Unser DMARC-Berater, Sébastien Fischer, im Interview bei der CSA

Ein gesundes E-Mail-Umfeld entsteht nicht von allein. Es braucht Unternehmen und Menschen, die sich aktiv dafür einsetzen, dass E-Mail auch in Zukunft ein offener, sicherer und vertrauenswürdiger Kommunikationskanal bleibt. Genau diesen Einsatz würdigt die Certified Senders Alliance (CSA) mit ihrer Supporter-Spotlight-Reihe – und wir freuen uns sehr, Teil davon zu sein.

Die Certified Senders Alliance (CSA) ist seit 2004 die europäische Zertifizierungsstelle für E-Mail-Versender und vermittelt als gemeinsames Angebot von eco und DDV zwischen Mailbox-Providern und Absendern. Als Sponsor bringen wir gemeinsam mit unserem Partner Merox unser DMARC-Know-how in den Kampf gegen Phishing und Identitätsdiebstahl ein. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Beitrag.

Dieses Engagement setzen wir auch über die Sponsoring-Partnerschaft hinaus fort: Im Dezember veranstalten wir ein Webinar zum Thema Phishing. Das genaue Datum und die neuesten Trends dazu erfahren Sie in unserem Newsletter.

Wie wichtig dieses Thema in der Praxis ist, zeigt auch unser Gespräch mit der CSA: Sébastien Fischer, DMARC-Berater bei Nameshield und seit 18 Jahren in der E-Mail-Zustellbarkeit zuhause, spricht darin über seine Anfänge bei Emailvision bis hin zu seiner heutigen Arbeit bei uns im Bereich Domain-Sicherheit.

Hier das volle Interview.

CSA: Was fasziniert Sie bis heute an E-Mail?

Zum Einstieg werfen wir einen Blick zurück auf seinen Werdegang: Wir wollten wissen, was ihn an diesem Bereich über all die Jahre so fasziniert hat.

SF: Meine ersten Schritte im E-Mail-Marketing – und insbesondere im Bereich der E-Mail-Zustellbarkeit – habe ich vor 18 Jahren bei Emailvision gemacht. Dort habe ich einen unglaublichen Kommunikationskanal entdeckt, der sich ständig weiterentwickelt, was ihn auf verschiedenen Ebenen so faszinierend macht:

  • Veränderungen in den Marketingpraktiken: Massen-E-Mails, die zwar von einigen Werbetreibenden immer noch versendet werden, sind gezielteren E-Mails mit personalisierten Inhalten gewichen.
  • Veränderungen bei den Spam-Techniken: Spammer können sehr geschickte Vermarkter sein und passen sich schnell an neue Technologien an, um Anti-Spam-Filter zu umgehen und Endnutzer zu täuschen.
  • Weiterentwicklung der Filtertechniken: Anti-Spam-Filter nutzen komplexe Reputationssysteme, die auf verschiedenen Indikatoren basieren, darunter technische Konfiguration, Authentifizierung, historische Reputationsdaten für Domains und IP-Adressen, Inhaltsanalyse, Erkennung verdächtigen Verhaltens sowie die Analyse des E-Mail-Verhaltens der Nutzer.
  • Sich weiterentwickelnde Standards: In den letzten 20 Jahren sind zahlreiche RFCs entstanden, und einige haben sich weiterentwickelt oder werden sich weiterentwickeln – ich denke dabei insbesondere an DMARC und Version 2 von DKIM.
  • Rechtliche Entwicklungen: Die Einführung der DSGVO vor einigen Jahren hat die Spielregeln verändert. Alle Werbetreibenden müssen sich schnell an diese Veränderungen anpassen, wenn sie weiterhin die Posteingänge ihrer Nutzer erreichen wollen.

CSA: Was ist die Herausforderung, der sich Nameshield besonders verschrieben hat?

Eine zentrale Herausforderung für Nameshield ist der Schutz von Marken vor Domain-Spoofing und Phishing – durch den gezielten Einsatz von Authentifizierungsprotokollen wie SPF, DKIM und DMARC, um die digitale Identität von Unternehmen abzusichern.

SF: Nameshield ist ein weltweit führender Anbieter im Bereich der Domain-Verwaltung. Es ist uns wichtig, für unsere Kunden eine Anlaufstelle für den Einsatz modernster Technologien zur Absicherung des ein- und ausgehenden E-Mail-Verkehrs zu sein und gleichzeitig als Fürsprecher für diese Technologien zu fungieren, um allen unseren Kunden einen optimalen Übergang zu gewährleisten – damit dieser wichtige Kommunikationskanal so sicher und zuverlässig wie möglich ist.

CSA: Was braucht es, damit E-Mail ein verlässlicher Kanal bleibt?

SF: E-Mail ist ein fantastischer Kommunikationskanal, der jedoch in bestimmten Bereichen noch deutlich verbessert werden könnte:

  • Mehr Sicherheit: Die Verbreitung von DMARC mit einer restriktiven Sicherheitsrichtlinie ist nach wie vor zu gering – ein Geschenk des Himmels für jeden Angreifer, der ungeschützte Domains gerne für seine Phishing-E-Mails nutzt.
  • Mehr BIMI: Der Einsatz eines VMC-Markenzertifikats mit BIMI – zur Anzeige des Logos und eines eindeutigen Häkchens in den Postfächern bestimmter Anbieter – erhöht die Sichtbarkeit einer Marke, sehr zur Freude der Marketingteams. Zudem verleiht es den an die Postfächer der Empfänger gesendeten E-Mails mehr Legitimität und trägt so dazu bei, Verwirrung zu vermeiden.
  • Mehr Cyber-Bewusstsein bei Unternehmen und Privatpersonen: Phishing-E-Mails erkennen und beim Schutz von Passwörtern helfen, um Konto- und Datendiebstahl zu verhindern.

Mehr Mitglieder der CSA (Certified Senders Alliance) und ihres Zertifizierungsprogramms: Um die richtige Nachricht zur richtigen Zeit an die richtige Person im Postfach zu übermitteln.

CSA: Warum ist Ihnen die Zusammenarbeit der CSA mit Nameshield wichtig?

SF: Die CSA ist eine wichtige europäische Organisation im Bereich E-Mail-Zustellbarkeit und Vertrauen, insbesondere dank ihres E-Mail-Zertifizierungsprogramms. Die CSA ist nicht nur eine vertrauenswürdige dritte Partei für zahlreiche lokale und internationale Anbieter, sondern fungiert auch als rechtliche und technologische Autorität – was ihr eine starke Legitimität und beachtliches Ansehen innerhalb der Branche verleiht. Die Organisation bietet unschätzbare Unterstützung für alle, die die Qualität ihres E-Mail-Marketings verbessern möchten – genau deshalb setzen wir uns für ihre Unterstützung ein.

Das Gespräch mit Sébastien Fischer zeigt einmal mehr: Ein sicheres und vertrauenswürdiges E-Mail-Ökosystem ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Bei Nameshield setzen wir uns – gemeinsam mit Partnern wie der CSA – täglich dafür ein, Domain-Sicherheit und E-Mail-Zustellbarkeit weiter voranzutreiben.

Vielen Dank an die CSA für die spannenden Fragen und die großartige Zusammenarbeit!

Erfahren Sie mehr über DMARC oder kontaktieren sie uns hier.

47 Tage: Was die geplante Verkürzung der Zertifikatslaufzeiten bedeutet

Kontext und Auswirkungen auf Ihre Zertifikatsverwaltung

Der Markt für SSL- und TLS-Zertifikate wächst seit Jahren stark. Während 2015 noch rund 3 Millionen Zertifikate im Umlauf waren, sind es 2025 bereits etwa 194 Millionen. Gleichzeitig hat sich HTTPS als Standard etabliert – rund 98 % des Chrome-Datenverkehrs sind heute verschlüsselt.

Treiber dieser Entwicklung sind die digitale Transformation, steigende Sicherheitsanforderungen und die zunehmende Vernetzung durch IoT. Auch wirtschaftlich zeigt sich das Wachstum deutlich: Der globale TLS-Markt soll von 4,7 Milliarden Euro (2023) auf über 18,5 Milliarden Euro bis 2030 steigen.

Trotzdem bestehen weiterhin Herausforderungen. Viele Websites sind nicht optimal abgesichert: 35,9 % der Top 150.000 Sites erhalten nur ein SSL-Labs-Rating von B oder schlechter. Zwar setzt sich TLS 1.3 mit 65,4 % zunehmend durch, ältere Protokolle sind jedoch weiterhin verbreitet.

Bei den Zertifikatstypen dominieren klar DV-Zertifikate (99 %), während OV und EV trotz geringer Stückzahlen einen relevanten Anteil am Traffic abdecken. Gleichzeitig ist HTTPS kein Vertrauensindikator mehr: Rund 90 % der Phishing-Seiten nutzen ebenfalls Verschlüsselung.

Für Unternehmen bedeutet das: Zertifikatsmanagement wird zunehmend strategisch. Themen wie Automatisierung, Laufzeitmanagement und richtige Zertifikatstypen rücken in den Mittelpunkt.

Ein regulierter Markt: Wer hinter Zertifikaten steht

Der Zertifikatsmarkt ist international reguliert. Das CA/Browser Forum definiert seit 2005 verbindliche Standards (Baseline Requirements) für TLS, Code Signing und S/MIME. Certificate Authorities prüfen Identitäten, stellen Zertifikate aus und verwalten deren Lebenszyklus. Browserhersteller wiederum steuern die Darstellung von Vertrauen im Web. Mit Cloud-Anbietern verschwimmen die Rollen zunehmend, während Browser wie Chrome oder Firefox faktisch entscheiden, welchen Zertifikaten vertraut wird.

Ein Markt im Ungleichgewicht

Die Entwicklung von SSL/TLS ist stark von wenigen großen Playern geprägt. Seit SSL 1.0 (1994) und TLS 1.0 (1999) wurde das Protokoll kontinuierlich weiterentwickelt – bis TLS 1.3 als heutiger Standard. Spätestens seit 2013 hat Verschlüsselung massiv an Bedeutung gewonnen. Google und Mozilla trieben HTTPS als Standard voran, machten es zum Ranking-Faktor und entfernten unsichere Verfahren wie SHA-1.

Gleichzeitig nahm die Marktmacht großer Browserhersteller zu: Symantec verlor 2018 das Vertrauen, Apple begrenzte 2020 Zertifikatslaufzeiten auf ein Jahr, und Google sowie Apple treiben weitere Verkürzungen auf 90 bzw. sogar 47 Tage voran.

Warum kürzere Zertifikatslaufzeiten?

Kürzere Laufzeiten sollen die Sicherheit erhöhen, indem Schlüssel häufiger erneuert und Identitäten regelmäßig validiert werden.

Für Unternehmen bedeutet das deutlich mehr Aufwand:

  • statt jährlicher werden Zertifikate mehrmals pro Jahr erneuert
  • Domains müssen regelmäßig neu validiert werden
  • Prozesse werden stärker in administrative und technische Schritte getrennt
  • Organisationsvalidierungen bleiben meist jährlich

Die Herausforderung der Automatisierung

Manuelle Zertifikatsverwaltung stößt dabei schnell an Grenzen. Automatisierung wird zur Voraussetzung für Skalierbarkeit. Dabei setzen sich zwei Ansätze durch: ACME und Certificate Lifecycle Management (CLM).

ACME automatisiert insbesondere die Domain-Validierung und Zertifikatsausstellung, ist aber vor allem für öffentliche Zertifikate geeignet und deckt Themen wie interne PKI oder Governance nur teilweise ab.

CLM bietet einen ganzheitlichen Ansatz mit Discovery, Governance und Multi-CA-Management. Gleichzeitig bleiben Herausforderungen wie Integration, Kosten, DCV oder Krypto-Agilität bestehen.

Die Nameshield-Lösung: So unterstützt Sie Nameshield

Nameshield verbindet CLM, Zertifizierungsstellen und das primäre DNS in einer integrierten Plattform. Über APIs und Konnektoren werden alle Komponenten miteinander verknüpft. Als DNS-Provider ermöglicht Nameshield insbesondere eine hochautomatisierte Domain-Validierung. In Kombination mit Multi-CA-Management entsteht so eine durchgängige Automatisierung des gesamten Zertifikatslebenszyklus.

Ein Vorteil ist die Geschwindigkeit: Vorvalidierte Zertifikate können innerhalb von Minuten, oft unter einer Minute, bereitgestellt werden. Die Plattform unterstützt zudem Discovery, Policy-Management, Multi-CA-Setups und integriert sich in bestehende IT-Landschaften.

Der richtige Einstieg in ein modernes Zertifikatsmanagement

Der Einstieg beginnt mit einer klaren Abgrenzung des Umfangs: öffentliche Zertifikate oder ein vollständiger Ansatz inkl. interner PKI.Danach sollten Volumen und Verantwortlichkeiten geklärt werden – intern (Zertifikate, DNS) und extern (CAs, DNS-Provider).

Ebenso wichtig ist das Verständnis der bestehenden Prozesse:

  • Wer beantragt Zertifikate?
  • Wer stellt sie aus?
  • Wer installiert sie?

Nur mit diesem Überblick lassen sich Automatisierung und Optimierung sinnvoll umsetzen.

Webinar-Aufzeichnung

Zu diesem Thema haben wir außerdem ein Webinar durchgeführt, in dem wir die Auswirkungen verkürzter Zertifikatslaufzeiten sowie konkrete Strategien für Automatisierung und die Integration von Certificate Lifecycle Management (CLM) praxisnah erläutert haben.

Die Aufzeichnung können Sie hier anfordern.

Kontaktieren Sie uns, wenn Sie mehr über moderne Zertifikatsverwaltung, Automatisierung und CLM-Lösungen erfahren möchten oder eine individuell auf Ihr Unternehmen zugeschnittene Lösung benötigen.