Amazon Registry kündigt die Einführung von drei neuen TLDs an: .FAST, .TALK und .YOU

Der Markt für Domainnamen entwickelt sich weiter

In diesem Sommer werden neue gTLDs eingeführt, um den Bedürfnissen von Marken und Unternehmen gerecht zu werden, die ihre Domains besser auf ihre individuellen Bedürfnisse zuschneiden möchten. Amazon Registry hat drei neue personalisierte Domainendungen angekündigt, die im August eingeführt werden: .FAST, .TALK und .YOU.

Diese strategische Gelegenheit bietet für Digital Marketing Experten eine Reihe von Vorteilen:

Jede TLD wurde entwickelt, um spezifische Bedürfnisse zu erfüllen:

  • .FAST bezieht sich eindeutig auf Schnelligkeit, Leistung, Reaktionsfähigkeit und Optimierung. Sie kann daher in der Tech-Branche (kürzere Latenzzeiten und optimierte Wartezeiten) oder für Lieferdienste eingesetzt werden und so den Mehrwert gegenüber der Konkurrenz herausstellen.
  • .TALK ist allgemeiner, aber vielversprechend: Sie zielt auf Kommunikation und Austausch in verschiedenen Formen ab (Foren, Podcasts, Diskussionsplattformen, Influencer, Blogger, Meinungen, Debatten).
  • .YOU ist anspruchsvoll und zielt auf Personalisierung ab. .YOU verspricht eine persönliche Identität, die den Nutzer in den Mittelpunkt stellt, und kann auf die unterschiedlichste Art und Weise gestaltet werden. Sie richtet sich an Unternehmenskunden für dedizierte persönliche Bereiche, aber potenziell auch an Influencer, Blogs etc.

Der Zeitplan für die Einführung wird in drei Phasen unterteilt:

  • Die erste, die „Sunrise“-Phase, ist vom 26. August bis zum 25. September 2025 angesetzt. Während dieser Zeit können sich Marken, die beim Trademark Clearinghouse (TMCH) registriert sind, vor der Öffnung für alle positionieren.
  • Die zweite Phase, die „Early Access Period“, findet vom 25. September bis zum 6. Oktober 2025 statt.
  • Die vollständige Öffnung findet ab dem 6. Oktober 2025 um 13 Uhr nach dem Prinzip „First Come, first served“ statt.

Sind Sie an diesen neuen Möglichkeiten für Branding, Differenzierung und Personalisierung im Internet interessiert? Und möchten Sie von einem vertrauenswürdigen Partner begleitet werden, um einen Domainnamen in .FAST, .TALK oder .YOU zu erwerben? Das Nameshield-Team steht Ihnen gerne zur Verfügung, um Ihre Fragen oder Bedürfnisse zu beantworten. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren!

ICANN83: Der Countdown läuft – noch zehn Monate bis zum Start der Bewerbungsphase für .Brand

Die ICANN83, die gerade in Prag stattfand, zeigte die aktuellen Fortschritte bei der Einführung der nächsten Runde neuer generischer Top-Level-Domains, deren GoLive für April 2026 bestätigt wurden. Sie bot auch Gelegenheit, die auf der ICANN82 begonnenen Diskussionen über mögliche Verbesserungen zur Optimierung der Organisation dieser Gipfeltreffen fortzusetzen und die Aufmerksamkeit auf politisch relevante Cybersicherheitsthemen zu lenken

Nach der Anmeldung online oder vor Ort können die Teilnehmer der Gipfeltreffen der ICANN, der Regulierungsbehörde für das Internet, die Tagesordnung der für den Gipfel geplanten Sitzungen einsehen. Prag war Gastgeber des 83.ICANN-Gipfels. Bei den Gipfeltreffen zur Jahresmitte, die ohne öffentliches Forum und Eröffnungszeremonie auskommen, ist es immer interessant, einen Blick auf die beiden Enden der Tagesordnung zu werfen, um die aktuellen Themen zu identifizieren.

Die unausweichliche nächste Runde neuer TLDs

Es wundert nicht, dass die Teilnehmer schon bei ihrer Ankunft voll mit dem Subpro-Prozess beschäftigt waren, der die neuen generischen TLDs betrifft, die im April 2026 starten sollen.

Die ICANN83 fand nämlich nur knapp 10 Monate vor dem nächsten Bewerbungsfenster für alle Unternehmen statt, die ihre eigene Internet-Endung (dotBrand oder .Brand) einführen möchten. Dieses Thema ist für die Organisation in erster Linie aus finanziellen Gründen von entscheidender Bedeutung, da die ICANN insbesondere erhebliche Investitionen getätigt hat, um ihre Infrastruktur zu stärken, weiterzuentwickeln und auch ihr Personal aufzustocken, um den zusätzlichen Arbeitsaufwand zu bewältigen, der mit dem Näherrücken des Bewerbungsfensters entsteht. Die Herausforderungen sind nicht zuletzt auch technischer und rechtlicher Natur. Für das Bild der ICANN in der Öffentlichkeit wird der Prozess ein echter Prüfstein sein, da er für die Unternehmen, die 2026 den Schritt zur Schaffung ihrer eigenen Internet-Endung wagen werden, sehr verbindlich und folgenreich ist.

Was die Umsetzung der nächsten Serie angeht, so ist die gute Nachricht, dass der Zeitplan für die Umsetzungsarbeiten eingehalten wird. Ein erster Entwurf des Bewerbungsleitfadens liegt bis zum 23. Juli zur öffentlichen Stellungnahme vor. Der Zeitraum für die Einreichung von Bewerbungen wurde auf 12 bis 15 Wochen ab April 2026 bestätigt.

Zu den Änderungen in der nächsten Runde gehört insbesondere die Möglichkeit, sich für eine zweite Zeichenfolge zu entscheiden. Nach der öffentlichen Bekanntgabe der beantragten Zeichenfolgen, die von der ICANN als „Reveal Day” bezeichnet wird, haben die Bewerber 14 Kalendertage Zeit, um sich für oder gegen eine zweite Wahl zu entscheiden. Dies kann insbesondere dazu dienen, eine Auktion mit anderen Unternehmen zu vermeiden, die sich für dieselbe Zeichenfolge entschieden haben. Private Einigungen bei Streitigkeiten zwischen Bewerbern für dieselbe Zeichenfolge, die 2012 zulässig waren, werden 2026 nicht mehr möglich sein. Dieser Ansatz wurde gewählt, um Unternehmen auszubremsen, die sich aus rein spekulativen Gründen für eine .Brand interessieren.

Das Förderprogramm zur Unterstützung von Unternehmen mit Finanzierungs- oder anderen Ressourcenproblemen ist ebenfalls weiter ausgereift als 2012, auch wenn, wie in Prag vorgestellt, derzeit nur 22 Anträge im Projektstadium vorliegen.

Die ICANN wies auch darauf hin, dass die Bewertung der technischen Betreiber teilweise automatisiert wurde und dass im Hinblick auf die Inklusivität im Jahr 2026 mehr Skripte berücksichtigt werden sollen: insgesamt 33. Es ist nämlich möglich, sich für internationalisierte Internet-Endungen zu bewerben, d.h. Endungen, die mit diakritischen Zeichen geschrieben sind, wie sie in vielen europäischen Sprachen erforderlich sind, oder mit Zeichen aus nicht-lateinischen Schriften.

Am anderen Ende der Agenda stand die Zukunft der ICANN-Meetings

Angesichts der wichtigen Themen muss die Internet-Nutzergemeinschaft einen Austausch pflegen – dafür sind die ICANN-Treffen unverzichtbar. Seit der Covid-Pandemie im Jahr 2020 hat sich die ICANN für sogenannte „hybride” Formate entschieden, bei denen die Teilnehmer die Sitzungen entweder vor Ort oder aus der Distanz verfolgen können. Allerdings musste die ICANN auch mit einem erheblichen Anstieg der Kosten für die Organisation dieser jährlichen Veranstaltungen fertig werden. Insgesamt gibt es vier Veranstaltungen, wenn man zu den drei Gipfeltreffen zu politischen Themen im Zusammenhang mit Domainnamen noch ein eher operatives Gipfeltreffen hinzuzählt.

In Seattle hatte die ICANN in einem als „How we meet” bezeichneten Gemeinschaftsprozess Überlegungen zur Zukunft dieser Veranstaltungen angestoßen. Bei der Organisation dieses unverzichtbaren Austauschs mit der Gemeinschaft müsse die ICANN auch hohe Anforderungen an Sicherheit, Barrierefreiheit und Inklusivität berücksichtigen.

Auf der ICANN83 stellte Sally Costerton, die dieses Thema leitet, die Ergebnisse einer Umfrage unter den Teilnehmern und Vertretern der Interessengruppen vor, die auf Vorschlägen für die Gestaltung künftiger Treffen basierte. Die Vorschläge, die auf große Zustimmung stießen, betreffen die Priorisierung von Tagungsorten mit günstigen Reisemöglichkeiten und die Einführung einer Richtlinie, die es ermöglicht, eine ICANN-Sitzung automatisch in ein Online-Format zu übertragen, wenn unvorhergesehene Umstände eine Verlegung der Sitzung von einem geplanten Ort erforderlich machen.

Mit 72 % Zustimmung wurden erneut die Verkürzung der beiden Community-Foren, die dem ersten und dritten jährlichen ICANN-Treffen entsprechen, um einen Tag und die Umgestaltung der Tagesordnung durch Verlegung des öffentlichen Forums und des Forums zu geopolitischen Aspekten vom letzten auf den ersten Tag des Community-Forums befürwortet. Ziel ist dabei, die Mietdauer für einen Plenarsaal auf einen Tag zu reduzieren, anstatt ihn für die gesamte Sitzung zu mieten. Auch kleine Einsparungen sind willkommen.

Umgekehrt wird der Vorschlag, von einer jährlichen Sitzung vollständig auf eine virtuelle Sitzung umzustellen, weitgehend abgelehnt. Die Arbeitsgruppe, die sich mit diesem Thema befasst hat, hat diese Punkte in einem Bericht festgehalten und setzt derzeit den Austausch fort, um eine Entscheidung zu treffen.

Die NIS2-Richtlinie zur Cybersicherheit steht kurz bevor

Zum Zeitpunkt der ICANN83 hatten 14 EU-Mitgliedstaaten die Cybersicherheitsrichtlinie NIS2 in nationales Recht umgesetzt. Diese Umsetzungen sind für die ICANN von Interesse, da mehrere Themen mit der Domainnamen-Komponente in Artikel 28 der Richtlinie in Zusammenhang stehen.

Zu den damit verbundenen Themen gehören die Richtigkeit der Registrierungsdaten sowie der Zugang zu Domainnamen-Registrierungsdaten bei berechtigtem Bedarf über ein Standardisiertes System für den Zugang zu Registrierungsdaten (SSAD), das 2020 im Rahmen des ePDP-Phase-2-Prozesses zur Politikentwicklung skizziert wurde. Während die Überarbeitung der Maßnahmen zur Richtigkeit der Registrierungsdaten verschoben wurde, ist die Einführung des SSAD noch ungewiss. Seit fast zwei Jahren wird ein Prototyp namens Registration Data Request Service (RDRS) getestet, und die ICANN befindet sich derzeit in der Phase der Erfahrungsauswertung zu diesem System.

Der Governmental Advisory Committee, der die Regierungen vertritt, hat auf diesem Gipfel erneut darauf hingewiesen, dass Anträge auf Zugang zu Registrierungsdaten, wenn sie dringend sind und rechtliche Aspekte betreffen, innerhalb von maximal 24 Stunden bearbeitet werden müssen. Die neue Richtlinie mit dem Namen „Registration Data Policy”, die Ende August 2025 vollständig in Kraft treten wird, hat in Bezug auf diesen Begriff der Frist tatsächlich eine gewisse Unklarheit hinterlassen. Hinter diesem Begriff der dringenden Anfragen verbirgt sich, wie erneut betont wurde, dass es sich um Anfragen handelt, die eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben, schwere Verletzungen, Schäden an kritischen Infrastrukturen oder die Ausbeutung von Kindern darstellen, wenn die Offenlegung der Daten zur Bekämpfung oder Abwendung dieser Gefahr erforderlich ist. Der Begriff „kritische Infrastruktur” bezieht sich auf physische und cybertechnische Systeme, die von den Regierungen als wesentlich für das Funktionieren der Gesellschaft und der Wirtschaft angesehen werden und aus Gründen der nationalen Sicherheit besonderen Schutz verdienen.

Eines der zentralen Themen der ICANN83 war daher die Frage, wie die Authentifizierung von Entitäten, die von einer Priorisierung profitieren würden, gehandhabt werden soll.

Im Zusammenhang mit NIS2 wurden ebenfalls die Ergebnisse einer Studie der DNS Research Federation zur territorialen Wirkung der NIS2-Richtlinie präsentiert. Die auf über 8 Millionen Domainnamen durchgeführte Untersuchung zeigt, dass fast 70 % der Domaininhaber der europäischen Registries (Vergabestellen) außerhalb der EU sitzen. Bei den Registraren (Registrierungsstellen) sinkt dieser Anteil auf 29 %. Die Studie belegt außerdem, dass alle in der EU ansässigen Akteure über eine große Zahl von Kunden außerhalb des EU-Gebiets verfügen. Dies gilt besonders stark für die Registries, betrifft aber ebenso Registrare und Wiederverkäufer.

Zur Erinnerung: Nameshield ist seit jeher ein souveräner europäischer Unternehmensregistrar, seit 2017 nach ISO 27001 zertifiziert und verfügt über ein eigenes CERT. Unsere Expertise garantiert Ihnen die NIS2-Konformität.

Im Hinblick auf die nächste Runde der dotBrand/.Brand, die nächstes Jahr auf den Markt kommen, erinnert Nameshield auch daran, dass Sie sich jetzt die Frage stellen sollten, ob Sie sich für ein Projekt zur Erstellung einer Endung vom Typ dotBrand/.Brand positionieren möchten. ICANN83 hat deutlich gemacht, dass viele Einrichtungen beim Förderprogramm nicht wissen, ob sie sich bewerben sollen und wie sie es genau anstellen müssen, wenn sie finanzielle Hilfe von ICANN wollen. Auch wenn einige abwarten werden, um ihre Absichten nicht zu früh preiszugeben, besteht für diese Unternehmen die Gefahr, dass sie die Fristen verpassen. Sowohl das Förderprogramm als auch das Bewerbungsfenster haben nämlich einen festen Beginn und ein festes Ende. Das Förderprogramm läuft im November 2025 aus, das Bewerbungsfenster dürfte zwischen Juli und August 2026 geschlossen werden.

Lassen Sie uns gemeinsam diese Fragen besprechen, denn die Möglichkeiten, eine exklusive Internet-Erweiterung für Ihre Marke zu schaffen, sind rar.

Bildquelle: Leonhard Niederwimmer von Pixabay

Amazon Registry kündigt die Einführung von drei neuen Top Level Domains an: .FREE, .HOT und .SPOT

Der Domainmarkt bereitet sich auf die Einführung neuer gTLDs vor, nachdem Amazon Registry die Einführung der Top Level Domains .FREE, .HOT und .SPOT am 2. April 2025 angekündigt hat.

Mit der Einführung dieser drei neuen TLD beschließt Amazon Registry heute, sein Portfolio an TLD angesichts einer sich ständig verändernden Welt der Domainnamen zu erweitern.

Der Zeitplan für die Einführung ist in drei Phasen unterteilt:

  • Die erste Phase, die Sunrise-Phase, dauert vom 2. April bis zum 2. Mai 2025. In diesem Zeitraum können sich die beim Trademark Clearinghouse registrierten Marken vor der allgemeinen Einführung positionieren.
  • Die zweite Phase, die Early Access Period, findet vom 12. bis 17. Mai 2025 statt.
  • Die allgemeine Verfügbarkeit wird voraussichtlich ab dem 19. Mai 2025 erfolgen.

Möchten Sie beim Erwerb eines .FREE-, .HOT- oder .SPOT-Domainnamens für Ihre Marke unterstützt werden? Das Nameshield-Team steht Ihnen für Fragen oder Wünsche zur Verfügung. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

[REPLAY WEBINAR] Die neuen gTLDs und dotBrands kommen! Wie eine dotBrand-Top Level Domain Ihre Marke transformieren kann

Finden Sie auf der Nameshield-Website das Replay des Webinars „Die nächste Runde der neuen gTLDs kommt! Wie eine dotBrand-Top Level Domain Ihre Marke transformieren kann“, das von Arnaud Wittersheim, Projektmanager für ngTLDs und Compliance – PO Domainnamen, und Joëlle Samaké, Country Coordinator Germany bei Nameshield, moderiert wurde.

Die ICANN hat für 2026 eine Reihe neuer gTLDs angekündigt, die es Markeninhabern ermöglichen, ihre individuelle Internet-Endung zu erstellen. Da die vorherige Runde 2012 stattfand, haben Sie jetzt die seltene Gelegenheit, den Ruf Ihrer Marke durch eine erkennbare, vertrauenswürdige und sichere digitale Identität in einem Umfeld wachsender technologischer und regulatorischer Herausforderungen zu festigen.

Unsere Experten werden Ihnen die Bedeutung des Besitzes Ihrer strategischen gTLD erläutern, aber auch die von Nameshield angebotene Rundumbetreuung, die vom Aufbau Ihres Projekts bis zur Einreichung der Bewerbung bei der ICANN geht.

Bei diesem Webinar hatte Nameshield die Ehre, Mert Saka, GDD Accounts Senior Manager bei der ICANN, begrüßen zu dürfen, der uns weitere Einblicke in das Verfahren zum Erwerb einer eigenen .brand gewährte.

Wenn Sie die volle Kontrolle über Ihr digitales Territorium haben, die Sicherheit Ihrer strategischen Vermögenswerte erhöhen, das Vertrauen Ihrer Kunden und Nutzer steigern und Ihre Marktführerschaft behaupten möchten, dann nutzen Sie diese einmalige Chance zur Innovation. 

Das Versprechen unseres Webinars: Ihnen die Bedeutung des Besitzes Ihrer strategischen gTLD und die von Nameshield angebotene Rundumbetreuung vorzustellen.

Zunehmende Nutzung von Domains in neuen gTLDs für Cyberangriffe im Jahr 2024

Ein im November 2024 veröffentlichter Bericht von Interisle Consulting mit dem Titel Cybercrime Supply Chain 2024: Measurements and Assessments of Cyber Attack Resources and Where Criminals Acquire Them zeigt, dass Cyberkriminelle ihren Verbrauch an Domainnamen für Cyberangriffe stark erhöht haben, insbesondere bei neuen generischen Top Level Domains (TLD).

Der Studie zufolge wurden im Jahr 2024 mehr als 8,6 Millionen einzigartige Domains bei Cyberangriffen verwendet, verglichen mit 4,8 Millionen im Jahr 2023, was einem Anstieg von 81 % entspricht. Der Bericht zeigt auf, dass Cyberkriminelle häufig Domainnamen mit legitimer Erscheinung registrieren (Cybersquatting), um ihre kriminellen Aktivitäten zu erleichtern. Da viele Registrare zum Zeitpunkt der Registrierung keine Überprüfung der Identität des Antragstellers oder der Existenz etablierter Markennamen durchführen, ist dies einfach.

In dem Bericht wird die Vermutung aufegstellt, dass die Betrüger zu diesem Zweck eine wachsende Vorliebe für neue generische Top-Level-Domains zeigen. Diese Schlussfolgerung bestätigen, die Daten des Nameshield-Dienstes zur Bekämpfung von Cybersquatting und der Schlichtungsstellen, die befugt sind, Streitigkeiten über Domainnamen außergerichtlich beizulegen.

Was sind neue generische Top-Level-Domains?

Angesichts der wachsenden Bedeutung des Internets in der Wirtschafts-, Sozial- und Kulturwelt hat die ICANN im Jahr 2012 einen Aufruf zur Einreichung von Bewerbungen zur Einführung neuer gTLDs der ersten Ebene gestartet.
Die Öffnung neuer gTLDs hat über 1500 neue Top Level Domains auf den Markt gebracht, die in drei Kategorien unterteilt sind: Branchen (z. B. .poker, .music, .hotel, .sport usw.), geografische Gebiete (.paris, .bzh, .africa, .vegas usw.) und Unternehmen (Corporates), die Unternehmen die Möglichkeit bieten, eine Marke oder einen Firmennamen als Top Level Domain zu verwenden (z. B. .loreal, . audi, .apple, .microsoft usw.).
Sie kamen zu den historischen generischen Top Level Domains hinzu, die am weitesten verbreitet sind (z. B.: .com, .net, .org, .info, .biz usw.), sowie zu den geografischen Top Level Domains, die ein Land oder ein Gebiet identifizieren können (z. B.: .de, .at, .uk, .cn usw.).

Die neuen generischen Top Level Domains sind bei Cyberkriminellen sehr beliebt

Im Rahmen der Studie von Interisle Consulting wird die kriminelle Nutzung von Domainnamen unter dem Gesichtspunkt der drei häufigsten und für die betroffenen Unternehmen kostspieligsten Angriffsvektoren untersucht: Malware, Phishing und Spam. Die Daten der Studie wurden aus Berichten über diese drei Arten von Betrug zusammengestellt, die von elf öffentlichen oder kommerziellen Bedrohungs- und Reputationsdiensten gesammelt wurden.

Für die Analyse wurden die TLDs in vier Kategorien unterteilt: .com und .net; andere generische und vor 2013 eingeführte TLDs wie . org, .biz und .info; die geografischen TLDs, die sogenannten ccTLDs (z. B. .at, .de, .cn, .co…); die neuen generischen TLDs, die ab 2014 eingeführt wurden (z. B. .top, .shop, .vip, .xyz…).

Aufteilung der zwischen September 2023 und August 2024 registrierten Domainnamen nach TLD

Die Analyse der gesammelten Berichte zeigt jedoch, dass die Domainnamen in .com und .net zwar fast die Hälfte aller zwischen September 2023 und August 2024 registrierten Domainnamen ausmachen, aber nur etwas mehr als 40 % der Domains, die für kriminelle Zwecke genutzt werden. Obwohl die in den letzten Jahren eingeführten neuen generischen Top Level Domains nur 11 % des Marktes für Domainnamen ausmachen, sind sie für rund 37 % der zwischen September 2023 und August 2024 gemeldeten Cyberkriminalitätsdomains verantwortlich.

Verteilung der Cyberkriminalitätsdomainnamen nach Top Level Domain zwischen September 2023 und August 2024

Die Studie geht noch einen Schritt weiter und unterteilt die für kriminelle Aktivitäten gemeldeten Domainnamen in zwei Kategorien: Domainnamen, die absichtlich registriert wurden, um eine böswillige oder kriminelle Handlung zu begehen (für böswillige Zwecke registrierte Domains), und Domainnamen, die für legitime Zwecke registriert, aber nach einer Cyberattacke von Kriminellen kompromittiert wurden. Diese Unterscheidung ermöglicht es, festzustellen, dass die neuen generischen Top Level Domains in etwa 49 % der Fälle von Domainnamen, die zu böswilligen Zwecken registriert wurden, während des untersuchten Zeitraums verwendet werden.

Verteilung der Domainnamen, die zwischen September 2023 und August 2024 für böswillige Zwecke registriert wurden, nach Endung

Die neuen Endungen, die für ihre Mindestanforderungen an die Registrierung und ihre niedrigen Kosten bekannt sind, werden zunehmend von Betrügern bevorzugt. So boten beispielsweise neun der Top Level Domains mit den höchsten Werten für Cyberkriminalität in der Studie Registrierungsgebühren von weniger als 1,00 $ und zweiundzwanzig Gebühren von weniger als 2,00 $ an. Zum Vergleich: Der niedrigste Preis für einen .com-Domainnamen lag im Untersuchungszeitraum bei 5,91 $.

Der Bericht erstellt somit eine TOP 5 der wichtigsten TLDs, für die die größte Anzahl böswilliger Registrierungen im Jahr 2024 gemeldet wurde: Darunter befinden sich drei neue generische Top Level Domains, .top, .xyz und .shop.

TOP 5 der wichtigsten TLDs, für die die größte Anzahl böswilliger Registrierungen im Jahr 2024 gemeldet wurde

Fokus auf Cybersquatting, ein ähnlicher Trend

Um Domainnamen, die mit der Absicht registriert wurden, eine böswillige Handlung zu begehen, zu kategorisieren und sie von Domainnamen zu unterscheiden, die für kriminelle Aktivitäten kompromittiert wurden, hat Interisle Consulting hat eine Reihe von Kriterien festgelegt,. Die Verwendung von Cybersquatting ist eines dieser Kriterien.

Cybersquatting ist eine Technik, die darin besteht, missbräuchlich einen Domainnamen zu registrieren, der mit einer Marke, einem Handelsnamen, einem Nachnamen oder einer anderen Bezeichnung, identisch ist oder dieser ähnelt. Auf diese hat der Anmelder keine Rechte und nutzt sie oft zu böswilligen Zwecken. Die Auswirkungen für die rechtmäßigen Einheiten sind zahlreich und oft kostspielig: finanzielle Verluste, Rufschädigung der Marke, Sicherheitsverletzungen.

Wir unterstützen mehr als 300 Unternehmen im Kampf gegen Cybersquatting und bieten Ihnen hier eine detaillierte Studie über die von Betrügern, die diese Technik anwenden, am häufigsten verwendeten Top Level Domains. Die unten untersuchten Daten beziehen sich auf das Jahr 2024 und die Domainnamen. Die wurden von unserem Analystenteam durchleuchtet und konnten durch unsere Tools mit Sicherheit als Cybersquatting gegen die für unsere Kunden überwachten Marken eingestuft werden. Aufgrund der Anzahl und der Art dieser Kunden kann diese Analyse nicht objektiv und schlüssig sein, hat aber den Vorteil, eine Tendenz aufzuzeigen.

Nach den Ergebnissen unserer Abteilung zur Bekämpfung von Cybersquatting, welche die von Interisle Consulting verwendete Einteilung der Erweiterungen übernimmt, stehen die TLDs generisch .com und .info an der Spitze der am häufigsten verwendeten Erweiterungen, um irreführende Domainnamen zu registrieren. Die Endung .com zeichnet sich dadurch aus, dass knapp die Hälfte der Domainnamen, die ein eindeutiges Risiko darstellen und unseren Kunden gemeldet wurden, mit dieser Endung registriert wurden.

Aufteilung der als Cybersquatting eingestuften Domainnamen nach Endung im Jahr 2024

An zweiter Stelle stehen die geografischen Top Level Domains, die sogenannten ccTLDs: Sie machen etwas mehr als ein Viertel der Top Level Domains aus, die am häufigsten für die Registrierung irreführender Domainnamen verwendet werden. Die fünf am häufigsten beobachteten ccTLDs durch unseren Überwachungsdienst im Jahr 2024 waren die Erweiterungen fr, .de, .pl, .ru und .cn.

An dritter Stelle stehen die neuen generischen Top Level Domains, die fast ein Fünftel der beobachteten TLDs in Fällen von Cybersquatting ausmachen, die Nameshield für seine Kunden gemeldet hat, wobei die TLD .shop die anderen bei weitem übertrifft. Es folgen .online, .top, .site und .store.

Top 10 der neuen generischen Top Level Domains, die für die Registrierung von Domainnamen verwendet wurden, die 2024 als Cybersquatting eingestuft wurden

Auch wenn diese Beobachtungen nicht exakt mit denen der Studie von Interisle Consulting übereinstimmen, stellt unser Service ebenfalls einen Anstieg der Verwendung neuer generischer Top Level Domains im Jahr 2024 im Vergleich zu 2023 fest. Im Jahr 2023 wurden 12 % der von unserem Team bei ihrer Erkennung als Cybersquatting eingestuften und registrierten Domainnamen mit einer neuen generischen Endung registriert, im Jahr 2024 waren es bereits 19%. .

Verteilung der als Cybersquatting eingestuften Domainnamen nach Endung im Jahr 2023

Insgesamt ließ sich im Bezug von Cybersquatting, auf den von uns meist beobachteten Top 20 von 2024 im Vergleich zu 2023 ein Anstieg der Verwendung von neuer generischer Top Level Domains verzeichnen, mit Ausnahme von .site:

Unter den Top 20 der Top Level Domains, die von unserem Dienst am häufigsten für die Registrierung von Domainnamen im Zusammenhang mit Cybersquatting im Jahr 2024 verwendet beobachtet wurden, ist im Vergleich zu 2023 insgesamt ein Anstieg der Verwendung neuer generischer Top Level Domains zu beobachten, mit Ausnahme von .site:

TLD20242023
20242023
.com 53,19% 57,46%
.info 7,07% 8,12%
.fr 6,98%11,80%
.shop 6,25% 1,41%
.de 3,40% 0,58%
.pl 2,76%0,34%
.net 2,58% 6,36%
.online 2,22%1,55%
.ru 1,99% 1,10%
.org 1,77% 2,72%
.cn 1,40% 0,69%
.top 1,36% 0,55%
.site 1,31% 1,41%
.store 1,27% 0,69%
.br 1,27% 0,52%
.today 1,13%0,00%
.xyz 1,09% 0,69%
.es 1,04% 0,17%
.uk 1,00% 1,10%
.co 0,91% 0,65%

Ein Trend, der sich auch in den Entscheidungen zu außergerichtlichen Beschwerden widerspiegelt

Das auf Vorschlag der ICANN eingerichtete außergerichtliche Verfahren UDRP („Uniform Domain-Name Dispute Resolution Policy“) ermöglicht die Sanktionierung offensichtlicher und unbestreitbarer Markenrechtsverletzungen, die sich aus der Reservierung identischer oder ähnlicher Domainnamen durch Dritte (Cybersquatting) ergeben.

Die UDRP gilt für generische (gTLDs) und neue Top Level Domains (new gTLDs), aber auch für bestimmte geografische Top Level Domains (ccTLDs), deren Registrierungsstelle die von der UDRP-Grundsätze akzeptiert wurden. Der Anwendungsbereich dieses Verfahrens ist internationaler Natur und bietet einen einfachen Mechanismus zur Beilegung von Streitigkeiten über ein von der ICANN akkreditiertes Schiedsgericht.

Die Domainnamen, für die ein Schiedsverfahren bei einem akkreditierten Zentrum beantragt wurde, können die Realität des Cybersquatting nicht genau veranschaulichen. Denn die daraus gewonnenen statistischen Daten spiegeln nur die Marken wider, deren Inhaber eine Überwachungs- und Abhilfestrategie für Verletzungsfälle eingeführt haben. Außerdem stellen sie nur eine einzige Art von Abhilfemaßnahmen dar, die durchgeführt werden können. Für die anderen, wie z. B. die Sperrung von Websites (Takedowns), gibt es keine statistischen Daten und somit können diese nicht analysiert werden.

1Die Analyse der im Jahr 2024 in UDRP-Akten am häufigsten beobachteten Endungen zeigt eine Top 10, die aus 6 neuen generischen Endungen besteht, wobei die .com mit großem Abstand an der Spitze liegt. Diese Endung macht 80,44 % der behandelten Fälle unter diesen Top 10 aus, was jedoch einen Rückgang gegenüber dem Anteil von 86,94 % im Jahr 2023 darstellt. Obwohl die Endungen, die die Top 10 2024 bilden, mit denen von 2023 identisch sind, ist der Anteil der UDRP-Fälle, die sich auf die neuen generischen Endungen beziehen, für jede von ihnen gestiegen.

RangTLD20242023
1 .com 80,44 % 86,94 %
2.shop 5,52 %1,94 %
3.net 4,49 %3,78 %
4.org 2,79 % 2,41 %
5.online1,90 % 1,27 %
6.store 1,17 % 1,00 %
7.top 1,16 % 0,64 %
8.xyz1,13 % 0,63 %
9.site0,99 % 0,53 %
10.info 0,40 % 0,86 %

Da die UDRP-Verfahren nicht auf alle Fälle im Zusammenhang mit geografischen Top Level Domains angewandt werden können, außer auf diejenigen, für die die Registrierungsstelle die UDRP-Grundsätze akzeptiert hat, deckt sich diese Top 10 sehr stark mit den Top Level Domains von 2024, die von unserer Abteilung am häufigsten beobachtet wurden, um Domainnamen für Cybersquatting zu registrieren.

Welche Lösungen gibt es angesichts dieser Feststellung?

Um sich vor der Registrierung von Domainnamen zu schützen, die Ihrer Marke ähneln, besteht die erste Maßnahme darin, ein optimiertes Portfolio von Domainnamen zu erstellen das eine Strategie zur defensiven Registrierung umfasst. Es geht darum, Domainnamen mit Ihrer Marke auf einer Vielzahl von Endungen zu registrieren und zu verlängern. Dabei sind insbesondere die betrugsanfälligsten Top Level Domains, die branchenspezifischen Endungen, die dem Tätigkeitsbereich der Marke entsprechen, und die als risikoreich angesehenen Endungen relevant, weil sie nicht über ein Streitbeilegungsverfahren verfügen. Dieser Ansatz kann durch die Registrierung von Domainnamen mit Ihrer Marke in ihren plausibelsten Varianten ergänzt werden, um sich vor den Formen des Typosquatting zu schützen, die am ehesten geeignet sind, um Nutzer zu täuschen.

Für ein Unternehmen ist es heutzutage jedoch unmöglich, einen umfassenden defensiven Ansatz zu verfolgen, d. h. so viele Domainnamen wie nötig zu registrieren, um sich vor Betrug um dieses strategische Gut zu schützen, da böswillige Akteure eine Vielzahl an kreativen Möglichkeiten haben.

Heute ist eines der wirksamsten Mittel im Kampf gegen Cybersquatting die frühzeitige Erkennung von Markenverletzungen. Denn die Möglichkeit, diese bereits zum Zeitpunkt ihrer Registrierung zu erkennen, entscheidet über die Möglichkeit, geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die eingesetzten Erkennungslösungen müssen leistungsstark sein: Jeden Tag werden weltweit Hunderttausende neuer Domainnamen registriert, und unter diesen verbirgt sich eine unbestimmte Anzahl von Betrugsvektoren. Die Überwachungslösungen müssen daher in der Lage sein, alle neu beobachteten Domainnamen, die eine bestimmte Marke imitieren, zu erkennen, die in identischer Form oder aus einer sehr großen Bandbreite von Variationen sowie in Verbindung mit Schlüsselwörtern und Konzepten aus ihrem Wortschatz gesucht werden müssen.

Als souveräner Corporate Domain Registrar und Experte für den Schutz der strategischen Domainnamen seiner Kunden vor Cyberbedrohungen kann Nameshield Sie begleiten und Ihnen Lösungen zum Schutz Ihrer Marke im Internet anbieten.

  1. Diese Daten wurden aus Daten zusammengetragen, die von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO), dem National Arbitration Forum (NAF), dem tschechischen Schiedsgericht (CAC), dem kanadischen Internationalen Internet-Streitbeilegungszentrum (CIIDRC) und dem asiatischen Domain Name Dispute Resolution Centre (ADNDRC) zur Verfügung gestellt wurden. ↩︎