiefgreifenden Veränderungen ab 2026 ist es dringend notwendig, sich rechtzeitig vorzubereiten. Die Entscheidungen des CA/B Forums werden das Umfeld der digitalen Zertifikatssicherheit nachhaltig verändern: Die Laufzeit von SSL/TLS-Zertifikaten wird weiter verkürzt, parallel dazu verschärfen sich die Regeln für die Validierung durch DCV-Challenges.

Der Erfolgsfaktor für ein zukunftssicheres Zertifikatsmanagement liegt klar in der Automatisierung: Mit nur noch 47 Tagen Laufzeit ab 2029 sind neun Erneuerungen pro Jahr und pro Zertifikat notwendig – eine manuelle Verwaltung ist damit schlicht nicht mehr realistisch.

Folgende Punkte sind für die Umstellung zu beachten:

  • Zertifikatsanbieter / Zertifizierungsstelle (CA): Setzen Sie hier auf einen vertrauenswürdiger Partner, der Sie bei allen Fragen rund um die Authentifizierung von Organisationen und Domains unterstützt – entscheidend ist hierbei das Service-Level für eine reibungslose Verwaltung. Empfehlenswert ist ein Multi-CA-Ansatz, um die Abhängigkeit von einer einzigen CA zu vermeiden – wie die jüngsten Probleme bei Entrust gezeigt haben.
  • Registrar / Primärer DNS-Provider: Die Kontrolle über den primären DNS der in den Zertifikaten aufgeführten Domains wird künftig der entscheidende Faktor für die Ausstellung sein. Jede Zertifikatsausgabe erfordert die Einrichtung eines TXT- oder CNAME-Eintrags in der betroffenen Zone. Eine direkte Anbindung zwischen CA und DNS ist daher unerlässlich.
  • CLM-Anbieter (Certificate Lifecycle Management): Das Inventarisieren des Zertifikatsbestands, das Definieren von Management-Regeln und die vollständige Automatisierung des Prozesses – von der CSR (Certificate Signing Request / Zertifikatsanforderung)-Generierung bis hin zum Deployment der Zertifikate auf den Servern – sind die zentralen Aufgaben eines CLM. Damit dies funktioniert, stützt sich das CLM auf Schnittstellen zu CAs bzw. Zertifikatsanbietern.

Gut vorbereitet sein – wie Sie die richtigen Lösungen finden

Vorbereitung heißt, die passenden Lösungen für Ihr Unternehmen zu erkennen – in den Bereichen Prozess, Technologie und Budget – und frühzeitig zu verstehen, welche Auswirkungen diese Entscheidungen haben. So sind Sie idealerweise schon im ersten Halbjahr 2026 startklar.

Nameshield – Ihr Partner für alle Herausforderungen rund um Zertifikate

Nameshield ist einzigartig auf dem Markt: Wir sind sowohl Registrar als auch Anbieter von Multi-AC-Zertifikaten. Seit über 10 Jahren kümmern wir uns darum, dass die Authentifizierung von Organisationen und Domains reibungslos funktioniert.

Wir pflegen enge Beziehungen zu den führenden Zertifizierungsstellen wie DigiCert, Sectigo und GlobalSign – und beherrschen gleichzeitig die DNS-Technologie, die für die Validierung von DCV-Challenges nötig ist. Das bedeutet: Öffentliche Zertifikate können bei uns fast sofort ausgestellt werden.

Außerdem verfügt Nameshield über Schnittstellen zu den wichtigsten CLM-Anbietern, sodass alle Komponenten der Zertifikatsverwaltung nahtlos zusammenarbeiten.

So sind wir in der Lage, frühzeitig alle Herausforderungen zu erkennen und professionell und zuverlässig zu lösen. Sprechen Sie uns bei Fragen zu dem Thema gerne jederzeit an.