ICANN85: Zeitplan für die nächste Runde neuer Domainendungen steht fest

ICANN ist regelmäßig in Asien zu Gast. Dennoch liegt das letzte Treffen in Indien bereits zehn Jahre zurück (ICANN57). Nach Hyderabad im Jahr 2016 fand der 85. Gipfel nun vom 7. bis 12. März in Mumbai statt. Die Wirtschaftsmetropole war damit erneut Gastgeber – nur sieben Wochen vor Öffnung des Bewerbungsfensters für neue Domainendungen. Gleichzeitig war das Treffen von einer angespannten geopolitischen Lage geprägt, insbesondere durch die Militärschläge im Iran und im Libanon.

Trotz geopolitischer Lage: stabile Teilnahme

Laut ICANN nahmen 1.407 Personen aus 112 Ländern vor Ort teil – ein Wert im üblichen Rahmen. Gleichzeitig wirkten viele Sitzungen weniger gut besucht als sonst. Insgesamt fanden rund 200 Veranstaltungen statt.

Ein Grund dafür dürften die Auswirkungen der militärischen Entwicklungen im Iran gewesen sein. Flugausfälle in der Region erschwerten die Anreise. Viele Teilnehmer entschieden sich deshalb für eine virtuelle Teilnahme oder reisten früher ab.

Eröffnung zwischen Ernst und Arbeitsfokus

Die Vorstandsvorsitzende Tripti Sinha verwies in ihrer Eröffnungsrede auf ihre Herkunft aus Maharashtra, dessen Hauptstadt Mumbai ist. Sie sprach auch die globale Lage an und betonte, dass die ICANN85 „in einer Zeit tiefen Leids“ stattfinde.

Gleichzeitig hob sie hervor, was die Gemeinschaft verbindet. Dazu zitierte sie ein Sanskrit-Sprichwort: „Die Welt ist eine einzige Familie“. Dieses spiegele den ICANN-Leitsatz „Eine Welt, ein Internet“ wider.

Inhaltlich stellte sie drei zentrale Themen in den Mittelpunkt:

  • Abschluss der WSIS+20-Überprüfung und die Rolle des Multi-Stakeholder-Modells
  • Rechenschaftspflicht und Transparenz im Rahmen der laufenden ICANN-Überprüfung
  • Start der neuen Bewerbungsrunde für Domainendungen

Beim letzten Punkt erinnerte sie daran, dass dieser Schritt das Ergebnis jahrelanger Arbeit sei.

ICANN-Präsident Kurtis Lindqvist ergänzte weitere Themen. Dazu zählen verbindliche Fristen für dringende Zugriffsanfragen auf Registrierungsdaten, Fortschritte bei Authentifizierungstechnologien sowie Maßnahmen gegen DNS-Missbrauch.

Zeitplan für die nächste Runde bestätigt

Acht Sitzungen beschäftigten sich mit der kommenden Bewerbungsrunde. Dabei wurden die wichtigsten Termine konkretisiert:

  • 30. April – 12. August 2026: Einreichung der Bewerbungen
  • Bis Anfang Oktober 2026: Administrative Prüfung durch die ICANN
  • Mitte Oktober: „Reveal Day“ – Veröffentlichung aller gültigen Bewerbungen
  • Bis Anfang November: Fenster für den Austausch von Zeichenfolgen. Hierbei handelt es sich um einen neuen Mechanismus, der es Antragstellern, die dieselbe oder als ähnlich angesehene Endungen beantragt haben, ermöglicht, ihre ursprüngliche Zeichenfolge aufzugeben und auf eine in ihren Unterlagen angegebene Ersatzzeichenfolge umzusteigen. Antragsteller für „Dot-Brand“-Endungen können sich dafür entscheiden, ihrer Marke einen Begriff hinzuzufügen, der den in ihrer eingetragenen Marke angegebenen Waren und Dienstleistungen entspricht. Das Austauschfenster soll 14 Tage dauern. Die ICANN hofft, auf diese Weise Streitigkeiten zwischen Bewerbern zu reduzieren, die identische oder zu ähnliche Endungen beantragen.
  • Mitte November: „String Confirmation Day“ – finale Liste der Bewerbungen
  • November 2026 – Februar 2027: Feedback- und Einspruchsphase (104 Tage)

Parallel dazu ist für Mitte Dezember eine Auslosung geplant, die die Reihenfolge der Bearbeitung festlegt – ähnlich wie 2012.

Im Juni 2027 sollen erste Bewertungsberichte zu Ähnlichkeiten zwischen Endungen vorliegen. Anschließend folgt eine 30-tägige Einspruchsfrist.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 werden Streitfälle geklärt und Bewerbungen final geprüft. Danach können Verträge geschlossen und erste Endungen in die Root-Zone aufgenommen werden.

ICANN weist darauf hin, dass sich der Zeitplan je nach Anzahl der Bewerbungen ändern kann. Nach eigenen Angaben ist die Organisation jedoch auf ein Volumen ähnlich wie 2012 vorbereitet (rund 2.000 Bewerbungen).

Neue Tools für die Bewerbungsrunde

Zwei zentrale Elemente standen ebenfalls im Fokus: das Bewerbungsportal und der Registry-Vertrag.

Das frühere TAS-System wird durch das neue TAMS (TLD Application Management System) ersetzt. Dieses Portal befindet sich derzeit in der Testphase. Ziel ist es, die Stabilität und Funktionalität sicherzustellen. Einige Teilnehmer kritisierten den späten Zeitpunkt der Vorstellung. Zudem fehlen bestimmte Funktionen, etwa der Export von Daten.

Der neue Registry-Vertrag wurde während der Abschlusssitzung vom ICANN-Vorstand genehmigt. Damit ist ein weiteres Schlüsselelement für zukünftige Betreiber festgelegt.

Geopolitik und DNS-Missbrauch bleiben zentrale Themen

Auch übergreifende Themen spielten eine Rolle. In verschiedenen Sitzungen ging es um die Widerstandsfähigkeit des Internets. Diskutiert wurde unter anderem, wie das DNS-System globale Störungen verkraften kann – etwa Ausfälle in Cloud-Infrastrukturen, Energieversorgung oder Lieferketten.

Eine Umfrage unter Teilnehmern zeigte:
38 % sehen die größte Schwäche in der fehlenden sektorübergreifenden Koordination, etwa mit Energie-, Telekommunikations- oder Finanzsektor.

Weitere Herausforderungen:

  • Sicherstellung der operativen Compliance unter schwierigen globalen Bedingungen
  • Umgang mit regionalen Fragmentierungen des Internets
  • faire Teilnahmebedingungen trotz internationaler Sanktionen

Beim Thema DNS-Missbrauch fiel die Bilanz gemischt aus. Die vor zwei Jahren eingeführten Vertragsänderungen zeigen Wirkung, lösen das Problem aber nicht vollständig.

Neu gestartet wurde ein Prozess zur Entwicklung von „Associated Domain Checks“. Dieser Mechanismus soll Registrare verpflichten, zusammenhängende Domains zu prüfen, wenn eine bösartige Domain entdeckt wird. Ziel ist es, Netzwerke für Phishing, Botnets oder Malware schneller zu erkennen.

Endspurt für Bewerber

Weniger als fünf Wochen vor Start der Bewerbungsphase wird die Zeit knapp. Unternehmen müssen jetzt entscheiden:

  • Ob sie sich bewerben wollen
  • Welche Endung sinnvoll ist
  • Ob Alternativen notwendig sind
  • Welche Budgets und Partner eingeplant werden

Das Bewerbungsfenster schließt bereits nach wenigen Monaten. Gleichzeitig umfasst der Antrag rund 225 Unterpunkte – Vorbereitung ist daher entscheidend.

Nameshield unterstützt Unternehmen dabei, den Prozess strukturiert umzusetzen – von der Vorbereitung bis zur Delegierung der Endung. Auch danach begleitet das Unternehmen den Betrieb und die Einhaltung regulatorischer Anforderungen.

Die wichtigste Erkenntnis aus der ICANN85:
Nicht bis zur letzten Minute warten – jetzt handeln.

Cyberbedrohungen, digitale Souveränität, KI, nächste ICANN-Runde: Themen, die beim Domain Pulse im deutschsprachigen Markt im Mittelpunkt stehen

Ist die nächste Runde der neuen Internet-Endungen bereits vorbei? Nicht ganz. Das Zeitfenster für die Einreichung von Bewerbungen für Träger von Internet-Erweiterungsprojekten ist nun bekannt. 14 Jahre nach demjenigen von 2012 beginnt das neue Zeitfenster am 30. April und soll am 12. August um 23:59 UTC schließen. Das Ereignis ist selten und DAS beherrschende Thema des Jahres 2026 im Ökosystem der Domainnamen.

Beim Domain Pulse, der jährlichen Fachkonferenz, bei der sich seit 2004 die nationalen Registries Deutschlands (DENIC), Österreichs (Nic.at) und der Schweiz (Switch) sowie Akteure der Domainnamenbranche treffen, war dieses Thema vor allem hinter den Kulissen präsent. Die Organisatoren des Domain Pulse, der in diesem Jahr in der hübschen Stadt St. Gallen in der Schweiz stattfand, wollten den Fokus vor allem auf Cyberbedrohungen, kritische Infrastrukturen und die Rolle der Registries legen. Während der beiden Veranstaltungstage lag der Schwerpunkt daher auf Zusammenarbeit, der frühzeitigen Erkennung von Angriffen und der digitalen Souveränität.

Die Schlüsselrolle der CERTs

Zu den zentralen Elementen eines menschenzentrierten Sicherheitskonzepts und der Zusammenarbeit richtete der Domain Pulse insbesondere die Aufmerksamkeit auf die CERTs.

Ein CERT wird von der Europäischen Agentur für Cybersicherheit (ENISA) als ein auf Cybersicherheit spezialisiertes Team definiert, das folgende Aufgaben hat:

  • Entgegennahme und Bearbeitung von Meldungen im Zusammenhang mit IT-Sicherheitsvorfällen;
  • die Analyse von Vorfällen und Schwachstellen;
  • die Reaktion auf Vorfälle durch Unterstützung der Opfer und Koordinierung der Maßnahmen zur Behebung;
  • die Bereitstellung von Präventions- und Warndiensten insbesondere Beratung, Bulletins und Informationen über Bedrohungen;
  • die Erleichterung der Koordinierung zwischen den Akteuren (andere CERTs, Behörden, nationale und internationale Organisationen) für eine effizientere Reaktion.

Es wurde hervorgehoben, dass die drei Registries der DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz) seit Langem eng zusammenarbeiten und dass zwei von ihnen über ein CERT verfügen. In diesem Zusammenhang zählt die Registry Switch, die diese Ausgabe 2026 organisierte, zu den Pionieren, da sie bereits 1994 ein CERT eingerichtet hat. Das österreichische Registry tat rund zehn Jahre später dasselbe. Was DENIC, die deutsche Registry, betrifft, so erinnerte Thomas Keller daran, dass DENIC sehr aktiv im Bereich der Sicherheit der .de-Infrastruktur ist und dass die Registry eng mit anderen CTI-Strukturen (Cyber Threat Intelligence) und Sicherheitsinitiativen zusammenarbeitet.

Die häufigsten Angriffe auf diese Länder

Der Domain Pulse bot auch die Gelegenheit, einen Überblick über die häufigsten Angriffe auf diese Länder zu geben.

Für Deutschland stellte ENISA fest, dass 2025 23,4 % der Entschädigungsanträge der EU-Mitgliedstaaten im Zusammenhang mit Ransomware und Datenlecks aus Deutschland stammten. Die von DENIC verwaltete Domain .de war mit 17,6 Millionen registrierten Domains Ende 2025 die weltweit zweitgrößte Länderkennung.

In Österreich verwaltet Nic.at etwa 1,5 Millionen registrierte Domainnamen unter .at. Das von der Registry betriebene CERT stellte fest, dass Phishing weiterhin die häufigste Bedrohung ist. Dabei werden Domains missbraucht, um Zugangsdaten zu sammeln. Besonders häufig geschieht dies über Websites, die echte Dienste nachahmen.

In der Schweiz verwaltet Switch derzeit etwa 2,5 Millionen Domainnamen mit der Endung .ch. Die Stiftung Quad9 und Switch erklärten, dass 2025 drei Hauptbedrohungen identifiziert wurden: Ransomware, Malvertising und Malware. Malvertising bezeichnet eine Technik, bei der schädlicher Code in legitime Werbebanner eingeschleust wird. Ziel ist es, Internetnutzer zu infizieren, sie auf betrügerische Websites umzuleiten oder ihre Daten zu stehlen.

Diese Situation erinnert die Registries daran, dass es im Kampf gegen den Missbrauch des DNS noch viel zu tun gibt.

Ein internationales Umfeld, das die europäische Souveränität wieder in den Vordergrund rückt

Das derzeitige unvorhersehbare geopolitische Umfeld, in dem die Bedrohungen für die technische Infrastruktur von Staaten und Unternehmen zunehmen, wurde als Grund zur Sorge genannt. Ein Kontext, der dazu anregt, „unsere Beziehung zur Technologie” zu überdenken, wie die Forscherin Daria Höhener in Bezug auf KI erklärte. Sie forderte das Publikum auf, unsere Rolle im Zeitalter der KI zu überdenken.

Unter den Herausforderungen der KI erinnerte Frau Höhener daran, dass wir dafür sorgen müssen, dass diese Technologie der Menschheit dient und nicht umgekehrt. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass die Menschen ihre Schöpfer bleiben, um nicht in die Position von Ausführenden zu geraten, und dass Vertrauen „die Grundlage jeder Verbindung bleibt”. Für diese Technologie hat die EU den „AI Act” verabschiedet, den weltweit ersten Rechtsrahmen, der die Vorschriften für KI harmonisiert. Dieser zielt darauf ab, die normative Abhängigkeit Europas zu verringern, indem er ihm globalen Einfluss auf die Art und Weise verschafft, wie KI entwickelt und eingesetzt wird. Der Text wird ab dem 2. August 2026 vollständig anwendbar sein.

Neben diesem Rechtsinstrumentarium, zu dem insbesondere die Cybersicherheitsrichtlinie NIS2 hinzukommen könnte, die derzeit in den Mitgliedstaaten umgesetzt wird, zeigen die Mitgliedstaaten, dass sie endlich eine gemeinsame Vision zur Stärkung der technologischen Autonomie, Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit der EU gegenüber externen Abhängigkeiten haben. Die Unterzeichnung der Erklärung zur europäischen digitalen Souveränität im vergangenen November in Berlin ist ein Beispiel dafür.

Im Rahmen der europäischen technischen Lösungen, die diesem Bewusstsein entsprechen, stand DNS4EU, der europäische Resolver, beim Domain Pulse im Rampenlicht. Dieser am 9. Juni 2025 gestartete Resolver, der sich als „souverän” versteht, wird von der EU kofinanziert und von der ENISA unterstützt. Er ist garantiert DSGVO-konform und verfügt über eine zu 100 % europäische Infrastruktur. Er richtet sich an Entscheidungsträger in der EU, soll aber auch Entscheidungsträgern außerhalb des EU-DNS eine Alternative bieten.

Die Initiative DNS4EU unter den Themen der Domain Pulse 2026

Verschiedene Themen, die die Vielfalt und den Reichtum an Informationen widerspiegeln, aber auch das Bewusstsein, das die Organisatoren von Domain Pulse sowohl den Akteuren des DNS als auch dessen Nutzern vermitteln wollten. Eine Veranstaltung, die daran erinnert, dass das Internet ohne Sicherheit nichts ist und dass Sicherheit ohne Zusammenarbeit und Informationsaustausch nichts ist.

Nameshield, ein souveränes europäisches Unternehmen, fand eine besondere Resonanz zwischen den Themen der Domain Pulse und seiner DNA, die den Menschen in den Mittelpunkt seiner technischen Lösungen zur Sicherung von Marken und DNS sowie die Zusammenarbeit zwischen Gleichgesinnten durch sein CERT stellt. Die nächste Runde neuer Top Level Domains erhielt weniger Aufmerksamkeit. Dennoch sind wir überzeugt, dass die neuen .brand-Domains, die ab April 2026 beantragt werden können, eine echte Chance für Unternehmen darstellen. Sie bieten ein zusätzliches Sicherheitsinstrument. Der Namensraum ist exklusiv und geschlossen. Dadurch sind diese Domains frei von bösartigen Registrierungen. Vor dem Hintergrund von Cyberbedrohungen ist es ein echter Vorteil, über einen dedizierten Bereich zu verfügen, der für die Nutzer leicht identifizierbar und einprägsam ist. Und dieses Tool kann mit einer Strategie der operativen Souveränität mit Unternehmen wie Nameshield aufgebaut werden.

Bildquelle: Switch

Das Datum für die Eröffnung der nächsten Reihe neuer generischer Top-Level-Domains (.BRAND) steht endlich fest: Es wird der 30. April 2026 sein

Unter den offenen Fragen rund um das neue Bewerbungsfenster für neue generische Domains haben sich viele von uns gefragt, wann die ICANN, die Internet-Verwaltungsbehörde, einen genauen Termin für den ersten Tag der Einreichung künftiger Bewerbungsunterlagen bekannt geben würde.

Die Ankündigung erschien in einem Artikel im ICANN-Blog, verfasst von Kurtis Linqvist, dem Präsidenten und CEO der ICANN. Darin heißt es, dass 2025 ein Jahr bemerkenswerter Fortschritte bei der Umsetzung des Programms für neue generische Top-Level-Domains war, mit dem das Ziel verfolgt wird, 14 Jahre nach dem letzten Mal ein neues Bewerbungsfenster zu öffnen. Einer der entscheidenden Schritte war die Veröffentlichung des Leitfadens für Bewerber am 16. Dezember 2025. Der Leitfaden für Bewerber, ein Referenzdokument für zukünftige Bewerbungen, wurde vom ICANN-Vorstand auf der letzten öffentlichen Sitzung des ICANN84-Gipfels in Dublin genehmigt.

Kurtis Linqvist erklärt, dass sich die Bemühungen nun auf die letzte Phase der Umsetzung des Programms konzentrieren: „Wir haben uns nun verpflichtet, den Zyklus am 30. April 2026 zu eröffnen”. Die Frist für die Einreichung vollständiger Bewerbungsunterlagen beginnt somit am Donnerstag, dem 30. April, und dauert 12 bis 15 Wochen, also möglicherweise bis Juli oder sogar Anfang August. Danach ist es zu spät. Unentschlossene und Nachzügler müssen auf eine zukünftige Gelegenheit warten, die sich vielleicht in 14 Jahren wieder ergibt, wer weiß?

Zu den weiteren bemerkenswerten Ereignissen zum Jahresende 2025 gehört, dass die Frist für die Einreichung von Anträgen auf Unterstützung durch das Applicant Support Program am 19. Dezember abgelaufen ist. Dieses Programm zielt darauf ab, wirtschaftliche und technische Zugangsbarrieren abzubauen, um die globale Beteiligung und Vielfalt der Bewerber für neue Domain-Endungen zu erhöhen. Aus den von der ICANN bereitgestellten Daten geht hervor, dass 75 Bewerbungen aus den fünf ICANN-Regionen eingegangen sind:

  • 10 Bewerbungen aus Afrika,
  • 38 aus dem asiatisch-pazifischen Raum,
  • 1 aus Lateinamerika und der Karibik,
  • 6 aus Europa und
  • 20 aus Nordamerika.

Im Jahr 2012 gingen für dieses damals brandneue Programm nur drei Anträge ein. Diese ersten Indikatoren zeigen, dass die Region Asien-Pazifik, die derzeit die dynamischste auf dem Domainnamenmarkt ist, auch großes Interesse an der nächsten Reihe neuer Top Level Domains zu haben scheint. Im Jahr 2012 verteilten sich die 1930 während des Bewerbungszeitraums eingereichten Bewerbungen wie folgt:

  • Nordamerika: 911 Bewerbungen,
  • Europa: 675 Bewerbungen,
  • Asien-Pazifik: 303 Bewerbungen,
  • Lateinamerika und Karibik: 24 Bewerbungen,
  • Afrika: 17 Bewerbungen.

Schätzungen zufolge betrafen etwa 34 % davon Bewerbungen für Marken-Endungen, sogenannte Brand TLDs.

Wie wird es 2026 aussehen? Die Antworten werden im kommenden Herbst auf dem „Reveal Day” und dem „String Confirmation Day” der ICANN bekannt gegeben.

ICANN84: Ein Gipfeltreffen, um sechs Monate vor Öffnung der Bewerbungsphase für neue generische Top Level Domains Bilanz zu ziehen

Aufgrund der Instabilität im Nahen Osten muss Maskat im Oman ein weiteres Jahr warten, bevor es einen ICANN-Gipfel, die Leitveranstaltung der Internetverwaltung, ausrichten kann. Für seine jährlich Generalversammlung ist ICANN auf Nummer sicher gegangen und hat für sechs Tage Diskussionen, Treffen und Arbeiten an politischen Themen das renommierte Dublin Convention Center bezogen. Es handelt sich um den letzten Jahressummit der Organisation, sechs Monate vor dem Start der nächsten Bewerbungsrunde für neue generische Top-Level-Domains.


Eine Eröffnungszeremonie als Rückblick und im Zeichen des „Meitheal“

Während der Eröffnungszeremonie zog Tripti Sinha, Vorsitzende des ICANN-Vorstands, eine Parallele zwischen dem irischen Konzept „Meitheal“ – einer Gruppe von Menschen, die der Gemeinschaft dienen, indem sie Arbeiten verrichten, „die niemand allein bewältigen kann“ – und ICANN, dessen Arbeitsweise diesem Prinzip sehr ähnelt. Die Jahrestagung ist in der Tat eine Art Ernte oder Bilanz für ICANN. Zu den Ergebnissen zählte sie unter anderem:

– Die Verabschiedung des neuen strategischen Plans von ICANN für den Zeitraum 2026–2030
– Eine vorsichtige und solide Verwaltung des Budgets, die finanzielle Spielräume ermöglicht
– Das ICANN-Grant-Programm, das auf dem Auktionsfonds von 2012 basiert und 23 Projekte finanziell unterstützen wird
– Den Start einer holistischen Überprüfung der Organisation
– ICANNs Beiträge zu WSIS+20, der 20-jährigen Überprüfung des Weltgipfels zur Informationsgesellschaft der Vereinten Nationen
– Und Fortschritte bei der nächsten Runde neuer generischer Top Level Domains, deren Bewerbungsfenster bereits in sechs Monaten öffnet und für die das Unterstützungsprogramm für Antragsteller bereits läuft.

Für Kurtis Linqvist, der zum dritten Mal als ICANN-CEO an einem Summit teilnimmt, war „das Jahr geprägt von komplexen Themen wie Problemen in regionalen Registern“ – hier denkt man eindeutig an das afrikanische Regionalregister AfriNIC – „und von einer komplexen Welt sowie lokalen Problemen“, welche auch ICANN-Standorte betroffen hätten, wie die Waldbrände in Los Angeles im Sommer und das Erdbeben in Istanbul. Vor diesem Hintergrund begrüßte er die Fortschritte bei den verschiedenen ICANN-Themen. Er schloss mit den Prioritäten für das kommende Jahr: „zuhören“, „Fokus auf Umsetzung“ und eine Verbesserung der internen Arbeitsweisen, „um Reibungsverluste und Verzögerungen in der Umsetzung zu vermeiden“.


Die schwierige Gleichung: Erwartungen und schnelle technologische Entwicklungen vereinen

Das Geopolitische Forum, das in der Regel einen Überblick über regulatorische Entwicklungen gibt, die Auswirkungen auf ICANN haben könnten, widmete sich diesmal WSIS+20. Mitte Dezember findet eine entscheidende Sitzung in New York im Rahmen der UN-Generalversammlung statt, um einen endgültigen Text über die Umsetzung der WSIS-Ergebnisse zu verabschieden. Thema der Diskussion bei ICANN84 war unter anderem ein inklusives Internet sowie Inhalte in den Sprachen der Nutzer.

Hinsichtlich künstlicher Intelligenz wurde mehr Transparenz der Algorithmen gefordert, um sicherzustellen, dass auch nicht dominante Sprachen berücksichtigt werden und diese Technologien für eine möglichst breite Bevölkerung nutzbar sind – unabhängig von der verwendeten Sprache. Die zunehmende Nutzung von KI, besonders bei jungen Menschen, und ihre Vorliebe für zentrale Plattformen und soziale Netzwerke wurden ebenfalls angesprochen – ein erneuter Hinweis darauf, wie schnell sich die Internetnutzung verändert.

Im Public Forum wurde ICANNs Rolle bei der „Universal Acceptance“ hinterfragt. Die Organisation will ihren Fokus stärker auf Expertise und Implementierung statt auf Sensibilisierung legen. Auch die Bedeutung von Diakritika sowie der Mangel an Orientierungshilfen zur Überbrückung der Welten von Web2 und Web3 wurden debattiert. All diese Faktoren erschweren die Aufgabe, eine Fragmentierung des Internets zu verhindern. ICANN bekräftigte sein Hauptziel: „den bestmöglichen Raum für Internet-Adressierung bereitzustellen“.


DNS-Missbrauch und dringende Zugriffsanfragen auf Registrierungsdaten

Um einen verantwortungsvolleren Markt voranzubringen, sollen im kommenden Jahr neue „Policy Development Processes“ gestartet werden, die Maßnahmen gegen DNS-Missbrauch konsolidieren.

Auf Seite der Strafverfolgungsbehörden bleibt der Zugang zu Registrierungsdaten ein heiß diskutiertes Thema. Das GAC (Governmental Advisory Committee) fordert eine verbindliche Reaktionsfrist – vermutlich in Stunden – in den Verträgen der Domain-Provider.


Heißes Thema: neue Runde für generische Top-Level-Domains

Es entging niemandem, dass das dominierende Thema der ICANN84 die Einführung einer neuen Bewerbungsphase war – angekündigt für April 2026. Schon beim Betreten des Gebäudes begrüßte Besucher ein Hinweis: „Ready to apply for a generic extension?“ – für Veteranen des Launches von 2012 eine überraschend diskrete Kommunikation.

Das Thema durchzog einen Großteil der Sitzungen.
Ein Erfolgspunkt: das Applicant Support Program für potenzielle Bewerber mit finanziellen oder organisatorischen Einschränkungen. Bereits 115 Bewerbungen, davon 2 vollständig genehmigt, wurden eingereicht. Die meisten stammen aus Asien, gefolgt von Nordamerika. 2012 waren es nur drei Bewerbungen gewesen.

Allerdings wurde auf der ICANN84 auch sichtbar, dass das Programm Verzögerungen erfährt – angesprochen im Public Forum. Dazu gehören etwa:

– die Überprüfung von Backend-Dienstleistern
– die Bereitstellung des finalen Registry-Vertrags, die erst im März erfolgen könnte


Der ICANN-Vorstand verabschiedet das Application Guidebook

Am Ende der Woche begrüßte die Community die Verabschiedung des Application Guidebook während der öffentlichen Abschlusssitzung durch einen sich im Umbruch befindlichen Vorstand. Auch wenn noch Ergänzungen bis Jahresende folgen sollen, gilt das Dokument nun als Referenz.

Becky Burr, scheidendes Vorstandsmitglied, erinnerte daran, dass 197 Meetings zur Erstellung des nahezu 400 Seiten langen Dokuments stattfanden und fünf öffentliche Kommentierungsrunden durchgeführt wurden. Ebenfalls erwähnenswert: die Verabschiedung von Maarten Botterman und Chris Chapman aus dem Vorstand.


Unser Kommentar

ICANN hat noch kein offizielles Datum für die Einreichungsphase der neuen generischen Top Level Domains – und somit der .brand-Projekte – bestätigt. Möglich wäre der 27. April, mit einer Dauer von 12–15 Wochen, oder länger, falls technische Evaluierungen oder Vertragsveröffentlichungen zu knapp vor Start stehen.

ICANN versichert jedoch, dass der April-Start stattfinden wird. Das endgültige Datum soll im Dezember offiziell werden.

➡️ Die Frist für diese neue Chance rückt schnell näher.

Auch wenn die Entscheidung nicht einfach ist, sollte jedes Unternehmen diese einmalige Gelegenheit bedenken:
➡ eigene Internet-Top Level Domains
➡ eigener exklusiver Namensraum

Dies erfordert:
✔ ein klar definiertes Projekt
✔ die richtigen Ansprechpartner
✔ vorausschauend geplante Budgets

Um ein solches Projekt erfolgreich und wirtschaftlich zu realisieren, braucht es erfahrene Partner. Nameshield, führender europäischer Anbieter, begleitet Sie mit Expertise über den gesamten Lebenszyklus eines solchen Vorhabens. Lassen sie uns das jetzt gemeinsam weiter besprechen.

ICANN83: Der Countdown läuft – noch zehn Monate bis zum Start der Bewerbungsphase für .Brand

Die ICANN83, die gerade in Prag stattfand, zeigte die aktuellen Fortschritte bei der Einführung der nächsten Runde neuer generischer Top-Level-Domains, deren GoLive für April 2026 bestätigt wurden. Sie bot auch Gelegenheit, die auf der ICANN82 begonnenen Diskussionen über mögliche Verbesserungen zur Optimierung der Organisation dieser Gipfeltreffen fortzusetzen und die Aufmerksamkeit auf politisch relevante Cybersicherheitsthemen zu lenken

Nach der Anmeldung online oder vor Ort können die Teilnehmer der Gipfeltreffen der ICANN, der Regulierungsbehörde für das Internet, die Tagesordnung der für den Gipfel geplanten Sitzungen einsehen. Prag war Gastgeber des 83.ICANN-Gipfels. Bei den Gipfeltreffen zur Jahresmitte, die ohne öffentliches Forum und Eröffnungszeremonie auskommen, ist es immer interessant, einen Blick auf die beiden Enden der Tagesordnung zu werfen, um die aktuellen Themen zu identifizieren.

Die unausweichliche nächste Runde neuer TLDs

Es wundert nicht, dass die Teilnehmer schon bei ihrer Ankunft voll mit dem Subpro-Prozess beschäftigt waren, der die neuen generischen TLDs betrifft, die im April 2026 starten sollen.

Die ICANN83 fand nämlich nur knapp 10 Monate vor dem nächsten Bewerbungsfenster für alle Unternehmen statt, die ihre eigene Internet-Endung (dotBrand oder .Brand) einführen möchten. Dieses Thema ist für die Organisation in erster Linie aus finanziellen Gründen von entscheidender Bedeutung, da die ICANN insbesondere erhebliche Investitionen getätigt hat, um ihre Infrastruktur zu stärken, weiterzuentwickeln und auch ihr Personal aufzustocken, um den zusätzlichen Arbeitsaufwand zu bewältigen, der mit dem Näherrücken des Bewerbungsfensters entsteht. Die Herausforderungen sind nicht zuletzt auch technischer und rechtlicher Natur. Für das Bild der ICANN in der Öffentlichkeit wird der Prozess ein echter Prüfstein sein, da er für die Unternehmen, die 2026 den Schritt zur Schaffung ihrer eigenen Internet-Endung wagen werden, sehr verbindlich und folgenreich ist.

Was die Umsetzung der nächsten Serie angeht, so ist die gute Nachricht, dass der Zeitplan für die Umsetzungsarbeiten eingehalten wird. Ein erster Entwurf des Bewerbungsleitfadens liegt bis zum 23. Juli zur öffentlichen Stellungnahme vor. Der Zeitraum für die Einreichung von Bewerbungen wurde auf 12 bis 15 Wochen ab April 2026 bestätigt.

Zu den Änderungen in der nächsten Runde gehört insbesondere die Möglichkeit, sich für eine zweite Zeichenfolge zu entscheiden. Nach der öffentlichen Bekanntgabe der beantragten Zeichenfolgen, die von der ICANN als „Reveal Day” bezeichnet wird, haben die Bewerber 14 Kalendertage Zeit, um sich für oder gegen eine zweite Wahl zu entscheiden. Dies kann insbesondere dazu dienen, eine Auktion mit anderen Unternehmen zu vermeiden, die sich für dieselbe Zeichenfolge entschieden haben. Private Einigungen bei Streitigkeiten zwischen Bewerbern für dieselbe Zeichenfolge, die 2012 zulässig waren, werden 2026 nicht mehr möglich sein. Dieser Ansatz wurde gewählt, um Unternehmen auszubremsen, die sich aus rein spekulativen Gründen für eine .Brand interessieren.

Das Förderprogramm zur Unterstützung von Unternehmen mit Finanzierungs- oder anderen Ressourcenproblemen ist ebenfalls weiter ausgereift als 2012, auch wenn, wie in Prag vorgestellt, derzeit nur 22 Anträge im Projektstadium vorliegen.

Die ICANN wies auch darauf hin, dass die Bewertung der technischen Betreiber teilweise automatisiert wurde und dass im Hinblick auf die Inklusivität im Jahr 2026 mehr Skripte berücksichtigt werden sollen: insgesamt 33. Es ist nämlich möglich, sich für internationalisierte Internet-Endungen zu bewerben, d.h. Endungen, die mit diakritischen Zeichen geschrieben sind, wie sie in vielen europäischen Sprachen erforderlich sind, oder mit Zeichen aus nicht-lateinischen Schriften.

Am anderen Ende der Agenda stand die Zukunft der ICANN-Meetings

Angesichts der wichtigen Themen muss die Internet-Nutzergemeinschaft einen Austausch pflegen – dafür sind die ICANN-Treffen unverzichtbar. Seit der Covid-Pandemie im Jahr 2020 hat sich die ICANN für sogenannte „hybride” Formate entschieden, bei denen die Teilnehmer die Sitzungen entweder vor Ort oder aus der Distanz verfolgen können. Allerdings musste die ICANN auch mit einem erheblichen Anstieg der Kosten für die Organisation dieser jährlichen Veranstaltungen fertig werden. Insgesamt gibt es vier Veranstaltungen, wenn man zu den drei Gipfeltreffen zu politischen Themen im Zusammenhang mit Domainnamen noch ein eher operatives Gipfeltreffen hinzuzählt.

In Seattle hatte die ICANN in einem als „How we meet” bezeichneten Gemeinschaftsprozess Überlegungen zur Zukunft dieser Veranstaltungen angestoßen. Bei der Organisation dieses unverzichtbaren Austauschs mit der Gemeinschaft müsse die ICANN auch hohe Anforderungen an Sicherheit, Barrierefreiheit und Inklusivität berücksichtigen.

Auf der ICANN83 stellte Sally Costerton, die dieses Thema leitet, die Ergebnisse einer Umfrage unter den Teilnehmern und Vertretern der Interessengruppen vor, die auf Vorschlägen für die Gestaltung künftiger Treffen basierte. Die Vorschläge, die auf große Zustimmung stießen, betreffen die Priorisierung von Tagungsorten mit günstigen Reisemöglichkeiten und die Einführung einer Richtlinie, die es ermöglicht, eine ICANN-Sitzung automatisch in ein Online-Format zu übertragen, wenn unvorhergesehene Umstände eine Verlegung der Sitzung von einem geplanten Ort erforderlich machen.

Mit 72 % Zustimmung wurden erneut die Verkürzung der beiden Community-Foren, die dem ersten und dritten jährlichen ICANN-Treffen entsprechen, um einen Tag und die Umgestaltung der Tagesordnung durch Verlegung des öffentlichen Forums und des Forums zu geopolitischen Aspekten vom letzten auf den ersten Tag des Community-Forums befürwortet. Ziel ist dabei, die Mietdauer für einen Plenarsaal auf einen Tag zu reduzieren, anstatt ihn für die gesamte Sitzung zu mieten. Auch kleine Einsparungen sind willkommen.

Umgekehrt wird der Vorschlag, von einer jährlichen Sitzung vollständig auf eine virtuelle Sitzung umzustellen, weitgehend abgelehnt. Die Arbeitsgruppe, die sich mit diesem Thema befasst hat, hat diese Punkte in einem Bericht festgehalten und setzt derzeit den Austausch fort, um eine Entscheidung zu treffen.

Die NIS2-Richtlinie zur Cybersicherheit steht kurz bevor

Zum Zeitpunkt der ICANN83 hatten 14 EU-Mitgliedstaaten die Cybersicherheitsrichtlinie NIS2 in nationales Recht umgesetzt. Diese Umsetzungen sind für die ICANN von Interesse, da mehrere Themen mit der Domainnamen-Komponente in Artikel 28 der Richtlinie in Zusammenhang stehen.

Zu den damit verbundenen Themen gehören die Richtigkeit der Registrierungsdaten sowie der Zugang zu Domainnamen-Registrierungsdaten bei berechtigtem Bedarf über ein Standardisiertes System für den Zugang zu Registrierungsdaten (SSAD), das 2020 im Rahmen des ePDP-Phase-2-Prozesses zur Politikentwicklung skizziert wurde. Während die Überarbeitung der Maßnahmen zur Richtigkeit der Registrierungsdaten verschoben wurde, ist die Einführung des SSAD noch ungewiss. Seit fast zwei Jahren wird ein Prototyp namens Registration Data Request Service (RDRS) getestet, und die ICANN befindet sich derzeit in der Phase der Erfahrungsauswertung zu diesem System.

Der Governmental Advisory Committee, der die Regierungen vertritt, hat auf diesem Gipfel erneut darauf hingewiesen, dass Anträge auf Zugang zu Registrierungsdaten, wenn sie dringend sind und rechtliche Aspekte betreffen, innerhalb von maximal 24 Stunden bearbeitet werden müssen. Die neue Richtlinie mit dem Namen „Registration Data Policy”, die Ende August 2025 vollständig in Kraft treten wird, hat in Bezug auf diesen Begriff der Frist tatsächlich eine gewisse Unklarheit hinterlassen. Hinter diesem Begriff der dringenden Anfragen verbirgt sich, wie erneut betont wurde, dass es sich um Anfragen handelt, die eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben, schwere Verletzungen, Schäden an kritischen Infrastrukturen oder die Ausbeutung von Kindern darstellen, wenn die Offenlegung der Daten zur Bekämpfung oder Abwendung dieser Gefahr erforderlich ist. Der Begriff „kritische Infrastruktur” bezieht sich auf physische und cybertechnische Systeme, die von den Regierungen als wesentlich für das Funktionieren der Gesellschaft und der Wirtschaft angesehen werden und aus Gründen der nationalen Sicherheit besonderen Schutz verdienen.

Eines der zentralen Themen der ICANN83 war daher die Frage, wie die Authentifizierung von Entitäten, die von einer Priorisierung profitieren würden, gehandhabt werden soll.

Im Zusammenhang mit NIS2 wurden ebenfalls die Ergebnisse einer Studie der DNS Research Federation zur territorialen Wirkung der NIS2-Richtlinie präsentiert. Die auf über 8 Millionen Domainnamen durchgeführte Untersuchung zeigt, dass fast 70 % der Domaininhaber der europäischen Registries (Vergabestellen) außerhalb der EU sitzen. Bei den Registraren (Registrierungsstellen) sinkt dieser Anteil auf 29 %. Die Studie belegt außerdem, dass alle in der EU ansässigen Akteure über eine große Zahl von Kunden außerhalb des EU-Gebiets verfügen. Dies gilt besonders stark für die Registries, betrifft aber ebenso Registrare und Wiederverkäufer.

Zur Erinnerung: Nameshield ist seit jeher ein souveräner europäischer Unternehmensregistrar, seit 2017 nach ISO 27001 zertifiziert und verfügt über ein eigenes CERT. Unsere Expertise garantiert Ihnen die NIS2-Konformität.

Im Hinblick auf die nächste Runde der dotBrand/.Brand, die nächstes Jahr auf den Markt kommen, erinnert Nameshield auch daran, dass Sie sich jetzt die Frage stellen sollten, ob Sie sich für ein Projekt zur Erstellung einer Endung vom Typ dotBrand/.Brand positionieren möchten. ICANN83 hat deutlich gemacht, dass viele Einrichtungen beim Förderprogramm nicht wissen, ob sie sich bewerben sollen und wie sie es genau anstellen müssen, wenn sie finanzielle Hilfe von ICANN wollen. Auch wenn einige abwarten werden, um ihre Absichten nicht zu früh preiszugeben, besteht für diese Unternehmen die Gefahr, dass sie die Fristen verpassen. Sowohl das Förderprogramm als auch das Bewerbungsfenster haben nämlich einen festen Beginn und ein festes Ende. Das Förderprogramm läuft im November 2025 aus, das Bewerbungsfenster dürfte zwischen Juli und August 2026 geschlossen werden.

Lassen Sie uns gemeinsam diese Fragen besprechen, denn die Möglichkeiten, eine exklusive Internet-Erweiterung für Ihre Marke zu schaffen, sind rar.

Bildquelle: Leonhard Niederwimmer von Pixabay