ICANN85: Zeitplan für die nächste Runde neuer Domainendungen steht fest

ICANN ist regelmäßig in Asien zu Gast. Dennoch liegt das letzte Treffen in Indien bereits zehn Jahre zurück (ICANN57). Nach Hyderabad im Jahr 2016 fand der 85. Gipfel nun vom 7. bis 12. März in Mumbai statt. Die Wirtschaftsmetropole war damit erneut Gastgeber – nur sieben Wochen vor Öffnung des Bewerbungsfensters für neue Domainendungen. Gleichzeitig war das Treffen von einer angespannten geopolitischen Lage geprägt, insbesondere durch die Militärschläge im Iran und im Libanon.

Trotz geopolitischer Lage: stabile Teilnahme

Laut ICANN nahmen 1.407 Personen aus 112 Ländern vor Ort teil – ein Wert im üblichen Rahmen. Gleichzeitig wirkten viele Sitzungen weniger gut besucht als sonst. Insgesamt fanden rund 200 Veranstaltungen statt.

Ein Grund dafür dürften die Auswirkungen der militärischen Entwicklungen im Iran gewesen sein. Flugausfälle in der Region erschwerten die Anreise. Viele Teilnehmer entschieden sich deshalb für eine virtuelle Teilnahme oder reisten früher ab.

Eröffnung zwischen Ernst und Arbeitsfokus

Die Vorstandsvorsitzende Tripti Sinha verwies in ihrer Eröffnungsrede auf ihre Herkunft aus Maharashtra, dessen Hauptstadt Mumbai ist. Sie sprach auch die globale Lage an und betonte, dass die ICANN85 „in einer Zeit tiefen Leids“ stattfinde.

Gleichzeitig hob sie hervor, was die Gemeinschaft verbindet. Dazu zitierte sie ein Sanskrit-Sprichwort: „Die Welt ist eine einzige Familie“. Dieses spiegele den ICANN-Leitsatz „Eine Welt, ein Internet“ wider.

Inhaltlich stellte sie drei zentrale Themen in den Mittelpunkt:

  • Abschluss der WSIS+20-Überprüfung und die Rolle des Multi-Stakeholder-Modells
  • Rechenschaftspflicht und Transparenz im Rahmen der laufenden ICANN-Überprüfung
  • Start der neuen Bewerbungsrunde für Domainendungen

Beim letzten Punkt erinnerte sie daran, dass dieser Schritt das Ergebnis jahrelanger Arbeit sei.

ICANN-Präsident Kurtis Lindqvist ergänzte weitere Themen. Dazu zählen verbindliche Fristen für dringende Zugriffsanfragen auf Registrierungsdaten, Fortschritte bei Authentifizierungstechnologien sowie Maßnahmen gegen DNS-Missbrauch.

Zeitplan für die nächste Runde bestätigt

Acht Sitzungen beschäftigten sich mit der kommenden Bewerbungsrunde. Dabei wurden die wichtigsten Termine konkretisiert:

  • 30. April – 12. August 2026: Einreichung der Bewerbungen
  • Bis Anfang Oktober 2026: Administrative Prüfung durch die ICANN
  • Mitte Oktober: „Reveal Day“ – Veröffentlichung aller gültigen Bewerbungen
  • Bis Anfang November: Fenster für den Austausch von Zeichenfolgen. Hierbei handelt es sich um einen neuen Mechanismus, der es Antragstellern, die dieselbe oder als ähnlich angesehene Endungen beantragt haben, ermöglicht, ihre ursprüngliche Zeichenfolge aufzugeben und auf eine in ihren Unterlagen angegebene Ersatzzeichenfolge umzusteigen. Antragsteller für „Dot-Brand“-Endungen können sich dafür entscheiden, ihrer Marke einen Begriff hinzuzufügen, der den in ihrer eingetragenen Marke angegebenen Waren und Dienstleistungen entspricht. Das Austauschfenster soll 14 Tage dauern. Die ICANN hofft, auf diese Weise Streitigkeiten zwischen Bewerbern zu reduzieren, die identische oder zu ähnliche Endungen beantragen.
  • Mitte November: „String Confirmation Day“ – finale Liste der Bewerbungen
  • November 2026 – Februar 2027: Feedback- und Einspruchsphase (104 Tage)

Parallel dazu ist für Mitte Dezember eine Auslosung geplant, die die Reihenfolge der Bearbeitung festlegt – ähnlich wie 2012.

Im Juni 2027 sollen erste Bewertungsberichte zu Ähnlichkeiten zwischen Endungen vorliegen. Anschließend folgt eine 30-tägige Einspruchsfrist.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 werden Streitfälle geklärt und Bewerbungen final geprüft. Danach können Verträge geschlossen und erste Endungen in die Root-Zone aufgenommen werden.

ICANN weist darauf hin, dass sich der Zeitplan je nach Anzahl der Bewerbungen ändern kann. Nach eigenen Angaben ist die Organisation jedoch auf ein Volumen ähnlich wie 2012 vorbereitet (rund 2.000 Bewerbungen).

Neue Tools für die Bewerbungsrunde

Zwei zentrale Elemente standen ebenfalls im Fokus: das Bewerbungsportal und der Registry-Vertrag.

Das frühere TAS-System wird durch das neue TAMS (TLD Application Management System) ersetzt. Dieses Portal befindet sich derzeit in der Testphase. Ziel ist es, die Stabilität und Funktionalität sicherzustellen. Einige Teilnehmer kritisierten den späten Zeitpunkt der Vorstellung. Zudem fehlen bestimmte Funktionen, etwa der Export von Daten.

Der neue Registry-Vertrag wurde während der Abschlusssitzung vom ICANN-Vorstand genehmigt. Damit ist ein weiteres Schlüsselelement für zukünftige Betreiber festgelegt.

Geopolitik und DNS-Missbrauch bleiben zentrale Themen

Auch übergreifende Themen spielten eine Rolle. In verschiedenen Sitzungen ging es um die Widerstandsfähigkeit des Internets. Diskutiert wurde unter anderem, wie das DNS-System globale Störungen verkraften kann – etwa Ausfälle in Cloud-Infrastrukturen, Energieversorgung oder Lieferketten.

Eine Umfrage unter Teilnehmern zeigte:
38 % sehen die größte Schwäche in der fehlenden sektorübergreifenden Koordination, etwa mit Energie-, Telekommunikations- oder Finanzsektor.

Weitere Herausforderungen:

  • Sicherstellung der operativen Compliance unter schwierigen globalen Bedingungen
  • Umgang mit regionalen Fragmentierungen des Internets
  • faire Teilnahmebedingungen trotz internationaler Sanktionen

Beim Thema DNS-Missbrauch fiel die Bilanz gemischt aus. Die vor zwei Jahren eingeführten Vertragsänderungen zeigen Wirkung, lösen das Problem aber nicht vollständig.

Neu gestartet wurde ein Prozess zur Entwicklung von „Associated Domain Checks“. Dieser Mechanismus soll Registrare verpflichten, zusammenhängende Domains zu prüfen, wenn eine bösartige Domain entdeckt wird. Ziel ist es, Netzwerke für Phishing, Botnets oder Malware schneller zu erkennen.

Endspurt für Bewerber

Weniger als fünf Wochen vor Start der Bewerbungsphase wird die Zeit knapp. Unternehmen müssen jetzt entscheiden:

  • Ob sie sich bewerben wollen
  • Welche Endung sinnvoll ist
  • Ob Alternativen notwendig sind
  • Welche Budgets und Partner eingeplant werden

Das Bewerbungsfenster schließt bereits nach wenigen Monaten. Gleichzeitig umfasst der Antrag rund 225 Unterpunkte – Vorbereitung ist daher entscheidend.

Nameshield unterstützt Unternehmen dabei, den Prozess strukturiert umzusetzen – von der Vorbereitung bis zur Delegierung der Endung. Auch danach begleitet das Unternehmen den Betrieb und die Einhaltung regulatorischer Anforderungen.

Die wichtigste Erkenntnis aus der ICANN85:
Nicht bis zur letzten Minute warten – jetzt handeln.

Das Vertrauen der Nutzer im Mittelpunkt – Highlights des CSA E-Mail Summits 2024 in Köln

In Köln fand vom 22. bis 24. April der Certified Senders Alliance Summit zum Thema „Trust fuels the future » statt. Und es gab Grund zum Feiern: bereits seit 20 Jahren hat sich die Initiative das Thema sichere E-Mail auf die Fahnen geschrieben

Die Unternehmenskommunikation hat sich in den letzten 20 Jahren mit dem Aufstieg der sozialen Netzwerke stark verändert: Instagram hat heute monatlich insgesamt mehr als 2 Milliarden Nutzer, YouTube mehr als 2,5 Milliarden und Facebook mehr als 3 Milliarden. Obwohl diese Plattformen weitgehend in die Kommunikationsstrukturen der Unternehmen integriert sind, ist die Nutzung von E-Mails zur Kundenkommunikation nach wie vor von hoher Relevanz – unter anderem aufgrund der Vielfältigkeit ihrer Einsatzgebiete wie z.B. Versand von Mailings, Newslettern, Rechnungen oder auch Auftragsbestätigungen . Daten von Statista zeigen einen Anstieg des Gesamtvolumens an E-Mails um 4,3 % im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr mit fast 347,3 Milliarden E-Mails, die täglich weltweit verschickt werden. Ein weiterer Fakt ist, dass eine Person im Durchschnitt etwa 121 E-Mails pro Tag erhält; eines scheint sicher: Die E-Mail wird nicht so schnell verschwinden.

Gartner weist jedoch darauf hin, dass die Sorge um die Sicherheit von E-Mails zunimmt, da kaum ein Unternehmen von Sicherheitsvorfällen verschont bleibt. Phishing-Attacken durch bösartige Links oder Anhänge werden immer ausgefeilter und verursachen Daten- und Umsatzverluste. Ausgehend von dieser Feststellung bringt die CSA jedes Jahr Experten des E-Mail-Ökosystems zusammen, um sich über bewährte Verfahren und Lösungen auszutauschen, welche die Qualität des Kanals verbessern und so das Vertrauen auf Kundenseite in die E-Mail verbessern. Die Veranstaltung ist um eine Reihe von Workshops, Sessions, Konferenzen und Masterclasses herum organisiert.

Nameshield war als Gold-Sponsor auf der Jubiläumsausgabe des CSA Email Summits dabei. Im Rahmen ihres Workshops im DNS TRACK stellten unsere Experten Joëlle Samaké und Arnaud Witterheim heraus, dass es keine E-Mail-Sicherheit ohne sichere Domainnamen und eine robuste und leistungsfähige DNS-Infrastruktur gibt. Die Sicherheit von E-Mails hängt daher von der Wahl des Domainnamenanbieters und den Cybersicherheitslösungen ab, die er seinen Kunden anbieten kann. Dazu zählt der Einsatz des DMARC-Protokolls, das die Nutzer vor betrügerischen E-Mails schützt. Die personalisierten Marken-Top Level Domains, die sogenannten Dot Brands, sind ein weiterer Hebel, um im Hinblick auf die nächste Runde neuer generischer Domainendungen, die für April 2026 geplant ist, Vertrauen in die eigene Marke zu schaffen.

Für weitere Informationen zu unseren Lösungen wenden Sie sich bitte an Ihren Nameshield-Berater.