Die digitale Souveränität Europas im Hinblick auf die Ziele für 2030

Zu Beginn des Sommers veröffentlichte die Europäische Kommission ihren vierten Bericht über „den Stand der Umsetzung der Digitalen Dekade“. Nameshield stellt Ihnen die wichtigsten Punkte dieser strategischen Analyse vor, die einen Ausblick auf die technologische Souveränität der Europäischen Union bis 2030 gibt.

Dieses Dokument zeigt auf, wie Europa unter kritischen strategischen Abhängigkeiten in den Bereichen Cybersicherheit, Cloud und digitale Vermögenswerte leidet. Um gegenüber den amerikanischen und chinesischen Giganten wettbewerbsfähig und widerstandsfähig zu bleiben, müssen europäische Unternehmen ihre Transformation beschleunigen und sich bewusst für vertrauenswürdige, souveräne Player entscheiden.

Die europäische Digitalpolitik: eine durchwachsene Bilanz für 2026

Im Bereich der Basisinfrastruktur hebt der Bericht ermutigende Ergebnisse in Europa hervor:

  • Der 5G-Ausbau deckt mittlerweile 96,8 % der europäischen Haushalte ab,
  • fast jedes zweite Unternehmen (46,7 %) nutzt Cloud-Computing-Dienste,
  • Im Bereich der KI setzen 20 % der Unternehmen interne Lösungen ein. Die Nutzung ist innerhalb eines Jahres um 48 % gestiegen, besonders im Gesundheitswesen. Gleichzeitig verfügen 60 % der europäischen Bevölkerung über grundlegende digitale Kompetenzen in diesem Bereich.

Doch die amerikanischen Wettbewerber sichern sich den Großteil des technologischen Mehrwerts, und die Kluft vergrößert sich in mehreren strategischen Punkten:

  • Europa sieht sich weiterhin mit einer anhaltenden materiellen Abhängigkeit konfrontiert: Sie macht lediglich 9 % des weltweiten Halbleitermarktes aus und liegt damit weit entfernt von dem für 2030 festgelegten Ziel von 20 %.
  • Der Bericht zieht zudem Bilanz über einen Mangel an IT- und Cybersicherheitstalenten. Im Jahr 2025 machen Fachkräfte im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) nur 5 % der Gesamtbeschäftigung in Europa aus (das Ziel für 2030 liegt bei 10 %, was sich auf die Bereiche Sicherheit, Cloud und Cybersicherheit auswirkt). Der Frauenanteil unter den IKT-Fachkräften verharrt seit 2024 unter der 20-Prozent-Marke, trotz steigender Nachfrage.
  • Was schließlich die KMU betrifft, so sehen sich diese mit einem dreifachen Hindernis konfrontiert: Mangel an Daten, fehlende interne Kompetenzen und begrenzte finanzielle Ressourcen, was die Integration fortschrittlicher und sicherer digitaler Tools lähmt.

Europa ist im Bereich der Cybersicherheit stark von externen Akteuren abhängig.

Die Feststellung der Europäischen Kommission ist eindeutig: Europa ist nach wie vor in hohem Maße strukturell von Cybersicherheitsanbietern abhängig, die außerhalb der Europäischen Union ansässig sind. Die europäischen Technologieführer sind auf internationaler Ebene leider nach wie vor unterrepräsentiert.

Für Unternehmen birgt diese Abhängigkeit rechtliche, geopolitische und operative Risiken für ihre Daten und digitalen Vermögenswerte. Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie, erinnert in dem Bericht daran, dass die Schaffung solider regulatorischer Grundlagen in Europa als Hebel dienen muss, um unsere eigene industrielle Widerstandsfähigkeit aufzubauen.

Die Kontrolle über eigene Infrastrukturen, Daten und Technologieanbieter

Angesichts wachsender Bedrohungen in Bezug auf Datenschutz und Privatsphäre zeigt das jüngste „Eurobarometer zum digitalen Jahrzehnt“, das von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben wurde, ein bisher beispielloses Bewusstsein bei Bürgern und Unternehmen zu diesem Thema:

  • 82 % der Europäer halten es für unerlässlich, unsere technologische Abhängigkeit von Drittländern zu verringern.
  • 85 % fordern, dass die EU vorrangig in digitale Dienste investiert, die auf europäischem Boden entwickelt und kontrolliert werden.
  • 58 % erklären sich bereit, zu einem europäischen Anbieter zu wechseln, selbst wenn dies höhere Kosten bedeutet.

Für ein Unternehmen ist die Wahl eines vertrauenswürdigen europäischen Partners nicht mehr nur eine ethische Entscheidung, sondern aus verschiedenen Gründen ein wichtiger Differenzierungs- und Vertrauensfaktor:

  • Erhöhte Sicherheit und Zuverlässigkeit (50 % der Befragten),
  • Besserer Schutz personenbezogener Daten (49 %),
  • Klare Regeln und verstärkter Schutz (39 %),
  • Geringere Abhängigkeit von ausländischen Rechtsordnungen (33 %),
  • Förderung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Europas (30 %).

Digitale Unabhängigkeit: Der Schutz Ihrer Domainnamen – die erste Verteidigungslinie Ihrer Marke

Die Sicherheit Ihrer digitalen Vermögenswerte (Domainnamen, DNS-Server…) ist ein wesentlicher Bestandteil des Kampfes gegen Cyberbedrohungen, wie er vom Eurobarometer der Europäischen Kommission identifiziert wurde.

87 % der Bürger sind laut dem Bericht der Ansicht, dass Online-Betrug, Desinformation, der missbräuchliche Einsatz von KI und Deepfakes eine direkte Bedrohung für unsere Demokratien darstellen.

Der  Missbrauch von Domainnamen dient häufig als Mittel, um massive Phishing-Kampagnen zu starten, die Identität legitimer Unternehmen zu täuschen oder Falschinformationen zu verbreiten. Durch die Sicherung Ihrer Domainnamen bei einem europäischen und souveränen Betreiber können Sie Ihre Kunden wirksam schützen.

Digitale Souveränität im Mittelpunkt der europäischen Debatten

Die Botschaft der Europäischen Kommission für die kommenden Jahre ist klar: Um einen wirtschaftlichen und technologischen Rückstand zu vermeiden, muss Europa seine regulatorische Angleichung in eine echte industrielle Stärke umwandeln.

Für deutsche und europäische Unternehmen bedeutet diese Dynamik konkrete Entscheidungen. Indem Sie den Schutz Ihrer Domains und digitalen Vermögenswerte einem souveränen Experten anvertrauen. Damit reduzieren Sie operative Risiken und erfüllen die geltenden Anforderungen an Vertrauen und Sicherheit.

In diesem Zusammenhang tragen Player wie Nameshield dazu bei, die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen und Behörden zu stärken, indem sie deren strategische Domainnamen vor Cyberbedrohungen schützen.

Wenn Sie Fragen zu diesem Artikel haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Cyberangriffe im Sommer: Warum Unternehmen jetzt wachsam sein müssen

Jedes Jahr stellen Cyberkriminelle ihren Angriffsplan für die Sommermonate auf. Sie nutzen die Urlaubszeiten und die allgemein nachlassende Wachsamkeit aus, um Unternehmen ins Visier zu nehmen.

Die Angriffspunkte können vielfältig sein und sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen betreffen, wobei der menschliche Faktor bei Cyberangriffen oft eine Rolle spielt. Von Betrugsmaschen rund um Klimaanlagen mitten in der Hitzewelle über Phishing-Versuche im Zusammenhang mit Steuerrückerstattungen bis hin zu betrügerischen SMS bei angeblich offenen Rechnungen – der Fantasie der Cyberkriminellen sind keine Grenzen gesetzt.

Unternehmen sind bevorzugte Ziele und aktuell besonders gefährdet. Mitarbeiter müssen daher stets sensibilisiert werden, um kostspielige und schädliche Fehler zu vermeiden.

Welche Bedrohungen Unternehmen im Sommer drohen

Beim Phishing wird ein Empfänger mit einer betrügerischen Nachricht getäuscht, um Zugangsdaten oder sensible Informationen zu stehlen. Ziel ist es, die Identität der Opfer anzueignen und zu missbrauchen. Beim Spoofing hingegen wird eine Adresse, eine Nummer oder eine Webseite gefälscht, um legitim zu erscheinen.

Slamming ist eine Variante des Phishings im Bereich der Domainnamen. Auch hier beginnt alles mit einer dringenden E-Mail. Diese drängt dazu, einen Dienst, einen Vertrag oder einen Domainnamen ohne tatsächliche Zustimmung betrügerisch auf einen anderen Anbieter umzustellen. Oft geschieht dies durch eine irreführende Aufforderung – zum Beispiel zur Verlängerung der Jahresgebühr –, die wie eine übliche und legitime Aktualisierung aussieht.

Betrügerische E-Mails, die am häufigsten als Mittel für Cyberangriffe genutzt werden, enthalten oft manipulierte Anhänge, die als PDF- oder Word-Dokumente getarnt sind und Malware oder Ransomware installieren können. Diese betrügerischen Anhänge werden als „Trojaner“ bezeichnet, da sie versuchen, die Sicherheit der IT-Systeme der Opfer so unauffällig wie möglich zu untergraben.

Alle Bedrohungen basieren auf Vertrauen und Dringlichkeit, um die Teams zu täuschen, insbesondere wenn die Personalbesetzung während der Sommermonate reduziert ist.

Domainnamen sind dann verstärkt Nachahmungen, betrügerischen Weiterleitungen und Versuchen der missbräuchlichen Registrierung ausgesetzt, was der Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit eines Unternehmens schaden kann.

Um dem bestmöglich entgegenzuwirken, wird das Verständnis jeder Art von Bedrohung durch die Sensibilisierung der Mitarbeiter zu einem wirksamen Schutzschild, um diese zu erkennen und zu verhindern.

Die Wachsamkeit im Unternehmen nachhaltig stärken

Um die mit Cyberbedrohungen verbundenen Risiken im Sommer zu minimieren, sollten mehrere einfache Verhaltensweisen im Alltag zur Gewohnheit werden:

  • Schützen Sie Ihre sensiblen Informationen: Geben Sie niemals vertrauliche oder persönliche Daten weiter, ohne zuvor die Identität Ihres Gesprächspartners eindeutig überprüft zu haben.
  • Seien Sie bei Anhängen wachsam: Öffnen Sie keine Dokumente, wenn Ihnen der Absender unbekannt ist.
  • Überprüfen Sie Links systematisch, bevor Sie darauf klicken: Machen Sie es sich zur Gewohnheit, mit der Maus über Hyperlinks zu fahren. So wird die tatsächliche Zieladresse angezeigt und Sie können irreführende URLs entlarven.
  • Behalten Sie bei dringenden Angelegenheiten einen kühlen Kopf: Cyberkriminelle nutzen oft die Eile aus (dringende Anfrage der Geschäftsleitung, ausstehende Rechnung). Geben Sie niemals dem Druck nach und nehmen Sie sich Zeit, die Situation zu analysieren.
  • Führen Sie eine Gegenprüfung durch: Bei dem geringsten Zweifel an einer Nachricht nutzen Sie einen anderen Kommunikationskanal (Telefonanruf, internes Nachrichtensystem), um den vermeintlichen Absender zu kontaktieren und die Legitimität seiner Anfrage zu überprüfen.

Diese Maßnahmen verringern die Bedrohungen für Domains, die in Zeiten geringerer Wachsamkeit durch Fälschungen, betrügerische Weiterleitungen oder Identitätsdiebstahlversuche ins Visier genommen werden.

Ein hohes Maß an Wachsamkeit während der Sommermonate aufrechtzuerhalten, ist keine Option, sondern eine strategische Notwendigkeit für Unternehmen. Angesichts der zunehmenden Cyberbedrohungen bleibt die Schulung der Teams ein wichtiger Verteidigungsfaktor. Angriffe vorzubeugen ist immer viel kostengünstiger, als die Folgen einer Sicherheitslücke zu tragen – vergessen Sie also nicht, Ihr Unternehmen dafür zu sensibilisieren! Zögern Sie nicht, Nameshield zu kontaktieren, wenn Sie Fragen haben.

Nameshield ist auf der INTA vertreten – vom 2. bis 6. Mai 2026 in London

Nameshield freut sich darauf, Sie nächsten Monat in London auf einer Veranstaltung zum Thema geistiges Eigentum begrüßen zu dürfen

Diese neue Ausgabe der INTA findet dieses Jahr in London statt und erwartet mehr als 10.000 Besucher, darunter Unternehmensjuristen, politische Entscheidungsträger, Vertreter von Regierungsbehörden, Dienstleister und viele mehr. Diese Messe gilt als die weltweit wichtigste und einflussreichste Veranstaltung zum Thema geistiges Eigentum.

Dank zahlreicher geplanter Konferenzen bietet sich die Gelegenheit, viele wichtige Player an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Innovation und Politik zu treffen. Gemeinsam vermitteln sie eine konkrete Sicht aus der Praxis, die aus den Vorständen, den höchsten Gremien und der Industrie stammt.

Auf dem Programm stehen: gezielte Schulungssitzungen, Verhandlungen und internationale Austauschrunden sind ebenfalls vorgesehen. Neue Schlüsselthemen werden in diesem Jahr diskutiert und versprechen spannende Diskussionen: künstliche Intelligenz und die damit verbundenen Fragen zu Eigentumsrechten und Regulierung, sowie das Eigentum an Domainnamen und deren Governance im Internet.

Unsere Online-Markenschutz-Lösung und der Schutz von Domainnamen im Rampenlicht der INTA 2026

Die Teilnahme von Nameshield an der INTA 2026 hat es unserem Unternehmen ermöglicht, sein Engagement für den Schutz von Domainnamen zu bekräftigen. Obwohl sie allzu oft in den Hintergrund gedrängt werden, sind Domainnamen doch ein entscheidendes Glied im Online-Markenschutz, da sie oft das erste Einfallstor sind, um Traffic umzuleiten, Kunden zu täuschen oder betrügerische Inhalte zu verbreiten.

Bei dieser neuen Ausgabe freuen sich unsere Experten darauf, Sie am Stand 230 zu treffen, um Ihnen unsere strukturierte Lösung zur Bekämpfung von Betrug und Bedrohungen für Marken vorzustellen: Phishing, Cybersquatting, Identitätsdiebstahl…

Unser Angebot „Online Brand Protection“ ist eine konkrete Antwort auf die Risiken, die die Online-Präsenz von Unternehmen gefährden. Dieses Angebot ist ein echter Hebel, um Marken dabei zu helfen, den Missbrauch ihrer digitalen Identität vorherzusehen, zu erkennen und abzuwehren.

Durch die Kombination von Domain-Überwachung, Markenschutz und Online-Reputationsschutz ermöglicht dieser Ansatz, Missbräuche zu antizipieren, bevor sie zu Vertrauensverlusten oder geschäftlichen Einbußen führen.

Unsere Leistungskennzahlen im Bereich Online Brand Protection verdeutlichen unsere Expertise:

  • Erkennungsrate von missbräuchlichen und betrügerischen und betrügerischen Domainnamen von 99,97 %,
  • Erfolgsquote unserer Takedown-Maßnahmen von 99 %,
  • Führend bei der Einreichung von UDRP-Verfahren unter allen Schiedsstellen.

Hier mein Vorschlag: In einem digitalen Umfeld, in dem Angriffe immer gezielter werden, muss eine wirksame Strategie auf proaktives Monitoring setzen: Sie erkennt Missbrauch frühzeitig und ermöglicht gezielte Maßnahmen, bevor Schaden entsteht. Warten Sie also nicht länger und besuchen Sie uns am STAND 230!

Wenn Sie Fragen zu unseren Lösungen haben oder uns auf der INTA 2026 treffen möchten, zögern Sie nicht, uns über dieses Formular oder unter events@nameshield.net zu kontaktieren. Unsere Teams beantworten gerne Ihre Anfragen.

Die Ausfälle, die die GAFAM-Unternehmen Ende des Jahres erlitten, haben uns brutal vor Augen geführt, wie sehr die fast ausschließliche Abhängigkeit vieler Organisationen von den Cloud-Giganten ein systemisches Risiko darstellt.

Im Juni 2025 machte Google den Anfang und erlitt einen Ausfall von mehr als 7 Stunden. Seitdem hatten auch seine Konkurrenten AWS und Cloudflare mit Zwischenfällen zu kämpfen.

Im Oktober 2025 war es Amazon Web Services (AWS), die Cloud-Plattform von Amazon, die mit einem Problem „im Zusammenhang mit der DNS-Auflösung des Endpunkts der DynamoDB-API in US-East-1” konfrontiert war, was zu einem Ausfall der DNS-Auflösung führte, der für viele Unternehmen, darunter Airbnb, Reddit, Snapchat, Slack usw., zu Dienstausfällen führte. Einen Monat später war Cloudflare an der Reihe, unter einem Ausfall zu leiden, der mit „einer unerwünschten Änderung der Berechtigungen in einem der Datenbanksysteme des Anbieters” zusammenhing. Die Folge: Google, X, ChatGPT, Facebook, Ikea waren ihrerseits nicht erreichbar…

Wenn eine Cloud-Region oder ein kritischer Dienst dieser Akteure ausfällt, sind Tausende von Websites, Anwendungen, Messaging-Diensten, Geschäfts-APIs und Kollaborationstools nicht mehr erreichbar, was sich unmittelbar auf den Umsatz, das Image, die Markenreputation und manchmal sogar auf die Geschäftskontinuität auswirkt. Über den einfachen technischen Vorfall hinaus unterstreichen diese Unterbrechungen die mangelnde Widerstandsfähigkeit von Architekturen, die zu stark auf außereuropäische Anbieter konzentriert sind, über die Unternehmen weder rechtliche Kontrolle noch ausreichende operative Kontrolle haben.

Massive, globale Ausfälle, die viele Unternehmen lahmlegen

Diese massiven Ausfälle der Hyperscaler haben ein weiteres, oft unterschätztes Phänomen ans Licht gebracht: den Kaskadeneffekt, der durch die Konzentration kritischer Dienste (Hosting, E-Mail, Authentifizierung, Daten, Managed DNS) bei einer sehr begrenzten Anzahl von Akteuren verursacht wird.

Wenn ein Cloud-Anbieter beispielsweise eine Ausfallzeit bei einer grundlegenden Komponente hat, beispielsweise seiner eigenen DNS-Infrastruktur, seinem Netzwerk oder seinen API-Diensten, fallen nicht nur Websites aus, sondern die gesamte digitale Wertschöpfungskette: Kundenportale, VPN-Tunnel, miteinander verbundene Geschäftsanwendungen, vernetzte Objekte, Authentifizierungs- und Identitätsverbundplattformen. In 80 bis 90 % der Fälle von größeren Vorfällen zeigt die nachträgliche Analyse, dass der ursprüngliche Ausfallpunkt in der Namensauflösung oder der Konnektivität zwischen DNS-Resolvern und exponierten Diensten liegt, was bestätigt, dass das DNS sowohl eine „Drehscheibe” als auch ein bevorzugter Schwachpunkt bleibt.

Diese Komponente wird jedoch noch zu oft als Standardkomponente im Angebot der Cloud-Giganten behandelt, ohne dass eine echte Strategie für die DNS-Ausfallsicherheit vorhanden ist.

DNS: die unsichtbare Achillesferse von Unternehmen

Für viele Organisationen verbirgt die Unsichtbarkeit des DNS noch immer sein wahres Wesen: Tatsächlich versorgt es alle digitalen Vertrauensketten, von einfachen Webseiten über VPN-Tunnel, E-Mail-Dienste oder DMARC-Richtlinien bis hin zu kritischen Anwendungen.

Ein Ausfall der Namensauflösung beschränkt sich daher nicht nur auf eine „ausgefallene Website”, sondern unterbricht potenziell den Zugriff auf ein ganzes Anwendungsökosystem, einschließlich der Dienste, die nur über APIs verfügbar sind oder intern genutzt werden. Die in den letzten Jahren beobachteten Cyberangriffe haben dies deutlich gezeigt: DDoS-Angriffe, DNS-Spoofing, Cache Poisoning oder Man-in-the-Middle-Angriffe zielen genau auf diese Infrastruktur ab, die oft weniger geschützt ist als die sichtbaren Anwendungs- oder Netzwerkkomponenten, obwohl sie ein obligatorischer Durchgangspunkt für jede Benutzeranfrage ist.

DNS ist daher sehr häufig der erste Ausfallpunkt und zugleich einer der am wenigsten beherrschten, obwohl es den Grundpfeiler der Verfügbarkeit digitaler Ressourcen bildet.

In diesem Zusammenhang bedeutet die fortgesetzte wahllose Übertragung dieser Funktion an einen einzigen außereuropäischen Hyperscaler, dass man akzeptiert, dass ein Ausfall, ein Konfigurationsfehler oder eine einseitige Entscheidung außerhalb jeglicher Souveränität innerhalb weniger Minuten den Zugang zu den wesentlichen Diensten des Unternehmens lahmlegen kann. Angesichts der zunehmenden Cyberbedrohungen und der verschärften Vorschriften, insbesondere der Einführung der NIS2, weisen Behörden wie die ANSSI auch auf die Notwendigkeit hin, das DNS zu sichern und es als kritische Komponente und nicht als einfachen impliziten Infrastrukturdienst zu behandeln.

Aus diesem Grund ermöglicht ein Ansatz, der auf einer kontrollierten Diversifizierung der Dienstleister und auf Spezialisierung basiert, indem Hosting und DNS voneinander getrennt werden und man sich auf einen souveränen Registrar stützt, diese Achillesferse in eine echte Grundlage für Resilienz zu verwandeln. DNS wird damit nicht mehr nur zu einer einfachen technischen Komponente, sondern zu einem Hebel für Governance und Geschäftskontinuität im Zentrum einer Strategie digitaler Souveränität, in der die Abhängigkeit von den Cloud-Giganten reduziert, kontrolliert und vor allem reversibel ist.

In diesem Sinne kann der Multi-Cloud-Ansatz, der oft als offensichtliche Antwort auf Ausfälle von Hyperscalern präsentiert wird, zu einem Hebel zur Verringerung des Geschäftsrisikos werden, wenn er mit einer Strategie der kontrollierten Diversifizierung der Dienstleister und einer Konsolidierung der DNS-Funktion um einen vertrauenswürdigen Player herum kombiniert wird, der in der Lage ist, eine maximale Verfügbarkeit der Internetdienste zu gewährleisten und das DNS in eine Grundlage für Resilienz und Unabhängigkeit von den Cloud-Giganten zu verwandeln.

Falsche Domain, echtes Risiko – und wie Sie darauf reagieren

Domainnamen sind heute ein fester Bestandteil der digitalen Angriffsfläche von Unternehmen. Betrüger und Cyberkriminelle nutzen diese strategischen Assets gezielt für Missbrauch und Cyberangriffe – mit ganz unterschiedlichen Zielen: von finanzieller Bereicherung über Störung und Destabilisierung bis hin zur Kompromittierung von Informationssystemen.

In diesem Zusammenhang registrieren Angreifer häufig Domainnamen, die eine Marke oder ein unterscheidungskräftiges Zeichen identisch oder täuschend ähnlich nachbilden – ohne jegliches Recht dazu. Dieses Vorgehen ist als Cybersquatting bekannt. Auch kann es passieren, dass böswillige Akteure nicht verlängerte oder aufgegebene Domains übernehmen und für ihre Zwecke missbrauchen – Domains also, die ursprünglich rechtmäßig einer Organisation gehörten.

Wie nutzen Cyberkriminelle missbräuchlich registrierte Domainnamen?

Anfang wurden mit dem Missbrauch von Domainnamen vor allem finanzielle Zwecken verfolgt – Betrüger registrierten Domains, um sie später zu einem hohen Preis weiterzuverkaufen. Auch wenn diese Praxis weiterhin existiert, sind Domain-Usurpationen heute vor allem Teil cyberkrimineller Aktivitäten.

Häufiges Ziel ist es, über Phishing-Kampagnen sensible Informationen zu stehlen. So werden ahnungslose Nutzer dazu verleitet, vertrauliche Daten preiszugeben, die anschließend für Identitätsdiebstahl oder den Zugriff auf Informationssysteme genutzt und weiterverkauft werden können.

Internetnutzer lassen sich schnell täuschen, wenn ein Domainname einer bekannten Marke sehr ähnlich sieht. Diese Methode wird gezielt genutzt, um Betrugsversuche, Umleitungen auf gefälschte oder werbefinanzierte Seiten oder die Verbreitung illegaler oder konkurrierender Angebote durchzuführen. Ebenso können solche Domains zum Verbreiten von Falschinformationen oder unangemessenen Inhalten eingesetzt werden.

Darüber hinaus kann Cybersquatting ein gängiger Angriffsvektor in der frühen Phase eines Cyberangriffs sein. Täuschend echte Domains werden genutzt, um Nutzer zum Herunterladen von Schadsoftware zu verleiten, die wiederum Systeme infiziert und Cyberkriminellen Zugang zu sensiblen Daten verschafft.

Cybersquatting – eine wachsende Bedrohung

Betroffene Unternehmen können infolge von Cybersquatting nicht nur finanzielle Verluste erleiden, sondern auch erhebliche Reputations- und Sicherheitsrisiken. Tatsächlich nimmt die Zahl der Markenrechtsverletzungen durch missbräuchliche Domainregistrierungen seit Jahren kontinuierlich zu.1

Die Registrierung scheinbar legitimer Domainnamen ist dabei äußerst einfach. Denn für Domainnamen gilt grundsätzlich das Prinzip „first come, first served“ – wer zuerst registriert, bekommt den Namen. Viele Registrare führen zudem keine Überprüfung der Identität des Antragstellers durch. Da einige Domain-Endungen außerdem sehr günstig erhältlich sind, kommt es immer häufiger zu Massenregistrierungen.

Cyberkriminelle nutzen verschiedene Varianten des Cybersquattings, um ihre Domains möglichst unauffällig erscheinen zu lassen. Beim sogenannten Combosquatting wird der Markenname beibehalten, aber um ein zusätzliches Schlüsselwort ergänzt (z. B. „marke-support.com“). Beim TLD-Squatting hingegen wird der Markenname unverändert verwendet, jedoch mit einer anderen Domain-Endung (z. B. „marke.net“ statt „marke.com“).

Sobald ein verdächtiger Domainname entdeckt wird, ist rasches Handeln gefragt: Zum einen sollten Maßnahmen zur Behebung des Verstoßes eingeleitet werden, um den Missbrauch zu stoppen. Zum anderen sind technische Prüfungen notwendig, um sicherzustellen, dass keine Kompromittierung im Gange ist – und um mögliche künftige Angriffe frühzeitig zu verhindern.

Wie Sie bei Markenmissbrauch handeln und Ihre Marke schützen können

Je nach Art des festgestellten Domainmissbrauchs und der gewählten Strategie gibt es verschiedene Maßnahmen zur Schadensbegrenzung und Markenverteidigung. Dazu gehören die einvernehmliche Rückgewinnung des Domainnamens, die Sperrung einer betrügerischen Website oder die Anfechtung einer Domainregistrierung über geeignete außergerichtliche Verfahren.

Eine häufig genutzte Maßnahme ist das Abmahnschreiben an den Inhaber des betreffenden Domainnamens – sobald dessen Identität bekannt ist. Ziel ist es, eine gütliche Einigung zur Rückgabe der Domain zu erreichen. Sollte der Inhaber dies verweigern, kann dieses Vorgehen gleichzeitig als erster Nachweis der Markenrechte dienen und die Grundlage für eine spätere Beschwerde oder Klage bilden.

Webseitensperrungen kommen zum Einsatz, wenn eine Domain eindeutig betrügerische Inhalte veröffentlicht oder für Phishing-Kampagnen genutzt wird. In solchen Fällen wird beim Registrar oder Hosting-Anbieter eine Sperrung beantragt – in der Regel auf Grundlage eines Dossiers mit Beweismaterial, das den Missbrauch dokumentiert.

Darüber hinaus gibt es außergerichtliche Streitbeilegungsverfahren wie UDRP oder URS, bei denen eine unabhängige Stelle eingeschaltet wird, um die Registrierung eines Domainnamens anzufechten – außerhalb des klassischen Gerichtssystems. Je nach Fall werden entsprechende Unterlagen bei einem Schiedsgericht, einer Registrierungsstelle oder einer akkreditierten Organisation eingereicht. Das konkrete Verfahren hängt meist von der Domain-Endung ab. In vielen Fällen ermöglichen diese Verfahren eine Wiedererlangung der betroffenen Domain.

Dies sind die gängigsten Schritte zur Reaktion auf Domainmissbrauch. In besonderen Fällen können jedoch auch weitere, individuell angepasste Maßnahmen erforderlich sein – abhängig von der Art der Verletzung und den Zielen der Markenstrategie.

Welche technischen Maßnahmen schützen Ihr Informationssystem?

Wie die ANSSI (Agence nationale de la sécurité des systèmes d’information) bereits in ihrem Bericht „Maîtrise du risque numérique“ von 2019 festhält, trägt „die Implementierung geeigneter Mittel zur Erkennung, Protokollierung und Korrelation […] maßgeblich zur Erkennung von Cyberangriffen bei“.

Wird ein missbräuchlicher oder verdächtiger Domainname entdeckt, sollte eine der ersten Maßnahmen darin bestehen, diesen auf Proxy-Ebene oder direkt auf dem DNS-Server zu blockieren. So wird verhindert, dass Nutzer auf die betrügerische Website zugreifen können – selbst dann, wenn sie über einen externen Link oder eine E-Mail dorthin geleitet werden.

Ein zweiter Schritt ist die Sperrung (Blacklisting) des Domainnamens auf dem Mailserver, um zu verhindern, dass Mitarbeiter E-Mails empfangen, die von dieser Domain gesendet werden. Viele E-Mail-Gateways bieten bereits integrierte Blocklist-Systeme, die von den IT-Sicherheitsteams des Unternehmens regelmäßig erweitert und gepflegt werden können.

Darüber hinaus sollten die Mail-Gateway-Protokolle überprüft werden, um festzustellen, ob vor Einrichtung des Blacklistings bereits Nachrichten von dieser Domain eingegangen sind. Gleichzeitig empfiehlt es sich, die Proxy-Protokolle zu analysieren, um sicherzustellen, dass kein Zugriff auf die betrügerische Website stattgefunden hat.

Diese Maßnahmen können zeitaufwendig sein, insbesondere wenn kein zentrales SIEM-System (Security Information and Event Management) vorhanden ist. Dennoch lassen sich Prioritäten setzen – etwa anhand der Kritikalität der betroffenen Domains, um gezielt und effizient vorzugehen.

Als Experte für den Schutz strategischer Domainnamen seiner Kunden unterstützt Nameshield Unternehmen mit Lösungen zur Erkennung von Cybersquatting-Fällen sowie mit einem Remediation-Service, der auf die Beilegung von Domainstreitigkeiten spezialisiert ist.

Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie mehr über unsere Sicherheitslösungen erfahren möchten.


[1] Die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) – eines der wichtigsten Schiedsgerichte, bei dem außergerichtliche UDRP-Beschwerden eingereicht werden können – verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen: Zwischen 2022 und 2024 nahmen die Beschwerden um über 7 % zu, und im Vergleich zu 2020 sogar um mehr als 47 %.